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Google auf Speed

“Day-to-day adult supervision no longer needed” – mit diesem tweet kündigte Eric Schmidt seinen Abschied aus dem Google Tagesgeschäft an.

Und es scheint, als wäre Google seit Schmidts Abgang wie befreit – was zu vielen positiven Dingen führt, einen aber auch manchmal fragen lässt, ob in 1600 Amphitheatre Parkway Mountain View zu viele bewusstseinserweiternde Drogen konsumiert werden… aber der Reihe nach.

Ganz klar das dominierende Thema z.Zt.sind natürlich Google+ und der +1 Button. Beides in Kombination der erste erfolgversprechende Versuch von Google, facebook anzugreifen. Zu Google+ habe ich mir aber einige Tage Schweigen auferlegt und dazu wird von anderen ohnehin genug geschrieben und gesagt.

Für die meisten Nutzer aber erst einmal auffälliger ist das neue Aussehen der Google Suche u.a. mit der oben eingeblendeten Leiste, die viele Google-Dienste besser zusammenführt. Und auch Google Mail wird umfassend redesigned, was auch bitter nötig war. Blogger soll bald Google Blogs heißen und Picasa Google Photos, während bei youtube der Name bleiben darf. Außerdem: viel neues rund um den Chrome-Browser, Android ist sowieso eine Erfolgsgeschichte und ChromeOS kommt, bei dem ich aber skeptisch bin.

Auch eigenartig ist die Art und Weise, wie die Google Echtzeitsuche verschwunden ist – einfach so nur noch eine 404er Seite. Hauptgrund ist, dass der Vertrag mit twitter ausgelaufen ist – als sicher gilt, dass es wieder eine Realtime-Suche geben wird, dann eben nur mit Google+ Ergebnissen. Während der Wegfall der Echtzeitsuche ein echter Verlust ist, wird dem “Google Wonder Wheel” wohl kaum ein Hahn nachkrähen.

Google stellt sich jedenfalls neu auf und möchte weiter erste und möglichst alleinige Anlaufstelle im Netz sein – und legt dabei ein beeindruckendes Tempo vor – ein Konzern auf Speed eben.

Dass dabei aber auch einiges schief gehen kann und dass das Unternehmen im Herzen noch ziemlich nerdig ist, zeigt der gescheiterte Versuch, die Nortel-Patente zu ersteigern. Mathematische Insider-Scherze (wie Gebote mit Bezug zu Pi, der Brunschen Konstante oder der Meissel-Mertens Konstante abzugeben) sind bei so etwas eben nicht gerade förderlich…  Da fragte sich so einige, ob in dem Fall bei Google alle stoned waren.

Kann man mit einem Blog reich werden?

Viele stellen sich die Frage, ob man mit einem Blog reich werden oder zumindest davon leben kann.

Aufschlussreich ist ein Blick auf Thema, Seitenzugriffe, Gesamteinnahmen und Einnahmen je 1.000 Seitenzugriffe einiger deutscher Blogs im Januar 2010. Alle diese Blogs haben ihre Einnahmen für den betreffenden Monat veröffentlicht. Die Daten habe ich im wesentlichen vom SIN-Blog (Selbständig im Netz), der auch gleichzeitig Spitzenreiter der folgenden Liste ist.

Thema PIs Einnahmen je 1.000 PIs
Selbständigkeit im Netz     180.919            3.533 €         19,53 €
Selbständigkeit       21.056               862 €         40,94 €
Gemischt/Technik       41.113               466 €         11,33 €
Sprachen lernen       12.000               401 €         33,42 €
Internet       13.279               250 €         18,83 €
Gemischt       28.151               249 €           8,85 €
Selbständigkeit im Netz          4.527               215 €         47,49 €
Internet       11.725               200 €         17,06 €
Boulevard       63.562               186 €           2,93 €
Handwerk       32.678               170 €           5,20 €
Sozialleistungen       40.000               161 €           4,03 €
Gemischt       24.339               157 €           6,45 €
Internet          7.136               149 €         20,88 €
Literatur       51.090               141 €           2,76 €
Internet          8.320               130 €         15,63 €
Ernährung       44.898                  59 €           1,31 €

Das Ergebnis des Spitzenreiters ist schon ganz ordentlich. Zieht man Kosten für Hosting und sonstige Spesen (alles in allem geschätzte 200 EUR/Monat) ab und rechnet man die Einkommenssteuer heraus, landet man bei 2.500 Euro/netto. Zu bedenken sind dazu noch freilich Krankenversicherung, Altersvorsorge und andere allfällige Versicherungen. Trotzdem: damit könnte man als Alleinstehender schon über die Runden kommen.

Als Haupternährer einer vierköpfigen Familie mit leicht gehobenem Standard sollte man als Blogger angesichts der Abzüge mindestens 6.000 Euro (exkl. MWSt.) aus Werbung etc. erlösen.

Die oben aufgeführten Blogs haben im Mittel abgerundet ca. 15 Euro je 1.000 Page Impressions im Monat erlöst – was schon ein sehr guter Wert ist. Um unter diesen Voraussetzungen auf 6.000 Euro zu kommen, braucht man also rund 400.000 PIs im Monat.

Fazit: es ist machbar, nur vom bloggen zu leben, es ist aber auch gleichzeitig ein sehr ambitioniertes Ziel.

Beste Apps: WordPress für Android

Eine “must-have-App” für jeden Blogger, der WordPress einsetzt: WordPress für Android. Mit der App kann man seine WordPress Blogs grundlegend verwalten, egal ob sie bei wordpress.com oder selbst gehosted werden.

Folgende Funktionen sind möglich:

  • Verwaltung der Kommentare
  • Bearbeiten und Erstellen von Seiten und Artikeln – dabei können sogar direkt Fotos und Videos in die Beiträge hochgeladen werden. Auch Geotagging wird unterstützt.
  • Außerdem ist ein Zugriff auf die Statistiken möglich.

Für die schnelle Blogpflege von unterwegs aus also genau die richtige App. Störend ist nur, dass manche Systemmeldungen unvollständig wird und dass immer nur “versucht” wird (“Es wird versucht, die Statistiken herunterzuladen”).

Noch zwei Tipps für den Praxiseinsatz:

  • Beim Einsatz mit wordpress.com-Blogs sind für Geotagging und Videounterstützung kleine Anpassungen nötig. Mehr Infos auf der WordPress for Android-Seite.
  • Ist der Upload eines neuen Beitrags z.B. aufgrund mangelnder Netzabdeckung gescheitert, scheint dieser zunächst verschwunden zu sein. Dann einfach die App verlassen, neu starten und wieder zu Artikeln oder Seiten gehen – voila, wieder da.

Hier der direkte Link für Google Goggles und andere Barcode-Reader:

wordpress-for-android

10 Dinge, die ich machen würde, um Windows Phone 7 zu pushen

Windows Phone 7 ist da – und wahrscheinlich wirklich Microsofts letzte Chance, im mobile Bereich eine wirkliche Rolle zu spielen.

Ich hatte inzwischen Gelegenheit, ein Windows Phone 7 etwas ausgiebiger zu testen, und zwar ein HTC HD7alt. Die Benutzeroberfläche hat mich sehr überzeugt und ist deutlich übersichtlicher als beim iPhone und bei den Android GUIs, die mir bislang untergekommen sind. Auch die Grundfunktionen sind sehr eingängig und smart umgesetzt. Sicher, wenn man in die Tiefen des Systems einsteigt, ist noch nicht alles rund, z.B. fehlt das vielzitierte Copy&Paste, aber das meiste dürfte sich über Updates mit der Zeit beheben lassen.

Das Problem ist freilich, dass die direkten Konkurrenten iPhone, Android und Blackberry schon viel länger im Markt sind. Es gibt für diese Systeme mehr Apps und mehr mediale Aufmerksamkeit. Ganz entscheidend aber: wer sich ein neues Smartphone kauft, wird sich in seinem Bekanntenkreis umhören und da herrschen die Mitbewerber vor.

Hätte ich bei Microsoft (Deutschland) Marketingverantwortung, würde ich mich bemühen, die Stärken des Systems zu nutzen und die Schwächen zu beseitigen:

  1. Zielgruppe Frauen: Windows Phone 7 ist chic 
    Windows Phone 7 hat derzeit zwei große Stärken im Vergleich zum Wettbewerb: die wirklich ansprechende und übersichtliche Benutzeroberfläche und die gute Integration von facebook.
    Allgemein sollten daher bei der Kommunikation Frauen besonders angesprochen werden. Klar, dazu gehört, dass man in Bunte & Co. entsprechende Anzeigen schaltet. Begleitend sollten aber B/C/D-Promis, die von der Zielgruppe wahrgenommen werden, kostenlos mit Windows Phone 7 Smartphones ausgestattet und A-Promis als Werbegesichter gewonnen werden. Warum z.B. kein HTC HD7 Christina Aguilera Edition?
  2. Zielgruppe XBox User: Mit Vergünstigungen anbieten
    Eine weitere Funktion, auf die Microsoft zu recht stolz ist, sind die Gaming-Funktionen von Windows Phone 7 und da besonders die Verbindungen mit der XBoxalt (was ich mangels Konsole nicht testen konnte). aber auch diese Zielgruppe verlangt nach besonderer Ansprache. In Österreich hat es A1 schon vorgemacht: zum Verkaufsstart der Windows Phones gab es eine XBox kostenlos dazu. Warum nicht umgedreht registrierten XBox Usern Rabatte beim Kauf eines passenden Handys geben? Mit einem 50 Euro Gutschein oder vergünstigten Tarifen würde sich der ein oder andere überzeugen lassen.
  3. Die Blogosphäre entern
    Es gab jetzt schon eine recht halbherzige Kampagne von Microsoft, bei der 10 deutsche Blogger ein Testgerät erhalten konnten. Die 5 besten Tester dürfen es dann behalten. Soweit so gut – aber um damit nachhaltig in den Blogs etwas zu bewegen, ist das viel zu wenig.
    500 Testgeräte an deutsche Blogger, gleich mit einer Prepaid-Karte für 1 Monat Flatrate-Surfen. 250 Blogger, die gut/reglmässig über ihre Erfahrungen berichtet haben, dürfen es dann behalten. Die übrigen 250 Testgeräte gehen dann wieder raus und die 125 besten Tester können sich über ein neues Smartphone freuen usw. usw.
    Damit sind nicht nur die Blogs voll mit dem Thema sondern auch gleich 500 "persönliche" Multiplikatoren unterwegs.
  4. Ran an facebook
    facebook User sind eine der Hauptzielgruppen für das Smartphone. Ein Monat lang werden jeden Tag fünf Smartphones an "Fans" des Gewinnspiels vergeben, die nach verschiedenen Kriterien bestimmt werden: die fünf mit den meisten Freunden, die 5 mit den meisten Fotos, die fünf, die am längsten auf facebook sind, fünf, die an dem Tag Geburtstag haben, fünf, die ein Bild von ihrem kaputten iPhone einstellen…
    Auch damit wird Aufmerksamkeit erzielt und die Zielgruppe "Generation facebook" wird "geimpft".
  5. Windows 7 Scouts
    Zudem sollten über eine online-Kampagne 1.000 "Windows 7 Scouts" rekrutiert werden. Das können Künstler sein, Fremdenführer, PC-Trainer, Journalisten, Verkäufer, DJs… einfach Menschen, die viel mit anderen Menschen zu tun haben, kommunikativ sind und sich für neue Trends begeistern. Diese sollen als Multiplikatoren für WP7 dienen.
  6. Begehrt werden lassen
    Die drei vorgenannten Aktionen sollten nur für eine begrenzte Zeit laufen, maximal 6 Monate lang. Dann wurden darüber rund 1.650 Windows 7 Phones in den Markt gedrückt und entsprechend viele Multiplikatoren gewonnen. Es soll jedoch nicht der Eindruck entstehen, die Handys würden "verscherbelt". Vielmehr sollten bestimmte Modelle/Editions sogar künstlich verknappt werden.
  7. Entwickler verwöhnen
    Viele gute Apps sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor für ein mobiles Betriebssystem. Und daher sollten die Entwickler verwöhnt werden. Zum Beispiel, indem man ihnen leihweise ein Windows Phone 7 zur Verfügung stellt, solange sie regelmäßig Apps abliefern.
  8. Offenheit bei den Apps
    Windows Phone 7 hat die Chance, das beste aus der Apple Welt (stabiles System und hohe Kompatibilität) und der Android Welt (Offenheit und daher größere Vielfalt bei den Apps) zu verbinden. Es sollte nicht der Fehler gemacht werden, im Marketplace ähnlich streng zu "zensieren", wie Apple das tut.
  9. Kostenlose Apps
    Eines der Erfolgsgeheimnisse von Android sind die vielen kostenlosen Apps. Es sollten daher zum einen durch Microsoft selbst zahlreiche kostenlose Anwendungen bereitgestellt werden und zum anderen herausragende kostenlose Anwendungen von Entwicklern finanziell oder anderweitig honorieren. Warum nicht für eine bestimmte Zeit für "einmalige" innovative Apps dem Entwickler 1.000 Euro zahlen?
  10. Laufend Updaten
    Einer der großen Fehler Microsofts bei den vorigen Versionen (Windows mobile) war, dass es zu selten Updates gab. Bei Windows Phone 7 sollten regelmäßig und schnell neue Funktionen wie z.B. Copy&Paste, Tethering, Multitasking oder eine bessere Sortierung der installierten Anwendungen ausgeliefert werden.

Am wichtigsten wäre es mE, die 1.650 WP7 Smartphones an Multiplikatoren und Meinungsführer zu versenden. Das würde Microsoft in Deutschland in Sachen Hardware-Wert eine gute halbe Million Euro kosten – und damit nicht mehr als ein gutes Dutzend 30-sec-Spots zur Prime-Time bei RTL…

Und noch was: Lieber Achim Berg, wenn Sie das Lesen, denken Sie an mich ;)

Eine kurze Geschichte des Bloggens

Inzwischen sind Blogs Teil des digitalen Alltags. Doch das war nicht immer so…

Unabdingbare Voraussetzung war das Aufkommen des WWW 1991, da die vorigen Internet-Dienste (FTP, usenet…) und proprietären online-Services (BTX, Compuserve…) nicht zum “bloggen” taugten.

Die ersten “online Tagebücher” kamen dementsprechend in den 1990er mit zunehmender Verbreitung des WWW auf. Hier einige wichtige Meilensteine aus der frühen Geschichte des Bloggens und zur Entstehung des Begriffs:

  • 1994 startet Justin Hall eine persönliche Website, die man heute wohl als “Blog” bezeichnen würde.
  • 1995 geht Jorn Barger mit seiner Website Robot Wisdom, auf der über seine persönliche Sicht verschiedener Themen berichtet.
  • 1996 wurde Xanga gestartet, eine Plattform, die das Führen eines online Tagebuchs ermöglichte – und die immer noch aktiv ist und sich inzwischen als “Blogging-Community” bezeichnet.
  • am 1. April 1997 startet Scripting News von David Winer; der älteste Blog im engeren Sinne, der heute (2010) noch aktiv ist.
  • 1997 nennen The Misantrophic Bitch und andere “Blogger” ihre Websites auch “zine” (von magazine).
  • am 17. Dezember 1997 beginnt Barger (s.o.) auf seiner Website mit täglichen Einträgen und nennt sie “Robot Wisdom Weblog” – der Grundbegriff ist geboren.
  • 1998 startet im Oktober mit OpenDiary die erste Blogger-Community.
  • im April oder Mai 1999 taucht zum ersten mal der Begriff “blog” auf der Website von Pete Merholz auf.
  • im August 1999 wird blogger.com gestartet.
  • 2001 startet Michel Valdrighi die Entwicklung einer PHP-Weblog Software namens b2/cafelog…
  • aus der ab 2003 WordPress hervorgeht. Entwickler ist Matthew Mullenweg.
  • 2004 erscheint die erste stabile Version von WordPress.
  • 2005 wird der Bloghosting Dienst wordpress.com gestartet.

Spätestens seitdem sind Blogs ein Massenphänomen: inzwischen (Stand 2010) soll es weltweit über 200 Millionen Blogger geben. Allerdings ist fraglich, wie viele davon tatsächlich regelmäßig “bloggen”.

Übrigens, die verschiedenen Begriffe (und deren Bestandteile), die für Blogs verwendet wurden, geben gute Aufschlüsse darüber, was ein Blog ist:

  • Diary (Tagebuch)
  • Zine (von Magazine)
  • WebLog (also ein Jorunal im Web)

Was ist eigentlich ein Blog? Versuch einer Kurzdefinition.

Jetzt habe ich schon viele Beiträge geschrieben, wie man zum Blogger wird, ohne genau definiert zu haben, was ein Blog eigentlich ist… das soll jetzt nachgeholt werden.

Der Begriff kommt von Web-Log – es handelt sich bei einem Blog also um eine Art, Logbuch, Tagebuch oder Journal, das im Internet geführt wird.

Typische Kennzeichen eines Blogs sind:

  • inhaltlich geht es meist um eine Person oder einen Themenkomplex
  • es gibt meist nur einen Autor
  • die persönliche Meinung des Autors steht meist im Vordergrund (mehr Meinung als Nachricht)
  • die Beiträge sind chronologisch aufgeführt und mit Datum versehen
  • es werden (mehr oder weniger) regelmäßig neue Beiträge geschrieben
  • Beiträge können (meist) kommentiert werden
  • neue Inhalte werden auch in einem RSS Feed zur Verfügung gestellt
  • neben Text können Bilder, Videos, und Ton im weitesten Sinne Bestandteil des Blogs sein; dies in unterschiedlicher Gewichtung.
  • der Blog ist in die “Blogosphäre” eingebunden: z.B. durch Verlinkung und Pingbacks.

Eine kurze Definition von “Blog” lautet meiner Meinung nach:

Ein Blog besteht aus zusammenhängenden, chronologisch aufgeführten online publizierten Inhalten in Journal- oder Tagebuchform.

Diese ist freilich weitgefasst und die Grenzen zu anderen online Publikationsformen sind fließend. Insbesondere die Abgrenzung zu Nachrichtenseiten ist oft schwierig. 

Man könnte also auch enger definieren:

Ein Blog ist ein abtrennbarer Bereich einer Website, der in chronologischer Form Beiträge eines oder mehrerer Autoren enthält, die einen Themenkomplex aus individuell geprägter Sicht behandeln.

Letztlich dürfte aber die folgende Definition die treffendste sein:

Ein Blog ist eine Website mit chronologischen Inhalten, die als Blog bezeichnet wird.

…ganz im Sinne von ”Kunst ist, was Kunst sein will”.

Testen, bloggen, behalten: und zwar ein Windows Phone 7

Tolle Aktion bei blog.de – hier können sich Blogger bewerben, ein Windows Phone 7 zu testen. Und 10 Blogger bekommen die Chance dazu. Die fünf besten Tester dürfen Ihr Phone dann auch behalten.

Natürlich habe ich mich schon beworben und drücke mir ganz feste die Daumen – aus meiner Begeisterung für Microsofts neues mobiles Betriebssystem habe ich ja noch nie ein Hehl gemacht.

Doch der beste möge gewinnen, daher hier der Link zur Windows Phone 7 Testaktion bei blog.de.

Strategisch zum eigenen Blog Thema

Dieser Artikel widmet sich an angehende Blogger, die noch kein eigenes Thema gefunden haben und mit ihrem angehenden Blog Geld verdienen und/oder sich profilieren wollen. Zur Erinnerung: gerade dann ist es wichtig, sich auf einen Themenbereich zu fokussieren.

Grundsätzlich ist es am besten, wenn man sich für sein Blog-Thema entscheidet, weil man dafür “brennt” und/oder diesbezüglicher Experte ist.

Doch was tun, wenn man so viele Interessen hat, dass man sich nicht für ein Thema entscheiden kann? Dann müssen Sie zunächst abwägen, was Ihnen wirklich wichtig ist:

  • Leidenschaft
  • Ruhm
  • Geld

Hierzu ein Beispiel: Herr S. arbeitet als Steuerberater und kennt sich gut mit Versicherungen und deren steuerrechtlichen Auswirkungen aus. Zudem ist er politisch sehr interessiert und sitzt für die Wählergemeinschaft seiner kleinen Stadt im Gemeinderat. Um zu entspannen, liest er amerikanische Gegenwartsliteratur. Seine Leidenschaft ist aber das Kochen, kaum ein Wochenende vergeht, an dem er nicht neue Rezepte ausprobiert und Freunde und Familie bekocht.

Ist ihm die Leidenschaft am wichtigsten, entscheidet er sich also für einen Blog rund ums Thema kochen und berichtet über seine neuesten Rezepte. Herr S. ist glücklich, dass er seine Ideen verbreiten kann und freut sich, wenn ein anderer Koch-Blog hin und wieder lobend auf seine Rezepte verweist.

Ist möglicher Ruhm seine Antriebsfeder, wird er einen Blog rund um seine Stadt starten. Er wird von seiner politischen Arbeit im Gemeinderat berichten, die Stadtgeschichte erzählen, Vereinen die Möglichkeit bieten, sich und ihre Termine vorzustellen – kurzum, sein Blog wird die online-Anlaufstelle der Wahl, wenn es um das kleine Städtchen geht. Sein Blog bekommt mehr und mehr Besucher, er wird Ehrenmitglied in jedem Verein, bekommt auf jedem Stadtfest Freibier, jeder kennt und mag ihn und schließlich wird Herr S. Bürgermeister.

Geht es ihm hingegen ums Geld, wird er einen Blog über Finanzen schreiben. Hier kennt sich Herr S. gut aus und mit einem guten Finanzblog lässt sich viel Geld verdienen (wobei man bei diesem Thema zunächst einen langen Atem haben muss).

Ein Kompromiss könnte schließlich ein Blog über amerikanische Gegenwartsliteratur sein: das Thema interessiert Herrn S., dank Amazon kann er damit sogar etwas Geld verdienen und wenn er nachhaltig lange hochwertige Rezensionen schreibt, wird er vielleicht in der Blogosphäre ein bisschen berühmt.

Sie müssen sich also nur selbst fragen, welche der drei Antriebsfedern Ihnen wirklich wichtig ist. Wie aber können Sie das jeweilige Potential eines Themas erschließen?

Am einfachsten ist das bei der Leidenschaft: Setzen Sie sich hin und fangen Sie an, über Ihr Thema zu schreiben. Sie können gar nicht mehr aufhören? Dann machen Sie weiter…

Schwieriger wird es beim Ruhm. Hier müssen zwei große Felder zusammenpassen: Sie müssen richtig gut sein und es darf keine zu starke Konkurrenz geben. Schätzen Sie sich selbst kritisch ein, ob Sie dem Netz etwas geben können, was es so in dieser Form und/oder Qualität noch nicht gibt. Schauen Sie dabei genau hin, was es schon gibt: suchen Sie über Google und dort speziell über die Blogsuche.

Gleiches gilt beim Geld – wie sieht Ihre Konkurrenz aus, wie viele Konkurrenten gibt es und was können Sie besser als diese? Hier kommt aber noch dazu, wie gut sich das Thema zu Geld machen lässt. Bei einem Blog über Smartphones ist das sicher einfacher als bei einem über die heimischen Vogelwelt… andererseits wird es bei den Vögeln nicht so viel Konkurrenz geben. Ein erstes Anzeichen für das Vermarktungspotential ist, ob und wenn ja wie viele Adwords Anzeigen bei der Suche nach dem Thema geschaltet werden (das sind die kleinen hervorgehobenen Anzeigen bei der Google Suche, die ganz unten oder rechts stehen).

In Zukunft werde ich immer wieder einzelne Themen hinsichtlich ihres Potentials vorstellen.

Aber einige Denkanstöße zur Themenfindung konnte ich vielleicht schon mit diesem Artikel geben.

Das richtige Blog-Thema: Fokussieren Sie sich

Über die verschiedenen Bloggertypen habe ich etwas überspitzt schon geschrieben. Wenn Sie den Artikel noch nicht gelesen haben, sollten Sie das nachholen und sich ehrlich einordnen. Und Sie sollten über eine weitere Sache nachdenken: will ich mit meinem Blog irgendwann Geld verdienen? (Diese Frage werden Sie sich übrigens noch öfter stellen müssen.)

Wenn Sie diese wirklich kategorisch ablehnen und Geld verdienen im Internet aus religiösen oder anderen ethischen Gründen ablehnen, müssen Sie sich über das Thema keine so großen Gedanken machen. Schreiben Sie, worüber Sie wollen – das soll jetzt nicht abwertend klingen: transportieren Sie Ihre Leidenschaft, teilen Sie Ihren Standpunkt mit, machen Sie sich keine Gedanken über mögliche Konsequenzen – zumindest nicht in Hinblick auf die Monetarisierung Ihres Blogs. Sie sind frei – ein schönes Gefühl.

Wenn Sie aber mit “Vielleicht” oder gar einem klaren “Ja” antworten, sollten Sie sich über das Thema Ihres Blogs mehr Gedanken machen. Hierzu einige Denkanstöße.

Zunächst sollten Sie sich bei einem Blog, mit dem Sie Geld verdienen wollen, auf ein Thema festlegen. So kann es auch sinnvoll sein, zwei Blogs zu führen (mehr schaffen Sie nur, wenn Sie sonst nichts oder nur wenig arbeiten – Ausnahmen bestätigen die Regel).

Hierzu gleich ein konkretes Beispiel: Bei meinem Blogprojekt umstellung.info geht es um die Umstellung der eigenen Lebensgewohnheiten mit einem Schwerpunkt auf Ernährungsumstellung. Auf der einen Seite behandle ich damit ein Thema, das mich sehr interessiert und bei dem ich andererseits die Möglichkeit sehe, langfristig Werbeerlöse zu erzielen. Eine ideale Ausgangsbasis. Was umstellung.info angeht, bin ich also “Profiblogger”. Dementsprechend fokussiere ich mich auf diesen Themenbereich. Ein Artikel über die verschiedene Bloggertypen oder über meine schnelle Meinung zu Apple würden einfach nicht in den Kontext passen – haben aber hier bei severint.net ihren Platz gefunden. Hier bin ich “Selbstdarsteller” und schreibe über alles, was mich interessiert: von Medien, Vorlieben, viel Web 2.0 (schließlich muss ich ja zeigen, was für ein toller Hecht ich bin) und sogar Politik oder provozierende Ansichten. Zwar ist auch hier Werbung eingebunden, diese ist aber nur ein reines Experiment. Wenn ich damit einen kleinen Teil der Hostingkosten hereinbekomme, bin ich schon glücklich. Beide Blogs haben also eine völlig andere Ausrichtung und eine Vermischung wäre fatal.

Ein zweites Beispiel. Nehmen wir an, Ihr Hobby ist die Koi-Zucht – worüber Sie in Ihrem privaten Blog schreiben. Irgendwann ist Ihr Blog ganz vorne bei Google zu finden, wenn nach den japanischen Fischen gesucht wird. Und so etwas weckt Begehrlichkeiten – Deutschlands führender Koi-Importeur will Ihren Blog kaufen. Blöd wenn zwischen den Artikeln über Hikarimoyomono und Utsurimono über das letzte Kindergartenfest und Ihre Vorliebe für “DIE LINKE” berichtet wird. Nicht schön: 15.000 Euro in den Wind geschossen.

Wenn Sie also mit Ihrem Blog Geld verdienen wollen, sollten Sie sich im Vorhinein genaue Gedanken über die Themenbreite machen, die Sie abdecken wollen.