Rote Lauchzwiebeln

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Lauchzwiebeln – auch Frühlingszwiebeln genannt – gibt es nicht nur in weiß/grün sondern auch mit roter Färbung. Sieht nicht nur schön aus, sondern ist auch gesund!

Wenn Sie beim Gemüsehändler des Vertrauens diese Sorte nicht finden, können Sie diese einfach selbst anbauen. Samen gibt es z.B. hier.

Rote Lauchzwiebeln sind sehr gut für Sirtfood Ernährung geeignet.

Rezept: Fett-Weg-Saft

Für diesen Saft brauchen Sie:

  • eine Salatgurke (Bio)
  • eine Zitrone
  • einige Blätter frischen Koriander (und/oder Petersilie)
  • 1 Esslöffel Aloe-Vera Saft
  • frischer Ingwer (ca. 1cm)
  • 100ml Wasser

Die Gurke schälen, entkernen (einfach halbieren und mit einem Teelöffel die Kerne herausreiben) und in kleine Stücke schneiden.

Koriander und/oder Petersilienblätter von den Stängeln zupfen. Ingwer schälen und reiben oder in sehr feine Stücke schneiden; Saft der Zitrone auspressen.

Alle Zutaten in einen Mixer geben und solange mixen, bis ein Saft entstanden ist. Alternativ können Sie auch einen Entsafter nehmen.

Dieser Saft kurbelt die Fettverbrennung an und Sie können in sehr gut auch Abends trinken. Er ist für Sirtfood Ernährungskonzepte geeignet.

Affäre und Job gleichzeitig

Auf der Suche nach Textern im Internet entdeckt:

affaire-und-job-gleichzeitig

Hallo,

ich suche ab Oktober einen Teilzeitjob, da ich aus der Elternzeit raus möchte.
Gerne nebenbei eine Affäre.

Ich bin gelernte Restaurantfachfrau und 2 Jahre Erfahrung als Rezeptionsleitung.
(Buchhandlung, Abrechnung, Debitoren ect)
vielen Dank

Gerichtkritik: Köfte mit Auberginen im bona-me

koefte-boname

Vor wenigen Tagen verschlug es mich zum Mittagessen in das bona-me in Köln Deutz. Man kann sich dieses Restaurant wie Vapiano auf kurdisch vorstellen; Niederlassungen gibt es im Rheinauhafen, Aachen und eben Deutz. Entschieden habe ich mich für Köfte auf Auberginen.

Köfte sind Frikadellen aus Lamm- oder Rinderhackfleisch, von denen es sehr viele Zubereitungsvarianten gibt. Diese hier waren aus Rind und überzeugtem mit einem allenfalls minimalen Brotanteil. Sie waren gut gewürzt und gerade richtig gegrillt. Angerichtet waren sie zusammen mit gegrillten Tomaten auf zwei ebenfalls gegrillten Auberginenstreifen. Die Aubergine war sehr zurückhaltend gewürzt, wozu der dezente Eigengeschmack sehr gut zur Geltung kam – von daher hätte ich mich über noch mehr Aubergine gefreut. Dazu gab es dann noch gegrillte gründe Spitzpaprika und eine Joghurtsauce. Nachgewürzt habe ich mit Chiliflocken und Oregano. Zum trinken entschied ich mich für ein Ayran.

Sicher, keine große Kochkunst aber qualitativ hochwertige Zutaten, die handwerklich sauber bearbeitet wurden.

Ich würde es auf jeden Fall wieder bestellen!

Wie ich fast ein finnisches Wort erfunden habe

Finnisch ist wahrscheinlich eine der coolsten (und schwierigsten) Sprachen der Welt, die sehr lustige Wörter hervorgebracht hat.

In den letzten Tagen ging hier in Deutschland die schöne Vokabel “kalsarikännit” viral – meist übersetzt mit “sich allein in Unterhosen zuhause betrinken” übersetzt. Naja – ganz exakt ist die Übersetzung nicht. An sich ist “kalsarikännit” nichts anderes als eine Komposition (yhdyssana) aus kalsarit (Unterwäsche) und “kännit”, was nichts anderes heißt als “betrinken”. Wörtlich übersetzt heißt es also eigentlich “in Unterhose betrinken”. Da Wörter aber oft mehr Hintergrund haben, gilt das dabei allein sein als gesetzt.

Ergo kann man aber im finnischen sehr schöne Komposita aus Kleidungsstücken und “sich betrinken” bilden. Warum also nicht “bikinit” (Bikini) und “kännit” zu “Bikinikännit” verbinden – das “t” am Ende des Substantivs fällt bei den Kompositionen im finnischen weg.

“Bikinikännit” passt irgendwie zu Spring Break und Co – auch wenn meine finnischen Kontakte meinten, zumindest in Finnland sei “Bikinikännit” keine so gute Idee, da man dann ja schnell die Grippe bekäme. Aber das ist ein anderes Thema.

Leider war ich nicht der erste, der diese Idee hatte. Es gab im Juli 2015 bereits tatsächlich einen (1) Google Hit für diese schöne Vokabel – als Kommentar zu einem Blogpost (inzwischen gelöscht, daür tauchte dieser hier auf…). Aber das wird sich natürlich ändern – denn ich schlage vor, “Bikinikännit” ab sofort in den finnischen Sprachgebrauch zu übernehmen.

bikinikaennit

Ansonsten bin ich auf viele weitere Ideen gespannt. Wie wäre es mit “Uimahousukännit”…

Hier finden Sie weitere finnische Wörter.

Gute Tat des Tages: ein Insektenhotel aufhängen

insektenhotel

Wer einen Garten hat, sollte ein (oder mehrere…) Insektenhotel aufhängen. Man hilft so vielen nützlichen Insekten, sich fortzupflanzen und zu überwintern – denn in den heutigen Gärten gibt es die von ihnen benötigten Rückzugsorte nicht mehr.

Bei diesem kleinen Insektenhaus, das seit heute in unserem Garten hängt, gibt es vier Bereiche, die für verschiedene Nützlinge da sind:

  • In den Holzspänen nisten und überwintern Käferarten wie der Laufkäfer, der sich sogar über Schnecken hermachen kann.
  • Die hohlen Stängel werden von Wildbienen genutzt, die einen wichtigen Beitrag zur Bestäubung liefern.
  • Florfliegen fressen gerne Blattläuse und freuen sich über die Kiefernzapfen als Nisthilfe.
  • Die mittlere Kammer wird gerne von Schmetterlingen bei schlechtem Wetter genutzt.

Wer geschickt ist, kann solch ein Insektenhotel selbst bauen, hier ist eine sehr gute Anleitung. Inzwischen findet man diese aber auch in den meisten Bau- und Gartenmärkten – oder Sie bestellen jetzt einfach eins online.

Bildquellen für Blogger und Co.

Als Blogger steht man immer vor dem Problem, Bilder zu finden, die man gefahrlos verwenden kann. Hier habe ich einige meiner Lieblingsquellen zusammengefasst. Da dieser Artikel fortlaufend ergänzt wird, lohnt es sich, immer wieder mal vorbeizuschauen.

Canva

Eigentlich ein Tool, um komplette Grafiken zu erstellen, enthält Canva aber auch viele Bilder – generell aber ein sehr schöner Service, der einen bei der Bebilderung seines Blogs helfen kann.

canva

Clker

Bei Clker findet man Unmengen an Cliparts und anderen Vekorzeichnungen, die man im SVG Format herunterladen und damit auch skalieren kann, in der Regel ist die Nutzung auch ohne (c) Angabe zugelassen. Daneben gibt es einen Bereich mit normalen Fotos.

clkr-beispiel

Deathtothestockphoto

Bei deathtothestockphoto.com meldet man sich bei einer Mailingliste an und erhält an jedem ersten eines Monats eine Mail mit einem kleinen Paket an Bildern, zur Begrüßung gibt es gleich einen ersten Download mit einigen Bildern. Die Fotos dürfen kommerziell verwendet werden, die Qualität ist recht gut. Von den Themen her hauptsächlich Mood Photos.

Nachteil – man hat was man bekommt und muss dann halt schauen, ob und inwieweit es passt.

DeathtoStock_Beispiel
(Beispielbild, herunterskaliert. Das Original ist 3747×5620 Pixel groß)

Fotolia

Fotolia ist eine der größten und bekanntesten Quellen für (kostenpflichtige) lizenzfreie Bilder. Allerdings hat man mehrere Möglichkeiten, hier kostenloses Bildmaterial zu erhalten.

  • Fas jeder Hostinganbieter wie z.B. 1&1 oder Hosteurope bieten ihren Kunden einmalig ein kostenloses Bildkontingent bei Fotolia an – einfach schauen, ob man das schon genutzt hat.
  • Jede Woche gibt es neue kostenfreie Bilder. So kann man sich im Lauf der Zeit eine kleine Sammlung zulegen und dann nach Bedarf passende Bilder zusammenstellen. Darunter sind interessante Fotos wie z.B. das Beispiel.
  • Im Rahmen von Sonderaktionen gibt es immer mal wieder kostenfreie Downloads – also durchaus den Fotolia Newsletter auch durchlesen.
  • Wenn man selber fotografiert, kann man über die Plattform selber Bilder verkaufen, so dass man mit diesem verdienten Geld wiederum andere Bilder kaufen kann.
  • Zudem bietet Fotolia ein Partnerprogramm, bei dem man Credits zum Kauf von Bildern erhält, wenn man Bilderkäufe vermittelt.

fotolia-kostenlos-beispiel

espace 9© moonriver59

Freedigitalphotos

Eine meiner Lieblingsseiten für kostenlose Bildrechte ist freedigitalphotos.net. Bis zu einer Breite von max. 400 Pixel kann man die Bilder kostenlos nutzen, wenn man einen Urheberhinweis auf der gleichen Seite hat.

Hier ein Beispiel:

freedigitalphotos

Bild: (c) satit_srihin, freedigitalphotos.net

Die Bildauswahl ist sehr vielfältig, die Fotos von Menschen allerdings oft sehr amerikanisch geprägt. Hauptsächlich verwende ich diese Quelle zur Illustration von umstellung.info, da es hier viele Bilder aus dem Food und Gesundheitsbereich gibt.

Getty Images

Ja, auch Getty Images ist eine Quelle für Bilder – und gerade als “kleiner” Blogger wird man sonst kaum die Möglichkeit haben, an hochwertige Bilder z.B. von Lady Gaga zu kommen (mit Einschränkungen über Allposters, s.o):

Wie das genau funktioniert und was man beachten muss, habe ich hier beschrieben.

Pixabay

Zu den besten Quellen gehört Pixabay. Hier laden Fotografen Bilder hoch, von denen viele sogar ohne (c) Hinweis genutzt werden dürfen. Eingestreute kostenpflichtige Bilder, Werbung und freiwillige Spenden finanzieren den Service. Es herrscht ein Community Gedanke, man wird ermuntert, selbst Bilder beizutragen.

Große Auswahl und meist recht hohe Bildqualität.

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Pixelio

Eines der Urgesteine für digitale Bildrechte ist Pixelio – dementsprechend gibt es hier sehr viele kostenlose Bilder in oft sehr hoher Qualität. Wichtig ist es hier aber, auf die jeweiligen Nutzungsrechte und Kennzeichnungspflichten zu achten, die hier sehr unterschiedlich sein können.

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(c) Rosel Eckstein / pixelio.de

Die Federn des Bundesadlers

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Sechs oder sieben Federn – wilde Theorien

Ebenso, wie es über die Bedeutung der Farbe des Reisepasses viele unsinnige Mutmaßungen gibt, so gibt es diese auch über die Anzahl der Federn des Bundesadler auf Ausweisdokumenten.

So hat der große Bundesadler auf der Vorderseite des Personalausweis jeweils sieben Federn pro Schwinge, der kleine holografische Adler über dem Bild jedoch nur sechs. Ähnlich Konfusion beim Adler im Reisepass: auf der Außenseite hat er pro Seite 6 Federn, innen hat er dann 7.

Sucht man im Internet nach dem Hintergrund, so haben die Verschwörungstherotiker hier die Deutungshoheit. So sei der Adler mit sechs Federn je Schwinge der alte Reichsadler, der mit sieben Federn je Flügel stünde dafür, dass Deutschland noch unter alliierter Besatzung stehe. Der Reichsadler sei ein Hoheitszeichen, das dafür stünde, dass das deutsche Reich noch nicht untergegangen sei, der Bundesadler sei hingegen das Firmensymbol der BRD GmbH. Manchmal werden Bundes- und Reichsadler auch verwechselt.

Auf Spurensuche nach den Adlerfedern

Gehen wir der Sache auf den Grund und suchen nach rechtlichen Grundlagen. Als erstes finden die “Bekanntmachung betreffend das Bundeswappen und den Bundesadler” des Bundespräsidenten vom 20. Januar 1950. Dort heißt es:

Auf Grund eines Beschlusses der Bundesregierung gebe ich hiermit bekannt, daß das Bundeswappen auf goldgelbem Grund den einköpfigen schwarzen Adler zeigt, den Kopf nach rechts gewendet, die Flügel offen, aber mit geschlossenem Gefieder, Schnabel, Zunge und Fänge von roter Farbe.

Wird der Bundesadler ohne Umrahmung dargestellt, so sind das gleiche Bild und die gleichen Farben wie beim Adler im Bundeswappen zu verwenden, doch sind die Spitzen des Gefieders nach außen gerichtet.

Die im Bundesministerium des Innern verwahrten Muster sind für die heraldische Gestaltung des Bundeswappens maßgebend. Die künstlerische Ausgestaltung bleibt für jeden besonderen Zweck vorbehalten.

Nachempfunden sind die Adler in der Tat derer der Weimarer Republik in den 1920er Jahren, an deren Tradition die Bundesrepublik bewusst treten wollte. Zudem sollte damit unterstrichen werden, dass die Bundesrepublik Deutschland und nicht die DDR Rechtsnachfolger des deutschen Reichs sein sollte.

Kein Wort aber über die Anzahl der Federn. Und eigentlich könnte man es unter Hinweis auf die “künstlerische Ausgestaltung” auf sich beruhen lassen. Aber wir suchen weiter.

Auch in der “Anordnung über die deutschen Flaggen” vom 13. November 1996 ist kurz vom Bundesadler in der Standarte des Bundespräsidenten oder der Bundespräsidentin die Rede (I.2), ohne auf die Anzahl der Flügel einzugehen. Dort hat er übrigens fünf Federn je Seite, genau so wie zeitweise bei der Standarte des Reichspräsidenten in der Weimarer Republik, der später dann aber 6 Federn je Flügel bekam.

Nehmen wir das zum Anlass, mal zu schauen, welche Adler mit wie vielen Federn es in der Praxis gibt:

  • Im Bundeswappen mit fünf Federn (entsprechend dem Reichswappen der Weimarer Republik von 1928, entworfen 1926 von Karl-Tobias Schwab)
  • Bundesschild mit Adler mit je fünf Federn
  • Adler in der Standarte des Bundespräsidenten mit je fünf Federn (übrigens auch als Standarte des Reichspräsidenten von 1921 bis 1926 in Gebrauch; von Rudolf Koch entworfen)
  • Bundesadler als Logo der Bundesorgane mit je fünf Federn
  • Kleines Bundessiegel mit je sechs Ferdern (entworfen von Siegmund von Weech)
  • Großes Bundessiegel mit je sieben Federn
  • Auf der 1 Euro Münze hat der Adler je Seite geschätzt mehr als 20 Federn

Adler mit sechs und sieben Federn finden wir also zwei mal, eben beim kleinen und beim großen Bundessiegel. Suchen wir weiter nach den Bundessiegeln, so stoßen wir bald auf den Dienstsiegelerlaß (Erlaß über die Dienstsiegel; DSiegelErl) vom 20. Januar 1950. Dort heißt es in § 2:

(1) Das große Bundessiegel wird von dem Bundespräsidenten, dem Bundeskanzler, den Bundesministern und dem Rechnungshof der Bundesrepublik Deutschland sowie von dem Präsidenten, dem Zentralbankrat und dem Direktorium der Deutschen Bundesbank geführt; es wird bei feierlichen Beurkundungen, besonders bei Ausfertigung von Gesetzen und Verordnungen, sowie bei Bestallungen angewendet.
(2) Des großen Bundessiegels können sich auch der Präsident des Bundestages und der Präsident des Bundesrates bedienen.
(3) Das Bundesverfassungsgericht, das Oberste Bundesgericht sowie die oberen Bundesgerichte verwenden das große Bundessiegel zur Ausfertigung von Urteilen und Beschlüssen.

Die übrigen Bundesbehörden verwenden nach § 3 DSiegelErl das kleine Bundessiegel. Über die  Anzahl der Federn immer noch nichts. § 5 des DSiegelErl entnehmen wir aber, dass näheres des Bundesinnenministerium des Innern näheres regelt.

Und so kommen wir endlich auf die “Richtlinien für die Anfertigung von Dienstsiegeln und Verwendung des Bundesadlers auf amtlichen Schildern und Drucksachen” vom 4. März 1950, hier abrufbar. Interessant ist dabei besonders Nummer 3:

Bei der Verwendung des Bundesadlers ist zu unterscheiden zwischen den Fällen, in denen er in Form von Stempeln und Siegeln behördlichen Äußerungen oder Erklärungen urkundlichen Wert gibt, und den Fällen, in denen er eine mehr dekorative Aufgabe erfüllt. In den letzteren Fällen hat der Adler weder wertbestimmende noch urkundliche Bedeutung, er soll vielmehr bildlich erkennbar machen, daß es sich um eine amtliche Veröffentlichung des Bundes handelt.

Auch nichts über die Zahl der Federn… Immerhin gibt es aber eine Bildtafel, die (teilweise?) online verfügbar ist:

bundessiegel

Überraschung: wir sehen hier Adler mit sechs und sieben Federn je Seite.

Der große Adler auf dem Personalausweis hat – ähnlich wie das Brandenburger Tor auf der Rückseite – mehr gestalterische Bedeutung; er ist in der Form dem großen Bundessiegel mit sieben Federn angelehnt. Der holographische Adler sieht aus wie das kleine Bundessiegel.

Der Adler auf der Vorderseite des Reisepasses entspricht ziemlich genau dem “Muster für Zierschmuck im Druck” (Nummer 4), wohingegen die großen Adler auf der Innenseiten des Reisepasses aussehen wie der Adler auf der Vorderseite des Personalausweises.

Große Adler mit sieben Federn je Seite sehen auch einfach besser aus, während es bei kleineren Adlern ohnehin nicht so auf die Details ankommt.

Viel Wind um nichts

Letztlich also auch hier wieder viel Wind um nichts. Ob der Adler nun fünf, sechs oder sieben Federn hat, ist belanglos – alle Varianten kommen vor und es lassen sich hier keinerlei Rückschlüsse ziehen.

Wie es mit den Lumia Smartphones weitergeht und was zur Nokia Übernahme

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Das Nokia Problem

Nochmals 7.800 Mitarbeiter müssen bei Microsoft gehen, die meisten aus dem Phone Bereich. Die Reste der Nokia Phone-Unit sind jetzt Teil der Windows und Devices Sparte.

Das alte Nokia und die Microsoft Mobile Oy in dieser Form sind nun faktisch tot. Und so traurig das für Finnland und die betroffenen Mitarbeiter ist, so ist es letztlich doch nur gut. Denn schauen Sie mal:

Lumia 435, Lumia 520, Lumia 530, Lumia 530 DS, Lumia 532 DS, Lumia 535, Lumia 625, Lumia 630, Lumia 630 DS, Lumia 635, Lumia 638, Lumia 640DS, Lumia 640 LTE, Lumia 640XL DS, Lumia 640 LTE, Lumia 730 DS, Lumia 735, Lumia 830, Lumia 925, Lumia 930, Lumia 1020, Lumia 1320, Lumia 1520 – das sind die Smartphones, die Microsoft Stand heute auf der deutschen Website auflistet. Wenn man sich im Handel umschaut, begegnen einem außerdem immer noch andere Modelle wie das Lumia 525, Lumia 620, Lumia 720 oder das von mir sehr geschätzte 920. Dazu kommen noch internationale Varianten wie das Lumia 430, Lumia 432, Lumia 526, Lumia 521, Lumia 635 1GB, Lumia 636, Lumia 638, Lumia 928, Lumia Icon…

Ziemlich unübersichtlich, oder? Und das zieht viele Probleme nach sich:

  • hohe Kosten für Entwicklung, Betreuung, Lagerhaltung bei MS
  • Verwirrung bei den Kunden – welches Modell passt zu mir
  • Unattraktiv für den Handel in mehrfacher Hinsicht – Lagerhaltung, Einarbeitung, Erklärungsbedarf

So verkaufen sich die einzelnen Modelle ohnehin nur schwach und es wird für die Zubehörhersteller unattraktiv, z.B. Hüllen, Cover etc. herzustellen. Den Satz “Papi, warum gibt es für mein Lumia nur so langweilige Hüllen?” durfte ich mir inzwischen schon einige male anhören.

Die Lösung?

Es ist wichtig, dass Microsoft sein Smartphone Portfolio deutlich verschlankt. Ich denke, es wird drei Reihen mit je zwei Geräten – normale Größe und XL – sowie ein sehr günstiger Einsteigerhandset (Lumia 460) und hoffentlich ein Fotoflaggschiff (Lumia 1030) geben. Durch solch eine verhältnismäßig schlanke Produktlinie würden viele der oben genannten Probleme gelöst.

Weiter gehe ich davon aus, dass sich MS mit den Lumias aus einigen schwachen Märkten zurückziehen wird. Europa, Brasilien und Indien stehen sicher nicht auf der Kippe, hier steht man gar nicht so schlecht. Die USA sind zu wichtig, als dass man hier nicht Flagge zeigen müsste. Aber es würde mich nicht wundern, wenn man zumindest China vorerst nicht mehr mit eigenen Geräten angehen würde, sondern hier mit OEMs an den Start geht. Gleiches gilt z.B. für Japan.

Auch Windows Phone ist tot. Mit Windows 10 Mobile kommen wir einem einheitlichen Betriebssystem auf Smartphone, Tablet, Hybrid, Notebook, Desktop, Xbox, Server, neuen Geräten wie dem Surface-Hub und irgendwann auch Wearables viel näher. Es würde mich nicht wundern, wenn wir bald auch Surface-Phones mit x86 Prozessoren sehen, auf denen ein volles Windows 10 mit Telefonie-App läuft. All das könnte helfen, die Plattform für Entwickler interessanter zu machen und den App-Gap zu schließen. Aber warten wir ab.

Mittelfristig kann sich Microsoft jedenfalls nicht aus dem Smartphone Bereich zurückziehen. Sonst würde man die Windows 10 Vision aufgeben und das Betriebssystem im gesamten schwächen. Die Einbindung der Reste von Nokia in die Windows und Devices ist daher nur richtig und konsequent.

Wichtig wird es für MS aber sein, neben App-Entwicklern OEMs für Windows 10 (Mobile) zu gewinnen. Samsung, HTC, Lenovo, Acer, Asus und viele chinesische hierzulande noch nicht so bekannte wären ideal. Denkbar wären auch dergestalte Partnerschaften, dass z.B. in Indien co-gebrandete Smartphones mit lokalen OEMs herauskommen.

Ist diese Strategie erfolgreich, könnte ich mir gut vorstellen, dass in einiger Zeit pro Jahr nur noch ein High-End Lumia (Consumer) und ein High-End Surface Phone (x86, Business) als Referenzdesign erscheinen und der Rest von anderen Anbietern kommt.

Funktioniert diese Strategie nicht, kann ich mir vorstellen, dass Microsoft für den mobilen Bereich einen Android Fork mit eigenen Diensten bringt, der sich in das MS Ökosystem einfügt. Das kann aber allenfalls Plan C sein.

Jetzt wird erst voll auf Windows 10 gesetzt.

War die Nokia Übernahme ein Fehler?

Ich würde die Frage mit einem klaren Jein beantworten. Nokia hatte ja schon begonnen, Android Devices herauszubringen und hätte sich schrittweise von Windows Phone abgewandt. Und auch wenn ich davon ausgehe, dass man sich bei den Android-Modellen ebenso verzettelt hätte – die Außenwirkung für Windows Phone wäre fatal gewesen und die Windows Phone Marktanteile wären wohl noch geringer, als ohnehin schon. WP musste auf jeden Fall am Leben gehalten werden, bis Windows 10 da ist. Allerdings hat man dafür einen sehr hohen Preis gezahlt – 7,6 Milliarden US$ Abschreibung.

Allerdings bin ich davon überzeugt, dass Microsoft nicht nur die Smartphone Sparte sondern ganz Nokia hätte übernehmen müssen. Die Netztechnik hätte man (teilweise) an die Börse bringen können, man hätte die Patente nicht nur lizenziert, sondern wäre Inhaber (Einnahmemöglichkeiten), vollen Zugriff auf die Markenrechte und zudem noch mit here die wohl beste Navigationslösung im Hause gehabt. Für den großen Wurf hatte Ballmer leider nicht die Rückendeckung.

Der Umstieg aufs Lumia 630

lumia630

Der geneigte Leser wird mitbekommen haben, dass das Display meines Lumia 920 tot ist. So sehr ich es vermisse – aber ein neuer ohnehin geplanter Akku und ein neues Display hätten sich bei aller Liebe nicht gelohnt. Also habe ich übergangsweise zu einem im Bekanntenkreis abgelegten Lumia 630 gegriffen (es wurde durch ein 640XL ersetzt).

Die Einrichtung ist wie gewohnt unkompliziert. Einschalten, mit dem WLAN verbinden, mit der Microsoft ID anmelden und einfach das Backup des 920 einspielen – ganz ohne iTunes. Smartphone läuft mit wie gewohnt.

Da ich es mit einer 32 GB SD Karte ausgestattet habe, habe ich mit 40 GB Speicher sogar etwas mehr zur Verfügung als bei meinem 920er. Einige wenige Apps laufen nicht, da das 630 nur 512MB RAM hat, was man auch beim Starten und wechseln zwischen Apps wirkt – das dauert etwas länger als bei den 1GB Phones. Ansonsten muss es sich hinsichtlich der Performance aber nicht verstecken – man merkt, dass es auch in den Benchmarks auf ähnliche Werte wie das drei Jahre alte Flaggschiff kommt. Manche Apps laufen sogar flüssiger.

Gegen das 1280*768 Display des Vorgängers kommt das 630er mit seinen 854*480 Pixeln nicht an. Aber es reicht. Allerdings werde ich mir die eine oder andere Website jetzt doch eher in der mobilen Ansicht ansehen. LTE fehlt, was ich beim Einsatz als Hotspot durchaus merke. Beim Surfen auf dem Handy und der Nutzung von Apps stört es aber nicht weiter. Tipp für alle, die LTE brauchen: das nicht viel teurere Lumia 635 hat die Technik an Bord, ebenso wie der Nachfolger Lumia 640 LTE.

Ansonsten liegt  auch das 630er gut in der Hand, ist aber für mich ungewohnt leicht und wirkt nicht ganz so wertig wie mein guter alte Finnenpanzer.

Auch auf eine Frontkamera muss man verzichten, was ich aber nicht als echten Verlust empfinde. Da sie beim 920 eh nicht so gut war, habe ich sie dort auch nicht genutzt. Anders bei der Hauptkamera – dank des optischen Stabilisators ist Kamera des 920 immer noch ähnlich gut wie die der aktueller Flaggschiffe der Konkurrenz. Da kann der einfache 5MP Shooter auf der Rückseite des 630 nicht mithalten. Auch ein Blitz fehlt. Für Aufnahmen bei guten Lichtverhältnissen reicht sie aber, so dass das für die Sommermonate nicht das große Problem sein sollte.

Mehr Smartphone brauche ich ansonsten ehrlich gesagt nicht. Ich kann mit dem 630er telefonieren, Nachrichten schreiben (Whatsapp, SMS, Line, Threema, E-Mail…), facebook, twitter, Instagram und Co nutzen, im Web surfen und habe offline Karten für die Navigation. In der Zukunft könnte sich allenfalls der geringe Arbeitsspeicher als Problem herausstellen.

Angemerkt sei noch, dass es inzwischen Einsteigersmartphones von Microsoft gibt, die die genannten Einschränkungen (Kamera, Frontkamera, Speicher) nicht haben.

Die Kamera ist vorerst auch der einzige Punkt, weswegen ich in Zukunft ein anderes Modell wählen werde, da das Smartphone für mich inzwischen Kamera-Ersatz ist. Wer hier etwas günstiges mit guter Qualität sucht, dem sei das Lumia 640 XL empfohlen, dessen 13MP Kamera sehr gute Bildqualität liefert und es auch mit High-End Konkurrenten aufnehmen kann wie mit dem LG G3, wie dieser Test zeigt.

Mal sehen, welches Lumia mein nächstes wird – und ob ich abwarten kann, bis Ende des Jahres die neuen Windows 10 Mobile Flaggschiffe kommen…