Dokumentiert: Mainauer Deklaration 2016 zur Grünen Gentechnik

An die Entscheidungsträger von Greenpeace, der Vereinten Nationen und den Regierungen der Welt

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen stellte fest, dass sich die globale Produktion von Nahrungsmitteln, Tierfutter und Naturfasern bis etwa 2050 verdoppeln muss, um dem Bedarf der wachsenden Weltbevölkerung gerecht werden zu können. Organisationen, die der modernen Saatzucht ablehnend gegenüber stehen, allen voran Greenpeace, leugneten wiederholt diese Tatsache und gingen gegen biotechnologische Innovationen in der Landwirtschaft vor. Sie stellten deren Risiken, Nutzen und Auswirkungen verzerrt dar und unterstützten die kriminelle Zerstörung von behördlich genehmigten Freilandstudien und wissenschaftlichen Projekten.

Wir fordern Greenpeace und seine Unterstützer auf, die weltweit gesammelten Erfahrungen von Landwirten und Konsumenten mit biotechnologisch verbesserten Feldfrüchten und anderen Nahrungsmitteln neu zu überprüfen. Wir fordern die Berücksichtigung von Forschungsergebnissen anerkannter wissenschaftlicher Institutionen und Aufsichtsbehörden. Wir drängen darauf, die Kampagnen gegen ‚GMOs‘ im Allgemeinen und gegen den Goldenen Reis insbesondere einzustellen.

Wissenschaftliche Institutionen und Regulierungsbehörden der ganzen Welt stellten wiederholt und übereinstimmend fest, dass durch Biotechnologie modifizierte Feldfrüchte und Nahrungsmittel genauso sicher, wenn nicht sogar sicherer sind, als Pflanzen, die durch konventionelle Produktionsmethoden hergestellt wurden. Es gab keinen einzigen bestätigten Fall von schädlichen Gesundheitsfolgen bei Mensch oder Tier durch den Konsum von GMOs. Ihre Auswirkungen auf die Umwelt haben sich wiederholt als weniger schädlich dargestellt, und als fördernd für die globale Artenvielfalt.

Greenpeace stellt die Angriffsspitze des Widerstands gegen den Goldenen Reis dar, welcher das Potenzial hat, die Folgen von Vitamin-A-Mangel zu beseitigen. Diese schließen Blindheit, und andere Leiden mit Todesfolge ein, welche die ärmsten Menschen in Afrika und Südostasien am härtesten treffen.

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass etwa 250 Millionen Menschen an Vitamin-A-Mangel leiden, darunter bis zu 40 % Kinder unter 5 Jahren in den Entwicklungsländern. Laut Statistiken von UNICEF ist Vitamin-A-Mangel verantwortlich für jährlich etwa ein bis zwei Millionen verhinderbare Todesfälle, da dieser das Immunsystem schwächt und somit besonders Kinder und Neugeborene großen Gefahren aussetzt. Vitamin-A-Mangel selbst ist die führende Ursache von Kinderblindheit, die weltweit 250.000–500.000 Kinder jährlich betrifft. Die Hälfte dieser Kinder wird innerhalb von 12 Monaten aufgrund des Verlustes ihres Sehvermögens sterben.
WIR RUFEN GREENPEACE AUF ihre Kampagne gegen den Goldenen Reis im Speziellen, und gegen biotechnologisch verbesserte Feldfrüchte und Nahrungsmittel im Allgemeinen einzustellen und keine weiteren Aktionen dahingehend durchzuführen;

WIR RUFEN DIE REGIERUNGEN DER WELT AUF die Kampagne von Greenpeace gegen den Goldenen Reis im Speziellen, und gegen biotechnologisch verbesserte Feldfrüchte und Nahrungsmittel im Allgemeinen zurückzuweisen; und alles in Ihrer Macht stehende zu tun, um sich Greenpeace‘s Handlungen zu widersetzen und den Zugang von Landwirten zu allen Mitteln der modernen Biologie zu beschleunigen, dabei vor allem den Zugang zu biotechnologisch verbessertem Saatgut. Opposition, die auf Emotionen und den vorliegenden Daten widersprechendem Dogma basiert, muss verhindert werden.

Wie viele von Armut betroffene Menschen in der Welt müssen noch sterben, bevor wir dies als ‚Verbrechen gegen die Menschlichkeit‘ anerkennen?

Hochachtungsvoll,

Peter Agre
Zhores I. Alferov
Sidney Altman
Hiroshi Amano
Werner Arber
Richard Axel
David Baltimore
Barry Clark Barish
Paul Berg
Bruce A. Beutler
J. Michael Bishop
Elizabeth H. Blackburn
Gunter Blobel
Paul D. Boyer
Sydney Brenner
Mario R. Capecchi
Thomas R. Cech
Martin Chalfie
Steven Chu
Aaron Ciechanover
Claude Cohen-Tannoudji
Leon N. Cooper
Elias James Corey
Robert F. Curl Jr.
Angus S. Deaton
Johann Deisenhofer
Peter C. Doherty
Richard R. Ernst
Sir Martin J. Evans
Eugene F. Fama
Bernard L. Feringa
Edmond H. Fischer
Jerome I. Friedman
Andre Geim
Ivar Giaever
Walter Gilbert
Alfred G. Gilman
Sheldon Glashow
Roy J. Glauber
Joseph L. Goldstein
Paul Greengard
Carol W. Greider
David J. Gross
Robert H. Grubbs
Roger Guillemin
Sir John B. Gurdon
F. Duncan M. Haldane
John L. Hall
Lars Peter Hansen
Serge Haroche
Oliver Hart
Leland H. Hartwell
Harald zur Hausen
James J. Heckman
Stefan W. Hell
Richard Henderson
Dudley R. Herschbach
Avram Hershko
Gerardus ‘t Hooft
H. Robert Horvitz
Robert Huber
Tim Hunt
Louis J. Ignarro
Elfriede Jelinek
Daniel Kahneman
Eric R. Kandel
Wolfgang Ketterle
Klaus von Klitzing
Aaron Klug
Brian K. Kobilka
Roger D. Kornberg
J. Michael Kosterlitz
Herbert Kroemer
Finn E. Kydland
Leon M. Lederman
Yuan T. Lee
Robert J. Lefkowitz
Anthony J. Leggett
Jean-Marie Lehn
Michael Levitt
Tomas Lindahl
Rudolph A. Marcus
Barry J. Marshall
Eric S. Maskin
John C. Mather
Craig C. Mello
Robert C. Merton
Hartmut Michel
Sir James Mirrlees
Paul L. Modrich
William E. Moerner
Mario J. Molina
Edvard Moser
May-Britt Moser
Kary B. Mullis
Ferid Murad
Erwin Neher
Konstantin Novoselov
Ryoji Noyori
Sir Paul Nurse
Christiane Nusslein-Volhard
Arno Penzias
Edmund S. Phelps
Christopher A. Pissarides
Edward C. Prescott
Stanley B. Prusiner
Jose Ramos-Horta
Adam G. Riess
Sir Richard J. Roberts
Michael Rosbash
Bert Sakmann
Bengt I. Samuelsson
Jean-Pierre Sauvage
Randy W. Schekman
Thomas C. Schelling
Brian P. Schmidt
Richard R. Schrock
Phillip A. Sharp
K. Barry Sharpless
Dan Shechtman
Vernon L. Smith
Hamilton O. Smith
Oliver Smithies
George F. Smoot
Thomas A. Steitz
J. Fraser Stoddart
Jack W. Szostak
Joseph H. Taylor Jr.
Daniel C. Tsui
Harold E. Varmus
Sir John E. Walker
J. Robin Warren
Arieh Warshel
James Watson
Eric F. Wieschaus
Torsten N. Wiesel
Frank Wilczek
Robert Woodrow Wilson
David J. Wineland
Sir Gregory P. Winter
Kurt Wuthrich
Ada E. Yonath
Michael W. Young
Rolf M. Zinkernagel

Mainau, Bodensee 29. Juni 2016

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