Warum nicht einfach sterben?

Gastbeitrag von Maik Nozdratchev. 

Diese Tage, diese dunklen, entsetzlichen Tage. Von denen gibt es nicht viele, doch wenn sie eintreten, dann schlagen sie ein, wie ein Messerstich ins Herz.

Tage an denen ich wünschte niemals geboren zu sein, an denen ich den sofortigen Weltuntergang mehr als begrüßen würde. Diese erbittertsten aller Tage, an denen der Hauptgedanke darin besteht allem ein Ende zu bereiten. Doch was hält mich davon ab, mich diesem Gedanken einfach hinzugeben und diesem äußerst anstrengenden Gefühl von Nihilismus endlich ein Ende zu setzen?

Das einzige was mir dazu einfällt ist mein Moralempfinden und mein Überlebensinstinkt, doch wenn diese verblassen, was bleibt da noch?

„Du hast doch noch dein ganzes Leben vor dir.“

Doch wenn genau dies mir Angst macht…Natürlich bedeutet das Leben u.a. viele schöne Tage zu erleben, wunderschöne Tage, Tage an denen im Vergleich zum Leben, Utopia, wie die Bronx wirkt. Und trotzdem bleiben da diese Tage der absoluten Traurigkeit. Je mehr Zeit ich zum Leben habe, desto mehr Möglichkeiten haben diese Tage mich zu überfallen.

„Andere haben es viel schwerer als du.“

Es gibt Menschen, die alles im Leben verloren habe, ihre Überzeugungen, ihre Familie, alles was ihnen Lieb und Teuer war. Doch ich frage euch, soll dies der Grund sein um weiterzuleben? Weil ich es im Vergleich zu anderen leichter habe? Ist das Hochziehen am Leid anderer die Lösung? Nein, denn hierbei geht es nicht um die anderen, es geht nur um mich, mein Empfinden und meinen Wunsch zu sterben.

„Das ist nur eine Phase, das geht vorbei.“

Und wieder die Frage, die sich stellt. Warum soll ich auf das Vorübergehen dieser Phase warten? Ich weiß nicht wie die Zukunft aussieht, doch weiß, dass in diesem Moment der Tod, der ist, den ich am liebsten begrüßen würde.

Erkennt ihr mein Dilemma? Ich frage euch, ihr findet Antworten. Doch mir gehen die Fragen nicht aus.

Ich weiß nicht was die Zukunft bringt.

Ob ich mich töte, getötet werde, an einer Krankheit, oder an Altersschwäche sterbe. Doch solange ich lebe, versuche ich die Antwort zu finden, zu der mir keine Frage einfällt.

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