Köpfe: Fritz Keiner

Fritz Keiner, geboren am 15. November 1895 in Benshausen, gestorben am 23. September 1944 in Suhl, war ein deutscher Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Er besuchte die Volksschule in Benshausen. Welchen Beruf er dann erlernte, ist nicht bekannt.

Im Ersten Weltkrieg wurde er als Soldat zum Kaiserlichen Heer einberufen. Nach dem Krieg wurde er Mitglied in dem militärischen Traditionsverein „Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten“. Er wurde Inhaber und Wirt des Gasthauses „Deutscher Hof“. Obwohl er sich an keiner der Widerstandsgruppen in und um Suhl beteiligte, machte er sich mündlich lustig über NS-Bonzen, hörte „Feindsender“ ab und äußerte sich abfällig über den Kriegsverlauf. Nach der Ausrufung des totalen Krieges durch Goebbels wurde sein Gasthaus geschlossen und Keiner in der Luftschutzpolizei dienstverpflichtet.

Er war nun Oberwachtmeister, und als er bei einer erneuten Schmähung der Nazikriegsführung denunziert wurde, wurde er vor das Kasseler SS- und Polizeigericht gestellt, das ihn wegen „Wehrkraftzersetzung“ am 30. Juli 1944 in ihrem „Feld-Urteil“ zum Tode verurteilte. Der SS-Obergruppenführer und General der Thüringer Polizei, Erbprinz Josias von Waldeck, befahl seine sofortige Vollstreckung. Vom Suhler Amtsgerichtsgefängnis wurde er in Eskorte bis zum Steinbruch in der Struth gebracht und erschossen. Zwei der zum Erschießungskommando gehörigen Polizisten verweigerten den Befehl. Der namentlich bekannte von beiden, Hermann Hoffmannbeck, wurde daraufhin in das okkupierte Polen strafversetzt, konnte aber nach dem Krieg in seinen Heimatort Viernau zurückkehren. Menschlich denkende Mitarbeiter des Suhler Krematoriums erlaubten es der Tochter von Keiner verbotenerweise, von dem toten Vater Abschied zu nehmen, bevor sein Leichnam kremiert wurde

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