10 Fakten über das Rumpelstilzchen

  1. Bekannt wurde das Rumpelstilzchen durch das gleichnamige Märchen der Gebrüder Grimm (ATU 500).
  2. In diesem Märchen behauptet ein Müller, dass seine Tochter Stroh zu Gold spinnen könne. Der König stellt ihr die Aufgabe, über Nacht eine Kammer voll Stroh zu Gold zu spinnen, ansonsten müsse sie sterben. Ein Männchen erscheint, das ihr gegen ihr Halsband Hilfe anbietet und die Aufgabe erledigt. In der zweiten Nacht fordert es einen Ring, dann das erste  Kind aus der Ehe mit dem König. Als der Zwerg später das Kind fordert, bietet ihm die Müllerstochter Reichtümer an, was der Zwerg ablehnt; er gibt ihr aber drei Tage Zeit, um seinen Namen zu erraten. Liege sie richtig, dürfe sie das Kind behalten. Als die Königin den Namen durch glückliche Fügung erfährt, zerreißt sich das Rumpelstilzchen vor Wut und ruft dabei “Das hat dir der Teufel gesagt!”
  3. Von dem Märchen gibt es wie übliche mehrere Versionen, in der ersten von den Gebrüdern Grimm 1812 veröffentlichten läuft das Rumpelstilzchen nur weg und zerreisst sich nicht.
  4. Ursprünge des Märchens gab es mündlich überliefert im deutschsprachigen Raum, ein ähnliches schriftlich festgehaltenes französisches Märchen bereits im frühen 18. Jahrhundert. Das Bild der Gold spinnenden Jungfrau sowie die Notwendigkeit, einen Namen zu erraten, um ein Unheil zu verhindern, gibt es zudem in anderen alten Sagen.
  5. Ansätze an den Namen Rumpelstilzchen tauchen erstmals im 16. Jahrhundert in einer Auflistung von Kinderspielen auf: “Rumpele stilt, oder der Poppart” (Fischarts Geschichtsklitterung, Kapitel 25). Das Buch war den Gebrüdern Grimm bekannt und sie bezogen sich beim Namen wohl auch darauf. Wahrscheinlich handelte es sich dabei um ein Spiel mit einer klopfenden Holzpuppe o.ä. Ein Rumpelstilzchen könnte in der Folge eine Art Kobold bezeichnet haben, der an Möbeln, z.B. Tischbeinen poltert und rumpelt.
  6. Eine ähnliche Erklärung könnte auch in “Schrumpelstelzchen” liegen, was einen Zwerg mit kurzen Beinen bezeichnet.
  7. Weitgehende Einigkeit herrscht in der Märchenforschung, dass es sich bei dem Geschäft “Goldspinnen” gegen Kind um einen typischen Teufelspakt handelt, das Rumpelstilzchen also ein Gehilfe oder Verbündeter des Teufels ist. Darauf deuten insbesondere seine letzten Worte “das hat Dir der Teufel gesagt” hin, denn nur der Teufel konnte also seinen echten Namen kennen. Auch das Einräumen einer eigentlich unmöglich zu erfüllenden Aufgabe als Ausweg ist typisch für einen Teufelspakt. So oder so – das Rumpelstilzchen handelt zu jedem Zeitpunkt keinesfalls uneigennützig, sondern ist immer auf seinen Vorteil bedacht. Insbesondere hätte es nicht das Kind fordern müssen und hätte sich auch nicht selbst töten müssen. Es gehört damit keinesfalls zu den positiven Zwergen und Kobolden, wie z.B. die Heinzelmännchen.
  8. Andere Deutungen sehen in der Figur des Rumpelstilzchens auch antisemitische Motive, die an Ritualmordlegenden anknüpfen. Auch in der Psychoanalyse wird es behandelt und dort als eine Ausprägung des Unterbewussten gesehen.
  9. Als Rumpelstilzchen bezeichnet man heute, insbesondere im süddeutschen Sprachraum, einen jähzornigen, tobenden Menschen.
  10. Auch in der Popkultur hat sich das Rumpelstilzchen fest etabliert und kommt in Songs, Filmen und Computerspielen vor.

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