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Microsofts größter Fehler beim Kauf der Nokia Mobilsparte

Ich wollte es schon lange schreiben, aber aus gegebenem Anlass – Nokias here Navigation ist jetzt auch für Samsung Smartphones verfügbar – muss es jetzt mal raus:

Es war ein riesiger Fehler von Microsoft, nicht ganz Nokia zu übernehmen, sondern nur die mobile Gerätesparte.

Die kostenlose here offline Navigation war ein echtes Killer-Feature auf Windows Phone – doch diese Exklusivität ist jetzt leider weg. Weitere Probleme sehe ich in der Zukunft kommen, z.B. eigene Nokia Wearables oder auch die Lizensierung von Patenten (gerade im Kamerabereich) an andere Hersteller. Und irgendwann könnte Nokia sogar wieder Smartphones herausbringen…

Microsoft hat sich damit nur mehr Zeit gekauft, Nokia Geräte mit echtem Android zu verhindern. Für wenig mehr Geld hätte Ballmer das ganze Paket haben können.

Die Nokia Netzwerksparte hätte von MS in eine eigene Gesellschaft ausgelagert werden können, die offen für Beteiligungen strategischer Partner hätte sein können oder an die Börse gebracht worden wäre. Und das Patentpaket wäre so oder so ein Schatz in Microsofts Händen gewesen.

Wie auch immer – die die notwendige Akquisition wurde nur halbherzig durchgeführt und MS wird dafür einen Preis zahlen müssen.

Update 18.11.2014

Nokia hat mit dem Nokia N1 nun ein Android Tablet vorgestellt – auch wenn es sich nur um ein OEM Gerät handelt, auf dem das Nokia Label prangt. Ich denke, es ist nicht unwahrscheinlich, dass wir 2016 auch Android Smartphones mit Nokia Label sehen werden… Meine Einschätzung, dass die Art und Weise, wie Steve Ballmer die Nokia Akquisition durchgezogen hat, ein riesiger Fehler war, bestätigt sich weiter.

Die Frage bleibt, ob MSFT jetzt noch einmal Geld in die Hand nimmt, um den Fehler zu korrigieren. Doch ob die Finnen das nach den Massenentlassungen wollen, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Wie die Windows Erstinstallation verbessert werden könnte

Haben Sie in letzter Zeit mal einen PC mit Windows 8 installiert?

Ich so einige und ich kann Ihnen sagen, ätzende Sache, das. Denn bei den meisten PCs und Notebooks, die man kauft, ist ein uraltes Windows 8 drauf. Um es auf den aktuellsten Stand zu bringen, muss man erst einige hunderte MB Updates herunterladen – oft mehr als 100 – und dann im Store die Windows 8.1 Installation starten, die dann auch wieder einige Gigabyte umfasst. Wenn Sie keine ganz so schnelle Internetverbindung haben und Sie nicht permanent vor dem Rechner sitzen, kann es im Extremfall auch einen Tag oder mehr dauern, bis das System einsatzbereit auf dem aktuellsten Stand ist.

Was schön wäre – nimmt man einen Rechner das erste mal in Betrieb, kommt folgender Screen (wie er bei einem Lenovo Rechner aussehen könnte):

willkommen-pc

Das einfachste wäre, es würde einfach die Option angeboten, dass ein aktuelles Betriebssystem in einem Rutsch heruntergeladen wird – wäre einfacher, als die ewige Update-Einspielerei. Und daher wäre das auch die empfohlene Variante.

Wer hingegen gerade keine Internetverbindung hat, kann halt mit der vorinstallierten Version arbeiten – muss sich dann freilich später um die Updates kümmern.

Und für Experten sollte es die Option geben, ein “originales” MS Windows ohne Bloatware zu installieren (mein Traum).

Wer weiß, vielleicht wird das bei Windows 9 ja so laufen… wünschenswert wäre es jedenfalls.

Wer Nintendo jetzt kaufen sollte

Nintendo - Power Up300.000 Wii U Konsolen hat Nintendo im letzten Quartal verkauft. Seit dem Erscheinen Ende 2012 sind es insgesamt nur wenig mehr als 6 Millionen Einheiten über den Ladentisch gegangen. Die Verkäufe der mobilen Konsolen sind ebenfalls rückläufig und echte mutige Innovationen für die Zukunft sind nicht abzusehen: Die Idee, Mario Kart auf die Wii U zu bringen, dürfte nicht ausreichen, deren Verkäufe hinreichend anzukurbeln. Die Konsolen für Emerging Markets sind noch Zukunftsmusik und versprechen nur geringe Margen. Der Plan, mehr Fitnessgeräte zu entwickeln, ist ebenfalls noch vage – einmal ganz davon abgesehen, dass dieser Markt ziemlich überlaufen sein wird.

Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Nintendo aus eigener Kraft mit dieser Strategie in absehbarer Zeit auf die Füße kommt und auf kurz oder lang zeichnet sich ab, dass Nintendo den Sega Weg gehen muss und nur noch Spiele für andere Plattformen liefern wird. Und das wäre schade.

Ein natürlicher Partner für Nintendo wäre in der Tat Microsoft. Ob eine Komplettübernahme, ein gemeinsame neue Tochtergesellschaft Xbox Corporation (die dann irgendwann mal an die Börse könnte) oder einfach ein strategisches Investment seitens Microsoft in Nintendo.

Die derzeitigen Nintendo Konsolen werden langsam aus dem Markt gezogen, populäre Spiele auf die Xbox 360 und Xbox One transferiert. Technisch möglich dürfte sogar ein Wii Simulator zumindest auf der One Konsole sein.

Neue Games mit Mario, Luigi, der Prinzessin und wie sie alle heißen kommen nicht nur für die Konsolen sondern auch für Windows, Windows Tablets und Windows Phone. Gerade in Japan könnte das helfen, gerade Windows Phone auf die Beine zu bringen, dass dort derzeit keine Rolle spielt. Windows Tablets sind dort hingegen mit derzeit 15% Marktanteil schon ziemlich erfolgreich – nicht zuletzt wegen eines Flash Spiels.

Dazu könnte die Innovationskraft in neue Xbox Produkte einfließen. Ob ein Xbox Balanceboard oder spezielle Gaming Phones und Tablets mit MS Betriebssystemen im neuen Xbox/Nintendo Look. Beste Voraussetzungen dafür, nicht nur in Japan erfolgreich zu sein. Microsoft würde seine Gaming und Entertainment Sparte massiv aufwerten und der Geist von Nintendo würde überleben.

Dass der Firmensitz von Nintendo of America ohnehin schon in Redmond ist, kann dabei nicht schaden und würde eine Übernahme vereinfachen.

Bild: (c) Allposters