10 Fakten zum Mädler Kalender

  1. Der Mädler Kalender wurde 1864 von dem deutschen Astronomen Johann Heinrich von Mädler (Bild) vorgeschlagen, der der Leiter der Sternwarte Dorpat in Estland war.
  2. Sein System ist dem heute bei uns geltenden Gregorianischen Kalender sehr ähnlich.
  3. Anders als bei unserem Kalendersystem, bei dem der alle vier Jahre eingeschobene Schalttag am 29. Februar im Mittel alle 133,33 Jahre ausfällt, fällt er beim Mädler Kalender alle 128 Jahre aus.
  4. Damit beträgt die Differenz zur Länge des tropischen Jahrs mit 365,24219052 Tagen beim Mädler Kalender nur −0,26 Sekunden, während es beim gregorianischen Kalender, der ein durchschnittliches Jahr zu 365,2425 Tagen hat, +27 Sekunden sind.
  5. Somit muss bei Mädlers Vorschlag nur rund alle 3280 Jahre ein Schalttag ausgelassen werden, um mit dem tatsächlichen Jahreslauf synchron zu sein.
  6. Die Kalenderreformkommission der Russischen Astronomischen Gesellschaft schlug 1899 dem Zaren die Kalenderregel Johann Heinrich Mädlers zur Einführung vor, um den im Zarenreich noch gültigen julianischen Kalender zu ersetzen. Dazu kam es jedoch nicht mehr. Lenin führte dann nach der Oktoberrevolution in Russland den Gregorianischen Kalender ein.
  7. Mädler plante die Einführung seines Kalendersystems für das Jahr 1900, in dem die auf 12 Tage angewachsene Differenz zwischen dem julianischen Kalender und dem tropischen Jahr ausgleichen worden wäre.
  8. 1901 hätte dann mit einem 128-Jahre-Ausnahmezyklus begonnen, womit der Mädlersche Kalender bis 2027 mit dem unserem Gregorianischen Kalender übereingestimmt hätte.
  9. Die erste Differenz wäre dann im Jahr 2028 auftreten,  in dem es nach Mädler den 29. Februar erstmals nicht geben sollte, während diese Ausnahme im gregorianischen Kalender erst im Jahr 2100 eintritt.
  10. Der Mädler Kalender gilt als eines der exaktesten Kalendersysteme der Welt, ist aber leider dennoch in Vergessenheit geraten.

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