Meine Erfahrungen mit dem Fitbit Alta – der Tracker für den Alltag

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10.000 Schritte am Tag – Tracker helfen

Die meisten von uns bewegen sich viel zu wenig. Insbesondere die 10.000 Schritte am Tag, die man laut zahlreicher Empfehlungen täglich gehen sollte, schaffen die wenigsten von uns. Die beste Methode, dieses Ziel zu messen – und sich zu, motivieren es zu erreichen – ist ein Fitnesstracker, von denen es inzwischen ja dutzenden wenn nicht 100e, Modelle gibt.

Heute möchte ich kurz über meine Erfahrungen mit dem Fitbit Alta berichten, den ich nun seit etwas über einem halben Jahr im Dauereinsatz habe und der meinen Fitbit Charge abgelöst hat.

Der Fitbit Alta Tracker – Fitnessaufzeichnung mit Stil

Der Alta ist kein Nachfolger des Charge sondern ein ganz neues Modell, das eine andere Zielgruppe anspricht: den modebewussten Nutzer, dem es wichtig ist, in Bewegung zu bleiben und bewusster zu leben.

Deutlich wird das schon am Design: der Charge sieht mit seinem in silbernem Metall (chirurgischer Edelstahl) „Technik-Modul“, dem großen nachtschwarzen OLED Display und den wechselbaren Armbändern einfach gut aus. Ich habe mich für die Version mit dem dunkelblauen original-Armband von Fitbit entschieden. Die Grundvariante ist auch noch in schwarz, pflaume, türkis und lila; alle Varianten sind in zwei Größen (S und L) erhältlich. Für Frauen dürfte in der Regel die kleinere Variante passen, für Männer die größere.

Wer etwas anderes als den Standard will, kann aus zahlreichen Armbändern von Fitbit selbst und auch Drittherstellern wählen, die es in vielen Farben und Materialien gibt, so auch in Leder und auch Metall. So kann man den Look des Trackers auch an sein jeweiliges Outfit anpassen. Für alle, die es ganz besonders edel mögen: es gibt auch noch eine Special Edition, bei der das Hauptteil mit echtem Gold vergoldet ist.

Doch schon in der Standardversion macht das Armband eine gute Figur zu Anzug, Kostüm, Alltagskleidung und natürlich Sportoutfit.

Nicht nur die Optik überzeugt, auch Verarbeitung und Haptik sind hervorragend gelungen. Der Alta ist deutlich besser gebaut als die ersten Fitbit Modelle. Er trägt sich angenehm, im sechsmonatigen Alltagseinsatz hat er sich nicht gelöst und sogar der Kontakt der Glasfront mit einer Backsteinwand blieb ohne Kratzer.

Der Alta ist damit ganz klar ein Gadget, das jeden Tag rund um die Uhr getragen werden will und getragen werden kann.

Alle Basisfunktionen an Bord

Ihn rund um die Uhr zu tragen ist auch empfehlenswert, zählt der Alta doch nicht nur die Schritte sondern erkennt auch Aktivitäten wie z.B. Joggen oder auch Radfahren und zeichnet aufgrund der Bewegungsdaten die Schlafqualität auf. Dazu zeigt er einem auch die Uhrzeit an und signalisiert einem auf Wunsch Anrufe, SMS und Termine. Dem kommt entgegen, dass der Akku in der Praxis rund 5 Tage durchhält und in weniger als zwei Stunden wieder aufgeladen ist.

Komfortable Installation

Aufgeladen wird mit einem proprietären Ladekabel (bei fast jedem Fitbit Modell leider ein anderes), währenddessen man mit der Erstinstallation beginnen kann. Dabei richtet man sich nicht nur einen Fitbit Account an, sondern auch die entsprechenden Apps, die es u.a. für Web, Windows Desktop, Windows Phone, Windows 10 UWP, iOS, Android und Mac OS X gibt. Besonders den Support mobiler Windows Versionen möchte ich hervorheben, da der nicht immer selbstverständlich ist. Bestehende Accounts kann man natürlich übernehmen, so ist z.B. der Wechsel von der Charge zur Alta ohne Datenverluste möglich.

Die Qualität der Fitbit Apps ist sehr gut, wobei die Android und die Windows Version etwas hinter iOS zurückbleiben, aber das kennt man ja. Unter Windows sind auch die Anleitungen zu Workouts noch nicht verfügbar, sollen aber in Zukunft kommen.

Während der Installation gibt man u.a. seine Schrittlänge an, damit nicht nur die gelaufenen Schritte sondern auch die entsprechenden Entfernungen gemessen werden können. Ebenso auch Geschlecht, Gewicht und Körpergröße, damit die Berechnung der verbrannten Kalorien möglich wird.

Ist alles eingerichtet, kann man direkt loslaufen – die Synchronisation der Daten läuft dann entweder laufend über das Smartphone (iOS, Windows, Android) oder über den stationären Rechner, für den ein spezielles USB Bluetooth Dongle mitgeliefert wird. Das ist einerseits praktisch, wenn der PC/Mac kein Bluetooth hat, andererseits ärgerlich, wenn es an sich an Bord wäre – man belegt einen der USB Ports. Es kursieren im Netz zwar diverse Anleitungen, wie man auch ohne dieses Dongle mit dem PC synchronisieren kann, diese sind aber teilweise etwas frickelig. Das ist aber auch schon einer der wenigen Kritikpunkte. Synchronisieren muss man übrigens nur alle sieben Tage –  die Zahl der Schritte wird solange im Tracker gespeichert.

Die Messung der erstiegenen Treppen ist bei der Alta anders als bei der Charge nicht vorgesehen, was ich am Anfang schade fand. Da die gelaufenen Treppenstufen aber als Schritte gezählt werden, kann man auf diese Funktion letztlich auch verzichten.

Das Alta Armband in der Praxis

Das Display ist im Alltagseinsatz übrigens dunkel; hebt man den Arm an oder tippt drauf, wird einem die Uhrzeit angezeigt, wobei man hier über die App verschiedene Layouts wählen kann. Wenn man damit leben kann, dass die Zeit nicht permanent angezeigt wird, braucht mithin auch keine normale Uhr mehr. Alledings ist bei starkem Sonnenlicht das OLED Display nicht ganz so gut ablesbar, hier muss man ggf. den richtigen Blickwinkel finden. Bei normalen Sichtverhältnissen bietet es aber ein sehr klares Bild.

Natürlich kann der Tracker noch mehr, mit jedem weiteren Tippen aufs Display werden dann weitere Informationen angezeigt:

  • Zahl der gelaufenen Schritte
  • zurückgelegte Strecke
  • Verbrannte kcal
  • Aktive Minuten
  • ggf. eingestellte Wecker

Die Schrittmessung funktioniert wie bei Fitbit gewohnt sehr zuverlässig. Klar es kann immer mal vorkommen, dass beim heftigen gestikulieren ein Schritt zu viel gezählt wird, aber das hält sich sehr im Rahmen. Unterm Strich hat man ein sehr zuverlässiges Ergebnis. Tipp in den Einstellungen kann man wählen, wie empfindlich die Erkennung sein soll und welches der „aktive“ Arm ist – besonders für Linkshänder ist das relevant.

An sich verrichtet die Fitbit ihren Dienst im Hintergrund also zuverlässig und unauffällig, kann aber auch anders: Man kann Bewegungserinnerungen aktivieren. Ziel dabei ist es, jede Stunde mindestens 250 Schritte zu gehen, wobei man den Zeitraum, in dem diese erfolgen sollen, wählen kann. Ich habe mich für 8h bis 20h entschieden. Hat man die 250 Schritte in einer Stunde dann nicht erreicht, meldet sich die Fitbit mit einer entsprechenden Erinnerung, dass man doch nun einige Schritte machen sollte. Wahlweise kann man im Display bei der Uhrzeitanzeige auch anzeigen lassen, wieviel man von diesem Schrittziel schon erreicht hat – z.B. in Form einer wachsenden Pflanze. Die Bewegungserinnerungen sind ein besonders sinnvolles Feature, besonders für den typischen Büromenschen.

Daneben kann man ein Schrittziel vorgeben werden, wobei der Standard auf die empfohlenen 10.000 Schritte am Tag eingestellt ist. Hat man das Ziel erreicht, gratuliert der Tracker einem.

Besonders aktive Zeiten werden vom Alta automatisch erkannt. Beim Joggen, zügigen Wandern, Fußballspielen, Tennis und typischen Workouts funktioniert das sehr gut, beim Fahrradfahren dauert es manchmal ein bisschen, bis die Aktivität erkannt wird. Anders als beim Charge gibt es keinen Knopf, mit dem man den Beginn einer Aktivität starten kann.

Duschen ist übrigens mit dem Alta möglich, wobei ich ihn dabei persönlich ablege. Fürs schwimmen ist er nicht geeignet, hier kann man z.B. auf den Fitbit Flex 2 zurückgreifen.

Eine Übersicht aller Aktivitäten findet sich dann in den Apps; dort sieht man dann auch das Schlaf-Tracking, bei dem einem angezeigt wird, wann man z.B. aufgewacht oder ruhelos war. Immer noch muss ich leider feststellen, dass ich viel zu wenig schlafe… Die Apps bieten ohnehin noch viel mehr rund um die Gesundheit, z.B. kann man aufzeichnen, ob man genug trinkt, was man isst oder sich Fitnesstips geben lassen. Fitbit will damit die Zentrale rund um Fitness, Gesundheit und Abnehmen sein. Die Bewegungsdaten lassen sich aber auch an andere Fitness-Apps übergeben.

In den Apps findet man noch weitere Einstellungen. So z.B. das Stellen des Weckers. Das Armband meldet sich dann zur vorgegeben Zeit mit optischem Signal und einer Vibration, von der ich zumindest sehr gut wach werde. Andere kriegen davon nichts oder nur wenig mit. Schade: die Weckfunktion ist nicht smart und erkennt daher nicht, ob gerade ein günstiges Aufstehzeitfenster ist, wie dies einige andere Bänder können. Diese Funktion ließe sich vielleicht per Update nachreichen.

Skeptisch war ich bei Benachrichtigungen von Anrufen, SMS und Terminen auf dem Tracker. Inzwischen möchte ich diese inzwischen aber nicht mehr. Leider funktioniert das derzeit nur mit iOS und Android, Windows unterstützt den benötigten Bluetooth Stack noch nicht.

Mein Fazit – für wen passt der Fitbit Alta?

Wie schon bei meinem alten Charge Armband gilt: ich möchte den Alta nicht mehr missen. Er ersetzt einerseits meine Uhr und motiviert mich andererseits, mich endlich mehr zu bewegen. Ambitioniertere Sportler werden die Herzfrequenzmessung vermissen, die aber für mich persönlich nicht so wichtig ist.

Der Alta Tracker richtet sich damit an Nutzer, die sich einfach mehr bewegen wollen, die gelegentlich Sport treiben und denen das Design ihres Trackers nicht egal ist.

Wo kaufen? Und ein wichtiges Zubehör

Den Fitbit Alta gibt es z.B. hier bei Amazon, dort findet man auch die zusätzlichen Armbänder.

Ich empfehle übrigens den Kauf eines zweiten Ladekabels, so dass man im Zweifel eines für Büro und zuhause hat – da hier ein proprietärer Anschluss zum Einsatz kommt, kann man nicht einfach ein anderes USB oder Fitbit Kabel anschließen.

 

Can the iPad Pro replace my laptop? The decision.

So, two weeks are almost over and my time to return the iPad Pro is ending. The question, whether I am going to keep the iPad, has now to be answered.

My answer is no, I am returning the iPad. I would very much like to keep it but it does not fulfill my needs entirely. It is almost there, but not quite.

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However, I am going to miss A LOT of things, no matter what other device I am getting afterwards. The display is simply stunning and I have never seen a device with such a great screen. Not only are the colors very accurate and the contrast extremely high, but also is TrueTone a feature that I do not want to miss anymore. Well, I will have to, of course. The display adjusting to the temperature of the light of the environment is so convenient and it makes starring at the display so much better. I had a few late night working sessions where I typed some documents. I still know how tired my eyes became on my old computer. Not so with the iPad. The screen is a joy to look at and it is great for your eyes.
The “couch surfing ability” is probably the best in its league. With its light and slim design the iPad is a pleasure to hold and its screen size is the perfect mix of productivity and portability. Being productive on 10 inches works as great as doing leisure stuff. And whoever now wonders, how one can be productive with 10 inches, to those I can say that it is iOS that makes this possible.

iOS is a very easy to use OS but the way things work is simply intuitive and logical. It is VERY different to Windows and it takes getting used to. However, once you learned how to use iOS, it just flies. Oh, and of course the performance, that flies too. Everything opens instantly, even 4K video rendering or playing GTA San Andreas make the device barely warm and the battery drops only a few percentages. The iPad Pro is a simply efficient and very well performing device. Yes, it can compete with an expensive laptop in that matter and I’d say that in terms of system performance, it even beats most.

Last but not least I am going to miss the apps. I am really not an app guy who installs a lot of them. That’s why 32gb are still enough for my needing. It is just that the apps are so high quality and beautiful that it is a pleasure to use them. Also it makes consuming stuff a lot more fun.

How the iPad works together with my iPhone is magical (to use Apple’s word). This is simply comfortable and innovative. More than that, it makes working actually fun and very efficient.

And the battery… Oh gosh the battery is so amazing.

Why am I returning it then? The answer is Microsoft Office. Sure, I could simply use a different software, but let’s face it: if you need compatibility, Office is the way to go, and you never know when you need that compatibility. But it is not Office itself, it is the small things. I have created some longer documents on the iPad without bigger issues and they look very nice. However, “without bigger issues” still means that there were some smaller ones. I do not mean that one needs to create tables in Excel, then copy them into Word to have a complex table in a word document. That is just a different way, a different workflow that one gets used to. I do mean that once the table is pasted, it cannot be edited and formatted, only filled with data. Worse, it cannot be resized.

Pictures can be added and formatted with no problems. However, they cannot be positioned with the help of a grid. Therefore they cannot be aligned perfectly to the left, center or right. Also it does not seem to be possible to change the background of a document.

Palm detection works great in every app expect OneNote, where I need it the most.

It is those small things.

It is a pity, really, because those are little things that might be patched in the future. But might is not what I want from a device that I will need for university. Also I cannot be a hundred percent certain that the device will be compatible with everything once I start studying.

It is this very lack of certainty that makes me return the iPad. Probably Office will be updated, and my issues will no longer be existent. Probably the iPad will be compatible with everything that I will be confronted with in university. It is just that probably is a word that I do not want to have to call a device that I need to rely on this badly.
If I am getting a Surface afterwards I will miss so much stuff. So much, that in that case I do not want the Surface, I need it. Having to say that is actually quite a huge compliment to the iPad Pro.

Also, I meant it when I said that the iPad will never ever replace your computer, but it might make you overthink whether you really need one. If you are an average user who needs to do some normal productivity stuff and who also wants to have a device for leisure things, the iPad Pro is for you. It will show you that you do not need a computer. I am very sure about that.

However, once one needs a little bit more than that, the iPad can no longer fulfill all needs. IOS is just too closed of a system – but one will miss out a lot of the things that only the iPad has to offer, especially if you have another iOS or macOS device.
Let’s just summarize it that way: the iPad Pro is the device you want and need if you need basic productivity only. No other device is that good at being a tablet and a computer at the same time, not even the Surface.

However, once you need a little more, the iPad Pro is only the device you want, no longer the one you need. It is a pleasure to use the iPad Pro and it does a lot of things very well, but the closed nature of iOS limits it too much. Therefore the iPad can be a great addition to your existing setup for sure, but it can no longer be your main device.

In my case I am probably getting a Surface later this year. I no longer want the Surface, I need it. The alternative would be to get a normal PC next to the iPad but if you read the first part of that “review” then you know that this is not what I want.

Farewell, my lovely iPad, you will be missed.

Wie geht es weiter mit Windows auf Smartphones? Und lohnt es sich derzeit, eins zu kaufen?

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Hinweis: 12. September 2016 – ich habe einen neuen etwas kompakteren Artikel erstellt, der sich damit befasst, ob man beim Lumia Ausverkauf zuschlagen sollte. Diesen finden Sie hier.

Die Abgesänge auf Windows Phone

In den Medien häufen sich die Abgesänge auf Windows Phone. Viele langjährige Nutzer springen von der Plattform ab und wandern zu iOS oder Android. Und so fragen sich viele auch treue Fans, ob es sich noch lohnt, ein „Windows Phone“ zu kaufen und wie es z.B. mit den Lumia Geräten weitergeht.

Ich möchte dies zum Anlass nehmen, einen kurzen Blick auf den aktuellen Smartphone Markt zu werfen, den Status Quo des mobilen Windows darzustellen, ein bisschen über die Zukunft spekulieren und ganz am Ende eine konkrete Empfehlung abzugeben. Wem der Hauptteil zu theoretisch ist: einfach ganz nach unten scrollen.

Was ist los auf dem Smartphone Markt?

Zunächst kurz zum Stand bei den Smartphone Betriebssystemen.

Am bekanntesten ist sicher immer noch iOS, das auf den diversen iPhone Modellen von Apple läuft – und sonst nirgends. Diese haben alle eines gemeinsam: sie sind vergleichsweise hochpreisig für das, was Sie bieten. Ansonsten ist iOS ein sicheres Betriebssystem mit sehr guter App-Versorgung und Qualität, das allerdings in einigen Bereichen ein bisschen altmodisch wirkt. Das iPhone war einst das marktbeherrschende Smartphone, doch ist inzwischen in fast allen Märkten mit meist sehr deutlichem Abstand auf den zweiten Platz abgerutscht.

Marktbeherrschend ist jetzt Googles Android. Vornehmlich durch Billiggeräte um die 100 Euro getrieben – aber auch durch die Flaggschiffe von Samsung, LG, HTC und vermehrt Geräten chinesischer Hersteller wie Xiaomi, Huawei oder ZTE, die Oberklasse-Daten zum Mittelklasse-Preis bieten. Android hat eine sehr gute App-Versorgung, teils sehr gute Apps im Store aber auch viel Crapware und es kommt immer mal wieder zu Problemen mit der Sicherheit.

Dann folgt der Rest: die einst stolzen Blackberries spielen keine echte Rolle mehr, auch nicht in Unternehmen. Firefox OS? eingestellt. Tizen? Nichts neues ist geplant. Sailfish OS? Kämpft ums Überleben. Symbian? War da was?

Von den anderen mobilen Betriebssystemen konnte sich lediglich Windows Phone eine Nische erarbeiten. In einigen Märkten mit durchaus respektablen Marktanteilen, insbesondere auch in Deutschland. Allein: insbesondere in den USA blieb der Erfolg bescheiden. Dabei legte sich Microsoft richtig ins Zeug – bis hin zur Übernahme der Nokia Mobilfunksparte, als sich abzeichnete, dass der stärkste Windows Phone Partner sich im Einstiegsbereich auch Android zuwenden würde.

Inzwischen ist von Nokia bei Microsoft nicht mehr viel übrig. Die Feature-Phone Sparte: verkauft an Foxconn. Die ehemaligen Nokia-Mitarbeiter: fast alle entlassen. Neue Lumia Smartphones: keine in Sicht. Darüber, ob die Nokia Übernahme ein Fehler war, darf trefflich diskutiert werden. So oder so – das Thema hat sich erledigt.

Und hieß es noch vor einigen Monaten, Microsoft werde mindestens drei Lumia Smartphones – Entry-Level, Midrange, High-End – im Jahr bringen, wurde auch das mehr oder weniger stillschweigend zurückgenommen. In diesem Jahr darf man kein neues Windows Smartphone aus dem Hause Microsoft erwarten.

Windows Phone ist tot, Windows 10 lebt

Ja, Windows Phone ist tot. Das ist aber auch keine Neuigkeit, wurde es doch Ende letzten Jahres durch Windows 10 abgelöst. Und mit dem Lumia 550, 650, 950 und 950 XL hat Microsoft auch vier Smartphones mit diesem Betriebssystem auf den Markt gebracht. Anzumerken ist, dass man den Fehler gemacht hat, mit einer noch nicht wirklich fertigen Version des Betriebssystems an die Öffentlichkeit zu gehen. Gerade dem Ruf der beiden 950er Geräte hat das nicht gut getan. Inzwischen ist Windows 10 mobile aber in einem Zustand, mit dem es sich gut leben lässt.

Andere Hersteller waren hier klüger und haben zunächst abgewartet: Acer hat das Jade Primo erst in diesem Frühjahr gebracht und HP wird sein Business-Flaggschiff erst dann in den Verkauf bringen, wenn das Anniversary Update von Windows auf dem Markt ist – vermutlich also im späten Sommer oder frühen Herbst. Daneben tummeln sich dann noch etliche nicht so bekannte Marken mit preisgünstigen Einsteiger- und Mittelklasse-Geräten.

Freilich: dadurch dass es keine neuen Lumia Geräte und kein auffälliges Marketing mehr gibt, fallen die Marktanteile von Windows auf dem Smartphone auch in den Ländern, in denen man bisher recht gut da stand ins Bodenlose.

Dass es aber keine mobiles Windows geben wird, ist nicht zu befürchten: Es gibt ja nur noch ein Windows 10, das mehr und mehr zusammenwächst: auf klassischen Desktop PCs, Notebooks, Netbooks, Convertibles, Tablets, der XBox One, Hololens und anderen AR und VR Geräten, dem Surface Hub und eben Computern mit kleinem Display, die auch über eine Telefonie-Funktion verfügen. Letztere werden übrigens Smartphones genannt. Immer mit dem gleichen Kern, dem vertrauten User Interface, Cortana und einem einheitlichen Store, aus dem man die Universal Apps bezieht, die auf allen diesen unterschiedlichen Gerätekategorien laufen.

Microsoft ist kein Smartphone Hersteller mehr – und das ist auch gut so

Ähnlich wie mit dem Surface Pro – mit dem man eine ganz neue Geräteklasse begründet hat – wird es auch im Smartphone Bereich von Microsoft in Zukunft wahrscheinlich nur noch ein Flagship Device geben, das den anderen Herstellern zeigt, was machbar ist. Dazu will man sich auf wenige kaufkraftstarke Märkte konzentrieren. Ob das dann Surface Phone (vielleicht), Lumia (unwahrscheinlich) oder ganz anders heißen wird (sehr wahrscheinlich) sei einmal dahingestellt. Anfang 2017 wissen wir wahrscheinlich mehr.

Microsoft hat erkannt, dass es eben kein Smartphone Hersteller im Massenmarkt ist. Und das ist auch gut so. Lumia war (und ist) ein Synonym für Telefone mit Windows; auf über 95% der Windows Smartphones prangt das Nokia oder Microsoft Logo. Andere Anbieter konnten in dieser Nische kaum überleben.

Microsofts Hoffnung ist also, dass verstärkt andere Hersteller auf den Windows Zug aufspringen und die Lücke ausfüllen, die Microsoft hinterlässt. Und selbst wenn vorerst nicht, ist das für das Microsoft Ökosystem nicht so schlimm. OneDrive, Office, Outlook, Wunderlist und wie die Microsoft Apps und Dienste alle heißen gibt es auch auf iOS und Android.

Smartphones von heute sind die Feature-Phones von morgen – ein Blick in die Zukunft

Wie aber wird es weitergehen mit Windows 10 auf dem Smartphone? Microsoft hat inzwischen nicht nur erkannt, dass man kein Massenhersteller ist, sondern dass man mit einem „me too“ OS keine Chance mehr gegen Android und iOS hat. Microsoft muss also weiterdenken, was nach dem Smartphone kommt.

Und erste Schritte in diese Richtung hat man schon getan.

Zum einen sind hier die Universal Apps an sich zu nennen. Eine Anwendung, die auf allen Geräten und sich den jeweiligen Gegebenheiten – Display Größe und Eingabemöglichkeiten – anpasst. Hier sind Google und Apple noch lange nicht so weit.

Zum anderen Continuum. Das Smartphone lässt sich mit einem großen Screen sowie Tastatur und Maus verbinden und verwandelt sich dann ein bisschen in einen PC. Entsprechende Universal Apps lassen sich dann nahezu wie auf dem Desktop bedienen. Sehr gut funktioniert das z.B. schon mit den Office Anwendungen. In der Tat sehe ich für Continuum eine Marktlücke. Für einige Nutzertypen und Märkte wird es sehr interessant sein, mit einem Stück Hardware zwei bis drei bisherige Gerätekategorien – Smartphone, Notebook, ggf. Tablet – zu ersetzen. Mehr dazu habe ich hier geschrieben.

Und tatsächlich wird diese Idee auch aufgegriffen. So ist das HP Elite X3 ein High-End Smartphone, das rund um Continuum gebaut wurde, wie das Video zeigt:

Und auch andere Hersteller springen auf den Continuum auf. Die meisten Windows Smartphones, die in letzter Zeit vorgestellt wurden, sind mindestens Midrange und unterstützen damit dieses Feature.

Die Smartphones von heute sind damit gleichsam die Feature Phones von morgen: Telefonieren, Messaging, Foto/Video, ein paar Apps und Spiele – das reicht den meisten Nutzern ohnehin aus.

Echte Smartphones werden mehr und mehr Produktivitätswerkzeuge werden. Wir werden einiges sehen: Stifteingabe, Tastaturen, Docking-Einheiten, faltbare Geräte und Convertibles, mit denen man auch telefonieren kann. Natürlich nicht nur mit Windows sondern auch mit Android und iOS – wobei Microsoft hier aufgrund der Universal App Plattform besonders gute Voraussetzungen hat.

Folgende Annahme für die Zukunft:

  • das Lumia 650 wird das letzte Lumia gewesen sein
  • Microsoft überlässt Low-End, Mittelklasse und klassisches High-End-Segment seinen Partnern
  • das Surface Phone (wenn es denn so heißt) wird kein klassisches Phone werden
  • Windows war im Smartphone Bereich bisher Low-Range getrieben. Continuum wird dafür sorgen, dass das Wachstum durch Mid-Range Smartphones erfolgt.

In zwei Jahren mache ich hier den Faktencheck…

Soll ich mir also noch ein Smartphone mit Windows kaufen?

Vielleicht nutzen Sie schon Windows Phone und denken über ein Nachfolgerät nach? Oder sie wollen mal was anderes als Android oder iOS ausprobieren? Wegen der Diskussionen und „Windows Phone ist tot“ Schlagzeilen sind Sie aber verunsichert?

Die Frage, ob man sich jetzt ein Windows 10 mobile Smartphone kaufen soll, kann nicht pauschal beantwortet werden.

Sie wollen immer alle aktuellen Apps haben, über die jeder spricht? Ein Mainstream Flaggschiff-Smartphone, das jeder bewundert, ist Ihnen am liebsten? Dann war die Antwort auf die Frage nach „Windows Phone“ schon immer nein und ich rate Ihnen auch jetzt nicht dazu.

Wenn Sie aber mit der Einschränkung hinsichtlich mancher Apps wie z.B. Snapchat leben können, spricht nichts dagegen, sich ein Windows 10 mobile Smartphone zu kaufen.

Sie wollen einfach nur telefonieren, Messenger und soziale Netzwerke nutzen, mal ein bisschen spielen oder Musik hören? Mit dem Lumia 650 machen Sie nichts falsch. Wenn es etwas günstiger sein soll, können Sie auch guten Gewissens zum Lumia 550 greifen. Wenn Sie auf eine richtig gute Kamera Wert legen, sind das Lumia 950 oder das 950 XL etwas für Sie.

Continuum ist Ihnen wichtig? Das Phone soll High-End Spezifikationen haben? Greifen Sie zum Acer Jade Primo. Einzige Einschränkung: die Kamera ist hier ein kleiner Schwachpunkt. Wenn Sie hier mehr Ansprüche haben, wären wir wieder bei den beiden Microsoft Lumias der 9er Reihe.

Im Handel und natürlich als Gebrauchtgeräte finden sich noch Smartphones, die mit Windows 8.1 ausgeliefert werden. Zu einem solchen würde ich im Regelfall nur noch greifen, wenn das Windows 10 Update offiziell dafür angeboten wird. Das ist z.B. beim Lumia 1520, Lumia 930, Lumia 830, Lumia 735, Lumia 730, Lumia 640 XL und Lumia 640 der Fall, auf denen Windows 10 auch gut läuft. Ebenfalls offiziell verfügbar ist es für das Lumia 635 (1 GByte RAM), Lumia 540, Lumia 535, Lumia 532, Lumia 435 sowie Lumia 430, doch sehe ich bei diesen Geräten langfristig Probleme mit der Performance.
(Update 12. September – lesen Sie diesen Artikel mit konkreten Kaufempfehlungen)

Andere Windows 8.1 Handys würde ich nur kaufen, wenn Sie keine Probleme damit haben, dass es bei einigen Apps in Zukunft keine Updates mehr geben wird. Ich gehe durchaus davon aus, dass der ein oder Anbieter Entwickler seine Apps bald nur noch für Windows 10 veröffentlichen wird.

Warum ich Snapchat nicht nutze

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Warum ich Snapchat nicht nutze? Ganz einfach – mein „daily driver“ Smartphone ist ein Microsoft Lumia 950XL und für dieses ist Snapchat nicht verfügbar. Schon von Anfang an weigert sich Snapchat beharrlich, die App für Microsofts mobile Betriebssysteme (Windows Phone und jetzt Windows 10 mobile) herauszugeben. Und nicht nur das – auch Drittanbieter Clients werden bekämpft, wo es nur geht. Die Frage, ob es Snapchat für Windows Phones kommt, wird in den einschlägigen Foren und Blogs auch immer intensiv diskutiert.

Nun ist es nicht so, dass ich nicht über den Tellerrand schaue – ich habe mir Snapchat durchaus auf Android und iOS angesehen. Den Hype, der in Teilen der Internetszene um Snapchat gemacht wird, kann ich nicht nachvollziehen. Es mag für manche Marken wichtig sein, um ihre Zielgruppen zu erreichen. Und auch Eltern von sollten sich mit dem System auseinandersetzen, um zu verstehen, was ihre Kinder da machen.

Sonst sehe ich derzeit aber keinen großen Grund, die App zu nutzen. Es sei denn, man ist in der Midlife Chrisis und möchte sich jünger fühlen oder ist aus anderen Gründen berufsjugendlich.

Was sich bei Windows Phone in den letzten zweidreiviertel Jahren geändert hat

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Die alten Probleme von Windows Phone…

Vor über zweidreiviertel Jahren habe ich einen Artikel darüber geschrieben, was sich bei Windows Phone ändern muss, über den ich heute durch Zufall gestoßen bin – im Original hier.

…und was sich durch Windows 10 mobile geändert hat

Doch was hat sich seitdem geändert? Zum guten oder zum schlechten? Ich habe . Ausschnitte aus dem originalen Beitrag sind gekürzt und kursiv gesetzt.

  • Fehlende Apps: Windows Phone kann von Hause aus schon richtig viel: tiefe facebook und twitter Integration, Office Apps, XBox Musik. Für die Alltagsaufgaben braucht man eigentlich kaum weitere Apps. Doch letztlich wird ein mobileOS an der Zahl seiner Apps gemessen.

    Hier hat sich einiges getan. Zum einen hat sich das Konzept von Windows Phone geändert. Die tiefe Verzahnung von Diensten in das OS selbst ist seit Windows 10 mobile Geschichte. MS setzt jetzt auch auf Apps, um das System schneller und einfacher aktualisieren zu können. So genial auch das Prinzip der Hubs war, so sehr hat es wohl die App-fixierten User irritiert. Einerseits ist das schade, andererseits muss eben das Essen dem Gast schmecken…Die verstärkte Ausrichtung auf Apps des Systems ans sich hat aber auch dazu geführt, dass es mehr Apps gibt. Die von mir im ursprünglichen Artikel vermisste Instagram Anwendung ist z.B. inzwischen da.Und auch wenn es nicht alle Apps gibt, die man von iOS oder Android her kennt, hat sich die Situation doch deutlich gebessert.
  • Bessere Apps: Und wenn dann schon Apps für WP8 da sind, stehen diese oft den iOS und Android Apps im Funktionsumfang nach.

    Hier hat sich ein bisschen etwas getan. Facebook und twitter stehen den Pendants auf den anderen Plattformen kaum mehr nach. Andere Apps sind nach wie vor deutlich schlechter – z.B. Instagram oder der DB Navigator.Hier muss sich in Zukunft aber immer noch einiges tun.

  • Exklusive Killer Apps: Für einen durchschlagenden Erfolg wird es aber nicht reichen, hinsichtlich der Apps nur mit der Konkurrenz gleichzuziehen – es bräuchte exklusive Killer-Apps, die auf den anderen Plattformen nicht, erst später oder nur eingeschränkt zur Verfügung stehen.

    OK, vergessen wir es. Exklusive Killer Apps für Windows Phone wird es von MS so schnell nicht geben. Die neue Strategie von MS setzt eher darauf, alle Anwendungen auf allen relevanten Plattformen zur Verfügung zu stellen. Oft sind gerade die iOS Versionen der MS Apps sogar besser als die für das mobile Windows…

    Allerdings: Continuum ist ein Feature, das es so nur unter Windows gibt.

  • Einheitlicher App Store: Der Windows Phone und der Windows Store sollten zusammengelegt werden. Allein schon aus dem Grund, dass man auch die Rechte an der entsprechenden Windows 8/RT App, wenn man die WP-Version gekauft hat und vice versa.

    Check, so ist es.
  • Zusammenwachsen von Windows RT und WP8

    Windows RT ist inzwischen Geschichte. Ob MS Windows mobile auch auf kleinen Tablets einsetzen wird, ist noch nicht so ganz klar, aber denkbar. Und letztlich ist diese Frage auch nicht so wichtig, wachsen doch die verschiedenen Varianten von Windows 10 immer weiter zusammen.

  • Zu kleine Auflösung: Windows Phone 8 unterstützt derzeit nur Display Auflösungen von maximal 1280*768 Pixel.

    Check, das ist erledigt. Jetzt sind auch Full HD und darüber hinausgehende Auflösungen kein Problem mehr.

  • Systemweite Suche: Der Suchen Button bei Windows Phone ist wahrscheinlich der sinnloseste Button, den es derzeit auf Smartphones gibt. Außer Bing aufzurufen kann er nicht viel.

    Jetzt verbirgt sich dahinter Cortana, was ein deutlicher Fortschritt ist. Besser wäre es aber, in Zukunft das Lupen-Symbol durch das Cortana Symbol zu ersetzen.
  • Notification Center: Schnell gesagt – es fehlt ein zentrales Notification Center.

    Schnell geantwortet: Es ist da. Und es funktioniert richtig gut.

  • Landscape Startseite

    Noch ist kein Landscape Support der Startseite in den aktuellen Builds, wurde aber schon in Leaks gesichtet.

  • Mehr Einstellungsmöglichkeiten Ja, es gibt inzwischen deutlich mehr Einstellungsmöglichkeiten auf Systemebene – und in jedem Update von Windows 10 mobile kommen neue dazu.

Ein Fazit

In der Zeit hat sich mehr geändert, als ich erwartet habe. Windows Phone aus dem frühen Jahr 2013 und das heutige Windows 10 mobile sind zwei ganz unterschiedliche Systeme.

Es bleibt nur zu hoffen, dass sich die Universal App Strategie von Microsoft auszahlt und hier die letzten Lücken geschlossen werden.

Wer braucht eigentlich noch High-End-Smartphones?

Mein Smartphone und ich

Das Thema klang bei mir schon in einigen Artikeln durch – in Sachen Smartphones schießen die meisten Nutzer mit Kanonen auf Spatzen.

Wozu nutze ich mein Smartphone in der Realität? Ich habe es in den letzten Tagen etwas genauer beobachtet und folgende Gewichtung festgestellt: Websurfen, Telefonieren, mobile Hotspot, WhatsApp, Facebook, twitter, Fotografie, Spotify, E-Mail, casual Gaming, Instagram, Netflix, SMS (Tans für Banking), Sonstiges, Ausprobieren neuer Apps. Das ganze mindestens 2 Stunden am Tag.

Damit nutze ich mein Smartphone intensiver, als das wahrscheinlich 85% der Smartphone Nutzer machen. Was ich einsetze? Ein iPhone? Ein Samsung Galaxy S6? Ein Lumia 930? Nein. Ein simples Lumia 640. Es ist das für mich fast perfekte Smartphone. Lediglich die Kamera könnte unter schlechten Lichtbedingungen besser sein.

Ansonsten bin ich mit der Performance zufrieden. Es funktioniert alles, wie es soll. Sicher – vor einigen Jahren waren günstige Smartphones nicht wirklich brauchbar, heutzutage ist das aber anders.

Die SUV Mütter und ihre iPhones

Wenn ich mich aber in meinem Umfeld umsehe, sehe ich auch bei ganz normalen Nutzern immer wieder aktuelle iPhones oder aktuelle Samsung Flaggschiffe. Wenn ich dann frage, wozu diese genutzt werden, kristallisiert sich schnell heraus: Für viel mehr als Telefonie und für WhatsApp werden die meisten Telefone aus Cupertino und Korea nicht genutzt. Vielleicht noch die Kamera, hier und da mal ein Spiel oder Facebook. Dafür ein iPhone oder ein Galaxy Edge? Das sind dann auch die gleichen Leute, die mit dem BMW X5 ihre Kinder die 500 Meter zur Schule fahren…

Denn alle diese Anwendungen ließen sich auch hervorragend mit einem Smartphone für wenig mehr als 100 Euro erledigen.

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OK, warum also Flagship Phones?

Dennoch gibt es einige Anwendungsfälle, in denen es dann doch ein High-End Smartphone sein sollte…

Die Kamera

Die Kamera erwähne ich als erstes, da es für mich inzwischen der einzige Grund ist, warum ich mir in absehbarer Zeit wieder besseres Smartphone anschaffen werde.

Die vom Lumia 640 ist zwar bei Tageslicht gut, unter schlechten Lichtverhältnissen erfüllt sie aber nicht ganz meine Anforderungen. Außerdem fehlt mir die Kamerataste, die ich von meinem alten Lumia 920 her kenne. Es wird daher irgendwann auf ein Lumia 950 hinauslaufen – oder ein anderes Smartphone aus dem Hause Microsoft, das eine PureView Kamera hat. 4K Video benötige ich persönlich – wie wahrscheinlich die meisten Anwender – nicht.

Die Kamera dürfte für die meisten normalen Anwender, die ihr Phone bewusst kaufen, der Hauptgrund sein, sich für ein höherpreisiges Smartphone zu entscheiden. Allerdings: schon jetzt bieten viele Geräte der Mittelklasse eine Bildqualität, die für fast alle Anforderungen ausreichend sein dürfte.

Als Notebook/Tablet Ersatz

Nicht wenige jüngere Smartphone Nutzer haben inzwischen nur noch das Smartphone und kein Tablet oder PC mehr. Außer für die klassischen Smartphone Szenarien nutzen Sie es auch für komplexere Anwendungen, für die andere Nutzer auf den großen Screen zurückgreifen. Meistens sind dann größere Displays mit Auflösungen von Full HD und mehr gefragt. Und auch von der Performance her wird man hier höhere Anforderungen stellen.

Wer sein Smartphone als Hauptsystem nutzt, greift mit jedem Recht zum High-End Phablet. Tipp in dem Zusammenhang: Smartphone mit Continuum Funktion kaufen, dann ist es fast ein vollwertiger Desktop Ersatz.

Für spezielle Apps und Spiele

Wer auf dem Smartphone grafisch besonders anspruchsvolle Games spielen möchte, kommt möglicherweise an einem High-End Smartphone nicht vorbei. Für meine Ablenkungen wie Threes! oder Wordament brauche ich diese Leistung aber nicht.

Vielleicht gibt es auch andere Apps, die das letzte aus dem A9 oder dem Snapdragon 810 herauskitzeln – mir sind keine bekannt, die ich bräuchte. (Anmerkungen gerne in den Kommentaren).

Optik und Haptik

Viele sprechen die bessere Optik und Haptik an, wenn ich sie danach frage, warum sie sich z.B. für ein iPhone 6S entschieden haben. Da die meisten teuren Smartphones dann aber ohnehin hinter irgendwelchen Schutzhüllen verschwinden, überzeugt mich dieses Argument nicht so ganz.

Gefangen in iOS

Andere Nutzer hatten schon immer ein iPhone und sind mithin im Apple Ökosystem gefangen. Und zugegeben, Android ist keine echte Alternative (Performance und Sicherheit), Windows 10 mobile bietet vielleicht eine unbedingt benötigte App nicht. Für die meisten normalen Anwender dürfte ein Systemwechsel daran aber nicht scheitern.

Fanboyism und andere Phänomene

Gut, für manche Fanboys und Nerds muss es eben immer das neueste und beste Gadget sein. Kann ich verstehen, ich war auch mal so (habe mich aber davon gelöst, s.o.).

Und ohnehin wird dieses Argument nur auf wenige Käufer zutreffen.

Und sonst

Was habe ich übersehen? Welche Gründe gibt es noch, sich ein Flaggschiff zuzulegen?

Status Symbol

Bleibt noch, dass man sich über das Phone selbst definieren will. Wenn man dazu ein Galaxy S6 Edge oder ein iPhone 6S plus braucht. Bitteschön.

Mein Fazit – weniger ist mehr

Es gibt also durchaus Gründe, warum man sich für ein teures Smartphone entscheiden kann. Für mich persönlich steht dabei die Kamera vorne, andere werden aus bestimmten Gründen nicht an iOS vorbeikommen oder nutzen das Smartphone als Notebook Ersatz. Alles gut.

Die meisten Nutzer werden aber mit einem Einsteiger-Smartphone genau so gut zurechtkommen, wie mit ihrem 6 mal so teuren aktuellen Flaggschiff. Und wenn einem ein Lumia 550 zu billig aussieht – eine schicke Hülle macht den Unterschied, wenn es einem auch darauf ankommt.

Bild: (c) LG

Wordament

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Sie spielen gerne Scrabble? Dann ist Wordament das richtige Smartphone Spiel für Sie.

Auf einem 4*4 Kästchen großen Spielfeld sind 16 Buchstaben bzw. Silben versteckt. Diese gilt es dann innerhalb von 2 Minuten zu möglichst vielen, möglichst langen Wörtern zu verbinden, indem man von Kästchen zu Kästchen wischt. Oben im Screenshot z.B. vom E in der zweiten Reihe auf das I rechts daneben, dann auf das CH und schließlich auf das E: Fertig ist die EICHE.

Bewegungen sind in alle Richtungen auch diagonal möglich, ein Kästchen darf aber nicht doppelt verwendet werden. Da es so viele Möglichkeiten gibt, sich über das Spielfeld zu bewegen, muss man sich ein bisschen eindenken – das klappt aber schnell.

Nach der Runde wird einem dann angezeigt, welche Wörter möglich gewesen wären:

Hier lohnt es sich, genau hinzusehen, denn so erfährt man am besten, welche Wörter man übersehen hat.

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Danach sieht man dann, wie man sich im Vergleich mit den anderen Spielern geschlagen hat, die die gleiche Runde live mitgespielt haben. Am Anfang darf man nicht gefrustet sein, wenn man unter den letzten 5% landet… Wie gesagt, es braucht etwas, bis man sich in das System der Wortbildung eingedacht hat.

Einige Kleinigkeiten stören mich: Einerseits werden Wörter akzeptiert, die ich so noch nie gehört habe: Leche kenne ich z.B. im Deutschen nicht. Andererseits wurde „Sportpark“ nicht akzeptiert. Zudem werden Eigennamen und Abkürzungen an sich nicht akzeptiert, bei einigen ist es aber doch der Fall.

Diese Einschränkungen können aber den Spielspaß an sich nicht schmälern. Wordament gibt es als Windows Universal App (Windows 8/8.1/10, Windows Phone, Windows 10 mobile), iOS und auch Android.

Und hier noch einige Tipps für schnellere Erfolgserlebnisse:

  • Wenn Sie ein Wort gefunden haben, kann oft auch der Plural gebildet werden. Also z.B. HASE und HASEN.
  • Versuchen, zusammengesetzte Wörter zu bilden: HOLZ gefunden? Vielleicht ist auch BAUHOLZ in der Nähe – oder ABHOLZEN.
  • Kein Wort auf den ersten Blick? Mit dem runden Pfeil unter dem Spielfeld kann man die Kästchen rotieren lassen.
  • Im Zweifel einfache Wörter nehmen: DIE, TEE, DER…
  • DEIN gefunden? Anders gewischt wird DIEN draus. Und oft sind dann auch DIENE, DIENER und DEINER in der Nähe.
  • Auch auf den ersten Blick unsinnige Silben probieren: LEE, REE, LECHE…

 

Warum es gut ist, wenn Projekt Astoria eingestellt wird

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Windows und Apps

Apps und Windows Phone bzw. jetzt Windows 10 Mobile sind ein Dauerthema. Immer wieder wird als Argument gegen das Betriebssystem angeführt, dass es im Vergleich zu den beiden anderen Plattformen zu wenig Apps gäbe.

Für mich persönlich – und wahrscheinlich 90% der Smartphone Anwender – dürfte das Angebot in Microsofts Appstore ausreichend sein, gibt es doch von den meisten Flagship Apps offizielle Anwendungen (Facebook, Instagram, Twitter, Flipboard, Instagram, WhatsApp, Tumbler…) oder zumindest gute Alternativen von Drittanbietern (6Tin für Tinder um ein Beispiel zu nennen). Das größte Manko dürfte sein, dass es keinen Snapchat Client gibt und sich Snapchat beharrlich weigert, einen eigenen Client herauszubringen und Entwickler zu unterstützen.

Fakt ist weiter auch, dass die Windows Apps oft noch nicht den gleichen Funktionsumfang bieten wie die entsprechenden iOS oder Android Versionen und dass gerade einige angesagte Spiele nicht Apps schlicht nicht für die Plattform verfügbar sind.

Was Microsoft tut

Microsofts Ansatz sind im wesentlichen die Universal Apps. Also Anwendungen, die gleichermaßen auf dem Windows PC (in den unterschiedlichsten Formfaktoren vom Tablet bis hin zum Server) wie auch auf dem Smartphone und bald auch auf der Xbox laufen. Dabei passen sich die Apps auch dem jeweiligen Formfaktor an, wodurch spannende Funktionen wie Continuum ermöglicht werden.

Gleichzeitig will MS Entwickler dabei unterstützen, bestehende Apps auf die Windows Plattform zu portieren. Dazu wurden zwei Lösungen vorgestellt, Projekt Astoria und Islandwood.

Islandwood heißt offiziell Windows Bridge for iOS und ermöglicht es iOS Entwicklern, ihre Apps relativ einfach in Universal Apps für Windows 10 umzuwandeln. Das Projekt ist noch aktiv, wenngleich noch in einem frühen Stadium.

Projekt Astoria ist anders positioniert. Hierbei geht es um eine Brücke von Android zu Windows Phone. Anders als bei Islandwood war hier ein Android Subsystem in Windows 10 Mobile integriert, wodurch sogar das Ausführen von unveränderten Android Apps auf Windows Smartphones möglich war. Nur wenn bestimmte Funktionen benötigt wurden – z.B. Zugriff der App auf die Positionsbestimmung, mussten die entsprechenden Aufrufe im Quellcode angepasst werden.

In den neueren Builds fehlt Astoria jedoch wieder. Und so wie es aussieht, wird es auch nicht wiederkommen.

Die Nachteile von Astoria

Und das ist auch gut so.

  • Zunächst wären „Astoria“ portierte Apps ein Fremdkörper im Windows App Ökosystem gewesen: es waren eben keine für Windows optimierten Universal Apps, sondern eben Android Apps, die letztlich in einem Emulator laufen sollten – und das nur auf Windows 10 mobile und nicht den anderen Varianten von Windows.
  • Wenn Entwickler aber einfach mehr oder weniger unveränderte Android Apps in den Store hätten bringen können, wäre das Interesse für sie geringer, native Windows Apps zu entwickeln. Dies würde dann zur Schwächung des gesamten Windows App Ökosystems beitragen.
  • Zudem hätten sich Android Apps mit ihrer anderen UI sowie nur emuliert für den Benutzer „fremd“ angefühlt und so das Windows-Feeling verfälscht (gut, die UI von W10m ist sowieso immer noch nicht optimal, aber das ist ein anderes Thema).
  • Auch hinsichtlich der Performance gab es Probleme: immerhin musste ein ganzes Android Subsystem in Windows 10 mobile integriert werden. So war dieses maßgeblich für die Akku-Laufzeit-Probleme in den entsprechenden Windows Builds verantwortlich.
  • Zuletzt eröffneten sich Sicherheitslücken, so konnte z.B.  Android nativ auf Windows Handsets gebootet werden.

Letztlich wäre es also wünschenswert, wenn Astoria wirklich nicht weiter verfolgt würde. Ein echter Verlust wäre es ohnehin nicht: Denn faktisch alle relevanten Android Apps gibt es auch für iOS. Und an dieser Bridge wird ja weiter gearbeitet.

Continuum for Phones – rettet es Windows 10 mobile?

Windows Continuum für Phones ist ein neues Feature beim kommenden Windows 10 mobile.

Über eine kleine Docking Station oder auch drahtlos kann sich das Smartphone mit einem Monitor, Tastatur und Maus verbinden und verwandelt sich dann in einen kleinen PC – kein Problem, da unter Windows 10 mobile die gleichen Universal Apps laufen können, wie auf dem Windows 10 Desktop. Die mobile, für den kleinen Smartphone Screen optimierte, Darstellung verwandelt sich dann einfach in die Desktop Ansicht.

Joe Belfiore von Microsoft stellt das hier im Video vor.

Microsoft will damit in erster Linie Business User erreichen, doch könnte sich Continuum gerade im Consumer Bereich als Killer Feature erweisen.

Telefonieren, SMS, Whatsapp, Skype, E-Mail, facebook, twitter, Instagram, spielen, Musik hören, Videos ansehen, Fotografieren, online-Banking, Surfen… – all das machen viele Anwender faktisch nur noch mit einem Gerät, ihrem Smartphone. Auch Office Apps gibt es inzwischen für Smartphones, doch ist es lästig, Dokumente auf dem kleinen Screen zu bearbeiten. Und wenn dann mal ein Brief geschrieben werden oder eine EXCEL Tabelle erstellt werden muss, geht es daher idealerweise an den PC. Gerade aber viele jüngere Leute haben aber gar keinen PC mehr. Man greift dann schnell auf den Rechner am Arbeitsplatz, das Notebook des Freundes oder den Desktop der Eltern zurück.

Wenn stattdessen aber einfach das Smartphone in einen PC verwandelt werden kann, braucht man diese Ausweichmöglichkeiten gar nicht mehr, bzw. muss kein zweites Gerät mehr haben.

Sicher, auf dem Smartphone laufen keine klassischen Desktop Anwendungen, sondern die Universal Apps. So verfügen die mobilen Office Anwendungen nicht über alle Funktionen, die die „großen“ Office Anwendungen für den Windows Desktop bzw. OS X bieten. Für die meisten Privatanwender dürfte das aber ausreichend sein.

Und einen zweiten großen Markt sehe ich: in Ländern wie Indien ersetzt schon jetzt das Smartphone für viele Menschen den PC. Wenn diese in einem Gerät auch gleich einen kleinen PC integriert haben, ermöglicht es ihnen ganz neue Möglichkeiten.

Die beiden anderen mobilen Plattformen – Android und iOS – gibt es ein vergleichbares Feature noch nicht. Und insbesondere für Apple wird es mit dem bisherigen Ansatz, ein Betriebssystem für den mobilen Bereich (iOS) und eines für den Desktop (OS X) zu haben, schwieriger, hier zu kontern (auch wenn das iPad Pro zeigt, dass man auch bei Apple inzwischen in eine neue Richtung denkt…).

Damit könnte Continuum for Phones das Feature sein, das Windows 10 mobile aus dem Tal der niedrigen Marktanteile führen könnte.

Und wenn es dann ein Surface Phone mit Intel Prozessor gibt, auf dem auch Desktop Apps laufen, werden die Karten nochmals ganz neu gemischt.

Threes!

Einer meiner aktuellen Spielfavoriten ist Threes!. Das Prinzip ist sehr einfach: Es erscheinen Blöcken mit verschiedenen Zahlenwerten. Anfangs nur rote Blöcke mit dem Wert 1, blaue mit dem Wert 2 und weiße mit dem Wert 3. Durch wischen auf dem Bildschirm werden die Blöcke bewegt und können zusammengeschoben werden: Rote und blaue passen zusammen und ergeben dann zu weißen 3er Blöcken. Werden diese zusammengeschoben, verdoppeln sie ihren Wert: zwei Dreier werden zu Sechsern, zwei Sechser zu Zwölfern, zwei Zwölfer zu Vierundzwanzigern und so weiter und so weiter:

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Hört sich einfach an? Ist es auch. Ist aber auch sehr packend. Dazu schön schlicht aufgemacht und mit einem guten Soundtrack, den man freilich auch abschalten kann. Und jeder der höheren Werte hat einen eigenen Charakter – einfach überraschen lassen.

Zum Start hilft ein Tutorial, das einen gut in das Spiel einführt. Hier noch einige Tipps von mir:

  • Während des Swipens wird angezeigt, in welche Richtung sich die Zahlen verschoben werden und wo sich neue Lücken auftun. Merkt man, dass dies ungünstig werden könnte, einfach den Swipe nicht zu Ende führen.
  • Oben wird immer angezeigt, welcher Stein als nächstes erscheint.
  • Neue Steine erscheinen in Reihen, die sich beim letzten Zug bewegt haben.
  • Möglichst viele Steine bei einem Zug zusammenführen.
  • Nicht zwingend jedes Paar sofort zusammenführen.
  • Sobald ich einen hohen Wert erreicht habe, versuche ich unmittelbar daran, den passenden nächsten hohen Wert zu erreichen.
  • Versuchen, immer alle vier Swipe Richtungen zur Verfügung zu haben.
  • Schachbrettmuster vermeiden – es sollten also keine hohen Werte neben niedrigen Werten stehen, also z.B. 3 | 24 | 1 | 48.

Threes! gibt es u.a. für Windows Phone, iOS, Android und die Xbox One.