Bringt es etwas, eine ICE Nummer im Handy zu speichern?

Immer wieder werden auf facebook und anderen sozialen Medien Beiträge geteilt, in denen behauptet wird, es würde von Rettungsdiensten empfohlen, die Personen, die im Notfall kontaktiert werden sollen, im Handy unter dem Namen ICE zu speichern. Auch per E-Mail, Whatsapp Kettenbriefe oder SMS kommen solche Empfehlungen.

ICE steht dabei für “In Case of Emergency”. Mehrere Personen sollte man durchnummerieren, also z.B. den Partner auch unter ICE 1, die Eltern unter ICE 2, Arbeitgeber unter ICE 3 etc. etc. oder eben gleich “ICE Mama”, “ICE Büro” usw.

Eingedeutscht gibt es auch die Empfehlung, man solle das Kürzel “IN” (Im Notfall) vermeiden.

Im ersten Moment hört sich das gar nicht so schlecht an – bringt aber nichts. Auch wenn das einige Mitarbeiter von Rettungsdiensten dies anscheind auf mehr oder weniger privater Basis empfehlen.

Doch die Rettungsdienste selbst sehen das aus einer Vielzahl von Gründen skeptisch. So macht der ASB (Arbeitersamariter Bund) darauf aufmerksam, dass im Falle eines Unfalls die Rettungssanitäter grundsätzlich ohnehin keine Zeit haben, Angehörige zu informieren – sie sind schließlich mit der Rettung beschäftigt. Auch sei in der Hektik gar keine angemessene Kontaktaufnahme mit den Angehörigen möglich, diese erfolgt dann später in Ruhe durch entsprechend geschulte Mitarbeiter. Das DRK hält die ICE Nummer aus den gleichen Gründen für nicht sinnvoll.

Was aus meiner Sicht auch noch dagegen spricht: im Falle eines Unfalls kann es gut sein, dass das Smartphone gar nicht mehr funktioniert. Und im besten Fall sollte es ohnehin gesperrt sein. Wie soll also der Rettungsdienstmitarbeiter an die Daten kommen.

Zudem wäre es für die Angehörigen wahrscheinlich ein noch größerer Schock, eine schlechte Nachricht über das Handy des Verunfallten zu erhalten.

Ich habe zu den ICE Nummern drei Ärzte und einen Rettungssanitäter gefragt, die diese Gegenargumente teilen. Übereinstimmend haben sie mir geraten, besser einen Zettel bei seinen Ausweisdokumenten aufzubewahren, auf dem die zu kontaktierenden Personen aufgeführt sind.

Einer der Ärzte hat mir weitergehend den Tipp gegeben, auch die Adresse eines Arztes, dem man besonders vertraut (Hausarzt), zu nennen – dieser könne im Falle von erforderlichen medizinischen Maßnahmen sachlicher im Sinne des Verletzten entscheiden bzw. Ratschläge geben. Sinnvoll wäre auch der Abschluss einer Patientenverfügung und einer Vorsorgevollmacht.

Also, so gut sich die ICE Idee sich im ersten Moment anhört – eine ICE Nummer im Telefon zu hinterlegen, bringt also keinen echten Vorteil. Allein schon, da im Notfall keiner der Retter nachsehen wird. Es handelt sich also um einen klassischen Hoax.

Warum so wenige Menschen Windows lieben

Windows wird von den meisten Menschen nicht geliebt.

Und das ist kein Wunder: Schüler surfen in deutschen Gymnasien noch auf Uralt-PCs mit Windows XP und bekommen zuhause die abgelegten Netbooks ihrer Eltern, die im Zweifel noch schlechter funktionieren. Die wiederum ärgern sich über Unmengen an Bloatware auf ihrem frisch gekauften Medion Rechner. Und wenn dann auf einem schlecht administrierten PC im Büro die gerade mühevoll bearbeitete Excel-Datei im Nirvana verschwindet, fördert das nicht gerade die Zuneigung zum weltweit führenden Desktop OS.

Die Windows Erfahrungen, die viele User machen müssen, sind in der Tat nicht schön.

Dass die, die es sich leisten können, sich dann für einen Apple Mac als nächsten Rechner entscheiden, ist fast schon die logische Konsequenz. Und in der Tat wird man bei diesen eine bessere Nutzererfahrung haben, als auf einem fünf Jahre alten Windows PC.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt David Pierce von Wired in seiner – sehr lesenswerten – Windows 10 Review:

People don’t buy Macs because they love OS X, they buy them because of their screens, keyboards, and trackpads. Conversely, most people who hate Windows should actually hate their computer hardware.

Tatsächlich wird man mit einem MS Surface Pro 3, einem aktuellen High-End Ultrabook oder 2in1 mit Windows 10 eine dem Mac mindestens ebenbürtige Nutzererfahrung haben – ohne, dass ich jetzt hier einen Glaubenskrieg darüber beginnen will, welches Betriebssystem besser, schöner oder intuitiver ist, denn das ist zu sehr von den jeweiligen Anforderungen, Geschmack und Erfahrungen abhängig. Angemerkt sei in dem Zusammenhang aber, dass man Windows 10 auch auf aktuellen Macs installieren kann – dort soll es Berichten zufolge auf einigen Modellen sogar performanter laufen als OS X.

windows10

Die große Frage ist nun, ob es Microsoft gelingt, das von CEO Satya Nadella ausgegebene Ziel zu erreichen, dass Windows nicht nur genutzt wird, sondern auch geliebt wird.

Mit Windows 10 wurden jedenfalls gute Voraussetzungen dafür geschaffen.