Landtagswahl zwingt niedersachsen.de in die Knie

Die Nachfrage nach der Landtagswahl in Niedersachsen ist anscheinend so groß, dass niedersachsen.de down ist:

niedersachsen-de-down

(Stand 20.01.2013, 20:30h)

Marktanteile mobiler Betriebssysteme

Welche Marktanteile haben die drei mobilen Betriebssysteme Android, iOS und Windows Phone in der Praxis? Einen Ansatz hierzu geben die Zugriffszahlen auf die von Statcounter erfassten Seiten. Ausgewertet habe ich die Zugriffe in KW 1 2013, sortiert sind die Zahlen nach den Windows Phone Marktanteilen in verschiedenen Ländern:

Android iOS Windows Andere
Finnland 36,5% 34,1% 18,8% 10,6%
Liechtenstein 31,5% 61,3% 5,4% 1,8%
Färöer 42,1% 50,6% 4,9% 2,4%
Italien 45,9% 40,8% 4,4% 8,9%
Kroatien 54,6% 29,6% 4,0% 11,9%
Bulgarien 60,4% 18,4% 3,9% 17,4%
Litauen 51,8% 15,7% 3,9% 28,5%
Schweiz 30,3% 63,6% 3,8% 2,3%
Estland 64,9% 17,7% 3,5% 13,9%
Irland 39,2% 54,0% 3,4% 3,4%
Argentinien 62,9% 7,4% 3,4% 26,3%
Mexico 45,9% 23,8% 3,3% 27,0%
Belgien 36,3% 51,3% 3,2% 9,2%
San Marino 40,6% 54,9% 3,1% 1,3%
Frankreich 41,4% 48,6% 2,8% 7,1%
Großbritannien 29,8% 45,4% 2,6% 22,1%
Dänemark 31,8% 64,7% 2,6% 0,9%
Russland 39,6% 19,6% 2,6% 38,2%
Island 43,8% 48,9% 2,5% 4,8%
Lettland 53,1% 17,9% 2,3% 26,6%
Slowenien 67,3% 17,5% 2,3% 13,0%
Griechenland 52,5% 29,5% 2,2% 15,8%
Portugal 49,3% 30,9% 2,2% 17,5%
Slovakei 69,0% 15,3% 2,1% 13,6%
Tschechien 61,1% 17,4% 2,1% 19,4%
Chile 62,7% 26,3% 2,0% 9,0%
Deutschland 55,0% 35,8% 2,0% 7,2%
Österreich 57,7% 36,3% 2,0% 4,0%
Zypern 52,4% 36,9% 1,8% 8,9%
Albanien 28,4% 34,0% 1,8% 35,8%
Spanien 64,9% 28,9% 1,7% 4,5%
Rumänien 48,2% 20,0% 1,7% 30,1%
Neuseeland 40,7% 53,6% 1,7% 4,0%
Norwegen 42,9% 54,1% 1,7% 1,4%
Brasilien 46,0% 12,6% 1,7% 39,7%
Südafrika 24,1% 14,7% 1,6% 59,6%
Malta 55,5% 35,0% 1,4% 8,1%
Schweden 37,0% 60,4% 1,4% 1,2%
Niederland 51,0% 43,1% 1,2% 4,6%
Luxemburg 32,3% 64,6% 1,2% 1,9%
USA 39,0% 52,7% 1,1% 7,2%
Australien 29,5% 67,4% 1,0% 2,1%
Bosnien 59,6% 15,7% 1,0% 23,7%
Montenegro 46,7% 13,0% 0,9% 39,4%
Kanada 24,6% 61,2% 0,9% 13,4%
China 75,9% 16,2% 0,8% 7,2%
Mazedonien 50,6% 17,8% 0,6% 31,0%
Andorra 44,6% 52,2% 0,3% 2,9%
Japan 47,0% 50,4% 0,1% 2,5%
Indien 14,9% 0,9% 0,0% 84,2%
Israel 47,0% 49,0% 0,0% 4,0%
Südkorea 90,9% 8,8% 0,0% 0,3%
Monaco 16,5% 36,6% 0,0% 46,9%
Polen 55,1% 3,7% 0,0% 41,2%
Serbien 52,8% 8,1% 0,0% 39,1%

Zimmermann Depesche

Die Zimmermann-Depesche, auch Zimmermann-Telegramm genannt, ist ein verschlüsseltes Telegramm, das Arthur Zimmermann, der deutsche Staatssekretär des Auswärtigen Amts, am 19. Januar 1917 an den deutschen Gesandten in Mexiko sandte.

Wir beabsichtigen, am ersten Februar uneingeschränkten U-Boot-Krieg zu beginnen. Es wird versucht werden, Amerika trotzdem neutral zu halten. Für den Fall, dass dies nicht gelingen sollte, schlagen wir Mexiko auf folgender Grundlage Bündnis vor. Gemeinsame Kriegführung. Gemeinsamer Friedensschluss. Reichlich finanzielle Unterstützung und Einverständnis unsererseits, dass Mexiko in Texas, Neu Mexico, Arizona früher verlorenes Gebiet zurückerobert. Regelung im einzelnen Euer Hochwohlgeborenen überlassen. Euer Hochwohlgeborenen wollen Vorstehendes Präsidenten streng geheim eröffnen, sobald Kriegsausbruch mit Vereinigten Staaten feststeht, und Anregung hinzufügen, Japan von sich aus zu sofortigem Beitritt einzuladen und gleichzeitig zwischen uns und Japan zu vermitteln. Bitte Präsidenten darauf hinweisen, dass rücksichtslose Anwendung unserer U-Boote jetzt Aussicht bietet, England in wenigen Monaten zum Frieden zu zwingen. Empfang bestätigen.

Zimmermann

 

Whatdafuck – 120 Mitarbeiter bei der Lokalredaktion der WR

Das Thema Zeitungssterben und die Print-Krise schwirren mir schon lange durch den Kopf. Gestern stieß ich in diesem Zusammenhang auf den Blog absprung.wordpress.com, in dem eine Redakteurin der gerade in Auflösung befindlichen Lokalredaktion der Westfälischen Rundschau (WR) der WAZ Gruppe über ihre Gefühle angesichts der anstehenden Kündigung berichtet. Lesenswert, denn das Zeitungssterben bekommt dadurch eine individuelle Stimme.

26 Jahre hat sie bei der WAZ gearbeitet. Und sie stellt fest:

Fest angestellte Redakteure nagen nicht am Hungertuche, selbst mit einer 40%-Stelle noch nicht.

Sie ist eine von noch rund 120 Mitarbeitern, die nun ihre Jobs verlieren werden. Und 115.000 Exemplare soll die verkaufte Auflage der WR derzeit noch betragen.

Die WAZ Gruppe plant, die Zeitung weiter erscheinen zu lassen. Der Mantelteil der Zeitung kam eh schon immer aus der Zentrale, die lokalen Inhalte sollen dann von der “Westfalenpost” (ebenfalls WAZ), den “Ruhr Nachrichten” (Medienhaus Lensing), vom “Hellweger Anzeiger” (Graphische Betriebe F. W. Rubens KG) und von Redaktionen des Märkischen Zeitungsverlages (gehört Ippen, u.a. Lüdenscheider Zeitung) geliefert werden.

Ob das auf Dauer funktioniert und ob die Westfälische Rundschau so ihr eigenes lokales Profil wahren kann, wage ich ehrlich zu bezweifeln.

Auf der anderen Seite ist aber auch klar, dass 120 Mitarbeiter in einer Lokalredaktion viel sind. Es sind sogar verdammt viele. Whatdafuck, sagen wir klar: Es sind zu viele.

Ein Wunder, dass überhaupt so lange beim Geldverbrennen zugesehen wurde. Immerhin 50 Millionen Euro sollen in den letzten Jahren verbrannt worden sein. Und das ist schade. Denn hätte man früher die Reißleine gezogen, hätte es vielleicht keine Totalauflösung der Lokalredaktion geben müssen.

Wenn schon der Mantelteil und Backoffice Funktionen zentral geleistet werden, dürfte man im vorliegenden Fall mit einem guten großen Dutzend gut ausgebildeter, gut ausgestatteter und – ganz wichtig – gut bezahlter Journalisten den Lokalteil der WR qualitativ und mit eigenem Profil weiterleben lassen. Dazu noch ein paar freie und “Leserreporter”, die auch aus den kleinsten Orten im Verbreitungsgebiet berichten und die WR könnte auf Dauer als heimatnahe Zeitung überleben.

Sicher, so ein Konzept ist etwas anderes als die gute alte Zeitungswelt, in der die eingangs erwähnte Blogschreiberin groß wurde. Aber gerade Print mit lokaler Ausrichtung muss heute andere Wege gehen. Das mag man nun gut finden oder nicht, aber die normative Kraft des Faktischen zwingt dazu.

Und die Zeitungen sollten sich diesen Herausforderungen stellen und dem Mut zum Wandel stellen, bevor es zu spät ist.

Blogempfehlung: absprung.wordpress.com

Print hat es derzeit hierzulande nicht leicht. Aus für die FTD, die FR und jetzt schließt die WAZ die Lokalredaktion Westfälischen Rundschau.

Die Kündigung für 120 Mitarbeiter, aber die WR soll weiter erscheinen. Einerseits frage ich mich, wie es funktionieren soll, eine gute Lokalzeitung über eine Zentralredaktion und Partnerredaktionen mit Inhalten zu beliefern. Andererseits frage ich mich aber auch, warum bisher 120 Menschen für eine defizitäre Zeitung arbeiten mussten und ob man nicht durch einen kleineren Aderlass das völlige Ausbluten nicht hätte verhindern können. Zu spät.

Jedenfalls stehen dahinter 120 Schicksale. Und eine Redakteurin bloggt jetzt darüber: “absprung.wordpress.com -Aufstehen, Krone zurechtrücken, weiter laufen. Ein Leben nach der Westfälischen Rundschau”.

Und plötzlich hat das Zeitungssterben ein Gesicht.

facebook VOIP – ein weiterer Schritt zum facebook Phone

facebook arbeitet fleissig daran, VOIP Telefonie in seine mobilen Dienste zu integrieren.

So beherrscht der facebook Messenger in Kanada bereits den Versand von VOIP Nachrichten, jetzt wird das Feature auch für die iOS App in den USA ausgerollt, wie t3n berichtet. Dort finden Sie auch eine genauere Beschreibung des facebook VOIP Nachrichtendienstes.

Viele hatten ja beim facebook Event am 15. Januar ein facebook Smartphone oder zumindest mehr mobile Dienste erwartet, doch letztere kommen wie man sieht ohnehin und ohne viel Tamtam. Auch wenn es viele und auch die Börse verkannt haben: Graph Search ist schon kurzfristig ein genialer Schachzug von facebook und langfristig ist davon noch viel mehr zu erwarten.

facebook arbeitet stetig an einem wachsenden Ökosystem, das irgendwann einmal zu einem eigenen facebook Phone (OS) führen kann – oder über entsprechende Apps aus jedem Smartphone ein facebook Phone machen kann.

Social Search vs. Web Search?

Surprisefacebook bringt jetzt Graph Search, eine sematische Suchfunktion innerhalb des Netzwerks, die man durchaus als “Social Search” bezeichnen kann. Persönlich halte ich Graph Search für einen genialen Schachzug facebooks, der der Plattform in mannigfaltiger Hinsicht nützt.

In diesem Zusammenhang ergeben sich derzeit interessante Diskussionen rund um das Verhältnis von Social Search und Websearch. Sind es zwei ganz unterschiedliche Bereiche, die auch in Zukunft getrennt bleiben werden? Oder werden – und sollen – Social Search und Websearch zusammenwachsen?

facebook sieht derzeit beide Bereiche getrennt:

Graph Search and web search are very different. Web search is designed to take a set of keywords (for example: “hip hop”) and provide the best possible results that match those keywords. With Graph Search you combine phrases (for example: “my friends in New York who like Jay-Z”) to get that set of people, places, photos or other content that’s been shared on Facebook. We believe they have very different uses.
Quelle: facebook

Das ist zunächst richtig und es ist nicht verwunderlich, dass sich facebook momentan auf diesen Standpunkt stellt – eben weil man bald die wahrscheinlich beste soziale Suche im Netz hat. Das gilt zumindest dann, wenn der Nutzer selbst und sein Umfeld auf facebook auch aktiv sind.

Bei Google ist eine sind Verbindungen von Websearch und Social Search insoweit schon Realität, als dass “soziale Signale” in die Rankings auf den SERPs (Search Engine Result Pages) einfließen. Wie viele Likes hat eine Seite? Wie oft wurde sie getwittert? Hat jemand sie “plusoned”? Wie ist die Location bewertet? Das sind freilich nur einige Ranking-Faktoren unter vielen anderen. Google ist dann auch tatsächlich einmal weitergegangen und hat kurze Zeit Google+ Ergebnisse der eigenen Kreise hoch gerankt bei den Suchergebnissen angezeigt. Das Ergebnis war so katastrophal, dass es in dieser Form schnell aufgegeben wurde.

Auch Bing streut in seiner US-Version Ergebnisse aus sozialen Netzwerken ein, was dann eine Vermischung von Websuche und sozialer Suche ist. Optimal ist das freilich ebenfalls nicht.

Der Punkt aus meiner Sicht: Die klassische gelernte Keywordsuche und soziale Suche passen nicht zusammen.

Ein sinnvolles Zusammenwachsen von Social Search und (klassischer) Web Search wird erst auf der Grundlage von semantischer Suche gut funktionieren. Denn anhand eines einzelnen Keywords kann die Suchmaschine nur in wenigen Fällen erkennen, worum es mir gerade wirklich geht.

Bleiben wir bei facebooks obigem Hip Hop Beispiel. Wenn ich bei einer allgemeinen Suchmaschine (in Deutschland also Google…) nur nach Hip Hop suche, erwarte ich eben eine Definition des Begriffs, Webseiten zum Thema und entsprechende Künstler/Alben. Punkt.

Wenn ich hingegen Freunde suche, die gerne Hip Hop hören, würde ich naheliegenderweise nach “Freunde, die Hip Hop mögen” suchen. Oder ich suche nach “Menschen, aus Bonn die Hip Hop Fans sind”. Huch, das hört sich ja verdammt nach Graph Search an.

Übrigens erwarte ich dann auch, dass die Suchmaschine so intelligent ist, dass bei dieser Suche auch Freunde angezeigt werden, die z.B. Fan von Gnarls Barkley und Deichkind sind, Songs von Cali Swag District und Da Bush Babees bei Spotify hören und etwas über Wurzel 5 geschrieben haben. Das nur am Rande, bedeutet aber auch viel Arbeit für die Betreiber von Suchmaschinen.

Gut, mein Beispiel bewegte sich jetzt eher im Umfeld der Personensuche, ist aber auch in anderen Bereichen nicht anders:

  • “Italienische Küche” – “Italienische Restaurants in Berlin, die Menschen gefallen, die oft in Italien sind.”
  • “Politische Blogs” – “Blogs, die Lesern gefallen, die den Grünen nahestehen”
  • “Zahnarzt München” – “Zahnärzte in München, zu denen meinen Freunde gehen”

Je nach gestellter Suchanfrage werden mir eben vorzugsweise “objektive” oder “soziale” Ergebnisse angezeigt.

Natürlich bedingt dies nicht nur eine Änderung der Suchmaschinen, sondern auch der Art und Weise, wie wir suchen. Da diese Art der Fragestellung aber unserer natürlichen Sprache nahe kommt, sehe ich darin kein Problem. Ganz im Gegenteil.

Während derzeit also “Web Search” und “Social Search” noch Gegensätze sind, werden diese durch semantische Suche zusammenwachsen.

Bild: (c) Allposters

Graph Search – facebooks genialster Schachzug

Eine Suche. Das war es also, was bei facebooks im Vorfeld geheimnisumwitterten Event am 15. Januar 2013 vorgestellt wurde. Alle, die ein Smartphone erwartet haben, wurden enttäuscht. Insbesondere die Börse strafte facebook dafür ab.

Ein facebook Smartphone!? Bitches, please.

Noch wäre es viel zu früh für facebook, ein eigenes Smartphone oder – wahrscheinlicher – ein Smartphone OS zu bringen. Warum? facebooks “Ökosystem” ist momentan noch nicht umfassend genug, eine eigene mobile Gesamtlösung zu rechtfertigen. Aber facebook ist auf dem Weg dazu, dieses Ökosystem aufzubauen. Schneller und konsequenter, als dies den meisten Beobachtern (und der Börse) gewahr sein dürfte. Erwähnt werden soll z.B. die VOIP Funktion im neuen Messenger, die in Kanada schon ausgerollt wurde. Und jetzt die eben die Suche.

Graph Search ist mithin ein zentraler Baustein dieser Strategie und dürfte facebook in vielfacher Hinsicht verändern. Vorstellen möchte ich facebooks soziale Suchfunktion jetzt nicht im Detail. Wer sich hier kundig machen will, kann dies direkt in facebooks Newsroom tun.

Was bedeutet Graph Search jetzt aber in der Praxis für facebook?

Zunächst einmal hat eine vernünftige Suche innerhalb facebooks schon immer gefehlt. Schon die Suche nach bestimmten Personen, Seiten oder Orten ist schwierig. Fast unmöglich ist die Suche nach Inhalten, die auf facebook bereitgestellt werden. Allein schon, dass das jetzt möglich sein wird, ist eine deutliche Verbesserung der Usability.

Eine Suche nach Inhalten war darüber hinaus faktisch unmöglich – wie oft habe ich mich dran erinnert, dass ich einmal etwas interessante geposted habe, konnte das aber nicht mehr finden. Ganz zu schweigen von der Suche nach Inhalten Dritter. Sofern diese Suche wirklich funktionier, ist dies ein Quantensprung für facebook.

Die Facebook Suche ist zudem eine soziale Suche, die nah an der natürlichen Sprache und an den Verbindungen der Menschen untereinander liegt. Facebook demonstrierte bei der Vorstellung Suchanfragen, die auf Deutsch etwa so lauten würde:

  • Welche Bilder von Freunden gefallen mir.
  • Zeige mir Freunde aus Köln, die gerne Radfahren.
  • Was sind die Lieblingsbücher meiner Freunde?
  • Welch Freund meiner Freunde sind männlich und Single?
  • Wer heißt mit Vornamen Christina, kennt Stefan und hat in Bonn studiert?

Facebook hat hier schon einen riesigen Schatz an Daten, der mittels Graph Search erstmals gehoben und nutzbar wird. Wer jetzt bei diesen obigen Suchbeispielen mit der Privatsphäre kommt: Laut Zuckerberg soll genau darauf geachtet werden, dass nur die Inhalte verwendet, die man freigegeben hat. Und vor der Einführung von Graph Search sollen die Nutzer die Möglichkeit erhalten, die Privatsphäre-Einstellungen für die jeweiligen Informationen neu festzulegen.

Ich bin mir sicher, dass einige Nutzer die Graph-Search Einführung zum Anlass nehmen werden, mehr Informationen über sich einzugeben. Lieblingsvereine, Filme, Bücher, Sportarten und andere Vorlieben: endlich macht es Sinn, diese Informationen bei facebook einzugeben.

Aber noch eine andere Gruppe wird aktiver werden: Unternehmen, Stars, Institutionen. Verschwanden Status-Updates bisher im Dickicht und der Vergänglichkeit des Feeds, können diese jetzt gefunden werden. Und auch sonst macht es jetzt mehr Sinn, auf facebook präsent zu sein:

  • Zeige mir Zahnärzte, die meinen Freunden gefallen.
  • Welche italienischen Restaurants gefallen meinen italienischen Freunden.
  • Zeige mir Möbelhäuser, die Innenarchitekten gefallen.

Diese beispielhaften Suchanfragen zeigen, welches Potential für Unternehmen jetzt in facebook steckt. Und das wird zu höherer Aktivtäten derselben führen. Dies wiederum wird auch mehr Interaktion und Bewertungen seitens der User in Hinblick auf Unternehmensseiten bringen. Und damit wird facebook zu einer größeren Konkurrenz für Check-In-Dienste wie foursquare oder klassische Bewertungsplattformen wie hierzulande Qype, das inzwischen zu Yelp gehört.

Für Suchanfragen, die nicht mittels der Graph Search beantwortet werden können, soll dann Microsofts Bing herangezogen werden, was die Haltezeit auf der Plattform weiter erhöhen wird.

Und mit all dem verschafft facebook sich zudem unmittelbar neue Möglichkeiten, mehr Werbeumsätze zu erreichen.

Auch Google ist übrigens im Bereich der sozialen Suche aktiv und hat eine Zeit lang sehr massiv Inhalte aus Google+ auf den SERPs präsentiert – das Ergebnis war eine mittlere Katastrophe, was Qualität und Relevanz der Ergebnisse anging, so dass hier auch sehr schnell zurückgerudert wurde. Social Search und Websuche sind eben zwei recht unterschiedliche Dinge. Dieses Zitat bringt es mE ziemlich gut auf den Punkt:

Graph Search and web search are very different. Web search is designed to take a set of keywords (for example: “hip hop”) and provide the best possible results that match those keywords. With Graph Search you combine phrases (for example: “my friends in New York who like Jay-Z”) to get that set of people, places, photos or other content that’s been shared on Facebook. We believe they have very different uses.
Quelle: facebook

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Mit Graph Search baut facebook seine Plattform entscheidend weiter aus und hat so gute Chancen, die Aktivität von Nutzern und Unternehmen auf der Plattform weiter zu steigern. Insoweit gilt:

keep-calm-and-query-on

facebook: es ist Graph-Search – und Bing

Nachdem in den letzten Tagen viel spekuliert wurde, was facebook heute vorstellen wird, ist die Katze aus dem Sack:

Graph Search.

Das ist so etwas wie eine facebook interne Suchmaschine, mit der man den Social Graph seiner Kontakte durchsuchen kann. Und diese Funktion ist auch bitter nötig. Denn wie oft erinnert man sich daran, dass jemand mal ein bestimmtes Foto geposted hat, findet es aber im facebook Dickicht nicht wieder. Mit Graph Search kann man sich dann zukünftig z.B. alle Bilder suchen lassen, die bestimmte Freunde in einem bestimmten Zeitraum veröffentlicht haben.

Eine Stärke von Graph Search scheint zu sein, dass man mehr oder weniger mit natürlicher Sprache suchen kann. Die Anfrage

People named Chris who are friends of Lars and went to Stanford

…liefert dann auch entsprechende Personen-Ergebnisse. Endlich hat facebook damit auch eine mächtige Personensuche integriert. Wie bei der Build-Veranstaltung gezeigt wird, eignet sich diese z.B. auch für potentielle Dating Suchen:

Friends of friends who are single men in San Francisco

Und ist man sich unsicher, welchen Film man sich bestellen soll, sucht man einfach nach

Movies my Friends like.

und sieht direkt die Lieblingsfilme seiner Freunde.

Weitere Beispiele:

  • Music liked by people who like Obama
  • Dentists liked by my friends.
  • Restaurants liked by my Indian friends.

facebook fängt damit an, seinen Datenschatz zu nutzen und auch für die Mitglieder sinnvoll brauchbar zu machen.

Mit der Einführung der Suche wird anscheinend auch am Design gearbeitet, insbesondere die obere blaue Statusleiste sieht anders aus und wird wohl GraphSearch pushen.

Bei Suchanfragen, die mit Graph Search nicht beantwortet werden können, wird Bing zum Einsatz kommen. Microsoft und facebook rücken damit noch näher zusammen.

Meiner ersten Einschätzung nach ist dieser Weg richtungsweisender und sinnvoller als das, was Google gerade beim Zusammenspiel von Google Search und Google+ probiert. Social Search und klassische Websuche sind eben zwei unterschiedliche Dinge.

Wenn Sie Graph Search schon in der Beta testen wollen, stellen Sie Ihre facebook-Spracheinstellungen auf Englisch (US) und gehen zu

https://www.facebook.com/about/graphsearch

dort können Sie sich auf eine Warteliste setzen, um Graph Search zu testen. Dort finden Sie dann auch weitere Informationen zu der neuen Funktion.

severint jetzt auch beim neuen mySpace

Wer hätte gedacht, dass ich jemals noch etwas über mySpace schreiben würde? Vor vielen Jahren war ich dort einmal angemeldet. Aber wann ich mich das letzte mal eingeloggt habe, ist mir nicht erinnerlich. Doch seit heute ist das neue mySpace online und ich wieder mit dabei: severint – über Connections freue ich mich.

Auf den ersten Blick macht der Relaunch einen guten Eindruck. Der Focus scheint nach wie vor auf Musik zu liegen, das Design ist modern und aufgeräumt und scheint deutlich von Microsofts ModernUI (Windows 8, Windows Phone) inspiriert zu sein. Hier einige Eindrücke:

Meine mySpace Startseite:

myspace-startseite

Besonders gut gelungen ist die Suche – schnell, instantisiert und übersichtlich:

myspace-suche

Gerade das Posten eines Status erinnert sehr an Microsofts Surface:

myspace-post

Alles an allem auf den ersten Blick ein sehr interessanter Ansatz.

Ob es Zufall ist, dass der öffentliche Launch gerade an dem Tag erfolgt, an dem facebook eine größere Produktankündigung plant? Jedenfalls könnte sich facebook beim neuen mySpace einige Scheiben abschneiden…

Eine Sache stört mich aber schon jetzt – ich suche immer ganz automatisch nach dem “Like Button”.