Musikempfehlung: The Dead South – The Recap

The Dead South ist ein kanadisches Bluegrass-Folk Quartett das seit 2012 mehrere hervorragende Alben und Singles herausgebracht hat. Der bekannteste Track ist ‘In Hell I’ll Be in Good Company’, ein Lied über einen Ehemann, der seine Frau körperlich und seelisch missbraucht und sich bewusst ist, dass er deshalb nicht in den Himmel kommen wird.

Empfehlen möchte ich heute einen weniger bekannten aber nicht minder guten Song der Band von dem 2014 herausgekommenen Album ‘Good Company’:



Es wird das selbstzerstörerische Verhalten eines depressiven Alkoholikers beschrieben, der in ewiger Wiederholung in Bars rumhängt, sich betrinkt und Streit sucht:

Well we’re all wasted in a bar somewhere downtown
When I man walks up and pokes me with a knife and says
“Man, I’m gonna send you to hell.”
Well I took that knife, I stared him straight in the eyes
I said, “Oh, boy you better fuckin’ run
I’ve been sittin’ here just a-slammin’ down beers
And now its time to have some fun”
Oh

Oh well he hit me hard, yeah he hit me good
And then I fell to the ground
But I kicked him fast, I kicked him real swift
And he came a tumblin’ down
He took a stab at me and nearly cut my gut
But I kicked that knife to the floor
Then I took his head and slammed it into the bar
I don’t think he’ll come around no more
Oh

Während in der ersten und zweiten Strophe alles so läuft wie immer und er seinen Kontrahenten letztendlich besiegt, führt uns der Refrain in die depressive Gedankenwelt und Todessehnsucht des Protagonisten:

Well I’ve been drinkin’ here for so many damn years
Tryin’ to recap my life
Every night trouble finds my sight and I can’t help but fight
With a bottle of Jack and a tin of skoal*
I’ll be stickin’ around
Until the day a man will put me away and…
I can rest my soul

*skoal ist in den Staaten weit verbreiteter Kau- oder Schnupftabak, ein sogenanntes smokeless Tabakprodukt

Die dritte Strophe verdeutlicht uns nun den immerwährenden Teufelskreis in dem der Protagonist gefangen ist dadurch, dass es anfänglich eine exakte Wiederholung der ersten Strophe ist, allerdings durchbricht die arme Seele diesmal die tragische Endlosschleife seines offensichtlichen Siechtums indem er dem Kontrahenten das Messer entwendet und sich selbst mittels eines Stichs durch das Auge ins Gehirn tötet.

Well we’re all wasted in a bar
Somewhere downtown
When a man walks up and pokes me with a knife and says
“Man, I’m gonna send you to hell.”
Well I took that knife, I stared him straight in the eyes
I said “Oh boy this is the day.”
Then I took that knife and stabbed it straight through my eye
And then I fell to my knees
Oh

Abschließend kommt erneut der Refrain, auch hier um den immerwährenden Kreislauf nochmal stärker zu verdeutlichen mit nur einer kleinen Abwandlung.

Well I’ve been drinkin’ here for so many damn years
Tryin’ to recap my life
Every night trouble finds my sight and I can’t help but fight
With a bottle of Jack and a tin of skoal
Tonight I’m going home
Today’s the day the man had put me away and…
I can rest my soul

Musikalisch ist der Band die Umsetzung der manisch depressiven Gedankenwelt des im Teufelskreis Gefangenen so hervorragend gelungen, wie ich es bisher nirgendwo anders besser gefunden hätte. Selbst vor Ikonen wie The Velvet Underground (Heroin), Lou Reed (Endless Cycle) oder Johnny Cash (Hurt) müssen sich The Dead South nicht verstecken. Die Strophen strotzen nur so von ‘himmelhoch jauchzender’ Euphorie während die musikalische Umsetzung des Refrain hervorragend das Tempo herausnimmt und die Stimmung deutlich nach unten drückt.  Das akustische Outro schlussendlich ist wirklich stimmungsvoll und lässt einen wortwörtlich ‘zu Tode betrübt’ zurück.

Für Freunde amerikanischer Folk-Musik ist The Dead South ein absolutes Muss, aber auch der breiten Masse dürften die Arbeiten des genialen kanadischen Quartetts durchweg zusagen. Der teilweise heftige Slang ist jedoch schwer zu verstehen, was durch das hohe Tempo natürlich zusätzlich erschwert wird.

Auch wenn man die Texte nicht versteht, macht die Musik richtig Laune und garantiert einem auf jeder Party zahlreiche Nachfragen, wer das denn sei und woher man das kenne. Es lohnt sich aber auf jeden Fall auch, tiefer in die Texte einzusteigen um die Genialität und Einzigartigkeit dieser ganz besonderen Band vollumfänglich zu erfassen.

In diesem Sinne

SALUDOS! Bis zum nächsten Song…

Der Alex Grießner empfiehlt hier unregelmäßig Songs die Ihn durch das Leben begleiten, also schauen Sie ruhig mal wieder rein.

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