Das chinesische Knotenamulett

Die chinesische Knotenkunst wurde in den Tang und Sung Dynastien entwickelt (ca. 600- 1200 n. Chr.). Es begann als Volkskunst und wurde während der Ming und Qing Dynastien (1300-1912 n.Chr.) weiter verbreitet. Die Besonderheit der Knotentalismane ist, dass sie aus einem einzigen Strang gefertigt werden. Zu Beginn waren die Knoten für praktische Funktionen verwendet worden und entwickelten im Laufe der Zeit immer weitere Verwendungszwecke. So wurden sie etwa für Chronographie oder ritullen Schmuck verwendet. In der chinesischen Sprache bedeutet “Knoten” so viel wie Wiedervereinigung, Liebe, Heirat, Frieden oder Freundschaft. Knoten symboliesieren dort aber vor allem Glückwünsche aller Art. So sind sie ähnlich wie Gürtel ein häufiges Geschenk von Liebenden die eine lange Bindung miteinander wünschen.

Es gibt eine Reihe verschiedner Knotentypen. So gibt es zum Beispiel den ‘Yuanbao’ in der form traditioneller chinesischer Goldarbeiten, welcher dem Zuwachs von Reichtum einleiten soll. Es gibt auch praktische Anwendungen wie den Knopfknoten der die Funktion von Kleiderknöpfen übernimmt. Jeder dieser Knoten hat einen eigenen üngewöhnlichen Namen abgeleited aus seiner Funktion und Bedeutung. Die Materialien waren traditionell Wolle oder Baumwolle, inzwischen werden sie aber auch aus Nylon gefertigt. Die häufigste Farbe ist rot, Farbe des Glücks und Wohlstandes, auch zu finden in den mit Geld gefüllten roten Taschen die zum chinesischen neuen Jahr verschenkt werden. Die symetrischen Knoten formen einen wichtigen Teil der chinesischen Kulturgeschichte.

In der Vergangenheit waren die Knoten sehr eng gebunden und wurden zum Verpacken oder Zusammenbinden verwendet, was ihnen auch hohen praktischen Wert verlieh. Durch ihre komplizierten Strukturen verhalfen sie auch gleichzeitig zu hohem dekorativen Wert. Die Mehrzahl der traditionellen Knoten hat eine sehr symetrische Form in der die hohe Wertschötzung für Harmonie in der chinesischen Kultur zum Ausdruck kommt, was aber zugleich die Entwicklung neuer Formen und Muster in gewisser Weise limitiert. Da aber symetrische Formen dem ästehtischen Wesen der Chinesesen entspricht, wird diese Form auch heute größtenteils beibehalten.
Die Herstellung setzt sich aus dem Prozess des Knotens selbst, dem Anziehen und der Feinarbeit zusammen. Die Knotabriet ist generell vorgeschrieben und so ist es der Prozess des Anziehens und der Feinarbeit die den Wert der Arbeit im großen beeinflusst. Wichtig ist auch die größe der Schlingen (Ohren) und die Begradigung der Schnüre. Daher zeigt die Enge der Knoten häufig die Kunstfertigkeit mit der sie gebunden wurden. Die Feinarbeit beinhaltet das Einfügen von Perlen oder Jade und die Streckung des Knotens in besondere Formen. Mit Außname des ‘zwei-Münzen’ Knotens sind alle Knoten dreidimensional in ihrer Form. Sie bestehen aus zwei Flächen die mit einer lehren Mitte zusammengestezt werden. Dadurch behalten sie ihre Form noch nach Jahren und es bestehen mehr Möglichkeiten um die wertvollen Materialien wie Jade oder etwaige Halbedelsteine zur Geltung zu bringen.

Auch sind Einbindungen anderer chinesischer Symbole mit den Knotentalismanen möglich, so vor allem die chinesischen Sternzeichen mit ihren diversen Bedeutungen oder etwa Symbolen für Wohlstand wie dem Fisch. Mit dem wachsenden Einfluss des Christentums in China hat es auch andere Entwicklungen wie etwa die Einbindung des Knotentalismans als Weihnachtsbaumschmuck gegeben. Der Knotentalisman ist mit Sicherheit die häufigste Form des chinesischen Talismans und wird dort an jedem Touristenstand verkauft. Sollte man in China den Erwerb eines solchen Erinnerungsstückes wünschen ist es jedoch empfohlen die großen Touristenläden zu vermeiden und sich an einem der lokalen Märkte danach umzusehen, weil man dort hochwertigere Arbeiten zu einem günstigeren Preis erwerben kann.

Autor: Moritz Strittmatter, der das Blog hiergeist betreibt.

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