MS DOS Mobile 1.0 vorgestellt

Microsoft hat heute MS DOS mobile vorgestellt, das hier heruntergeladen werden kann. Nach dem Start steht einem auf dem Windows Phone eine mächtige DOS Umgebung zur Verfügung:

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Im Lieferumfang ist auch gleich ein Spiel, ein Telefonie Befehl, SMS und neben vielem mehr auch eine zeitgemäße Kamera App, mit der man sogar Selfies machen kann:

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Microsoft hat in MS DOS Mobile 1.0 verblüffend viel hineingesteckt – und wenn man nicht weiterkommt, hilft einem Cortana weiter.

Verschwörungstheoretiker, Gutmenschen und Germanwings 4U9525

Ein klarer Fall

Als wäre nicht schon alles schlimm genug rund um den Absturz von Germanwings Flug 4U9525 – die reflexhaften Reaktionen der Verschwörungstheoretiker widern mich besonders an.

Vermutlich gab es selten einen Flugzeugabsturz, der so schnell und schlüssig aufgeklärt werden konnte, wie dieser:

Der Pilot bittet den Copiloten, das Kommando zu übernehmen und geht auf Toilette. Letzterer verriegelt die Tür, schaltet den Autopiloten ab und leitet den Sinkflug ein. Als der Pilot anklopft, macht der Copilot einfach die Tür nicht auf. Als der Pilot dann den Sicherheitscode zur Türöffnung eingibt, blockiert der Copilot diese; wie das geht, ist hier sehr gut nachzulesen. Das bleibt seine einzige Reaktion, die aber – neben seinem regelmäßigen Atmen – belegt, dass er bei Bewusstsein ist. Auch auf Funksprüche antwortet er nicht. Der Pilot versucht anschließend sogar noch, die Tür mit einer Axt einzuschlagen – vergeblich. Schließlich zerschellt das Flugzeug an einer Felswand. All das ist anscheinend sehr gut auf der Aufzeichnung des Voice-Recorders zu hören.

Wäre sich die Staatsanwaltschaft ihrer Sache nicht so sicher, hätte sie sich nicht so weit aus dem Fenster lehnen müssen – insbesondere nicht, da jeder davon ausging, dass die Ermittlungen noch Wochen wenn nicht gar Monate dauern könnten.

Auch Germanwings und Lufthansa halten diesen Ablauf für gesichert – und dies, obwohl sich Germanwings der Frage stellen muss, ob man nicht bei der Personalauswahl sorgfältiger sein müsste und möglicherweise Fürsorgepflichten nicht nachgekommen ist. Der Imageschaden ist wahrscheinlich deutlich größer als bei einem technischen Defekt.

Der Fall ist im Grundsatz also gelöst – über das Motiv des Co-Piloten Andreas Günter Lubitz kann man freilich nur spekulieren. Vielleicht werden wir diese nie erfahren.

Fest steht aber: Für Verschwörungstheorien ist hier wirklich kein Platz. Für die meisten Behauptungen gibt es sachlich fundierte Antworten, siehe unten.

Der Name des Copiloten

Ebenso kein Platz ist für die Empörung einiger “Gutmenschen” über die Nennung des Namens des Copiloten. Dieser war ohnehin schon aus der vorherigen Berichterstattung bekannt. Und was sollte die Staatsanwaltschaft sagen? “Es hat sich jemand im Cockpit eingeschlossen und das Flugzeug in den Berg gesteuert, wir sagen aber nicht wer.” – DAS würde Raum für Verschwörungstheorien liefern. Zudem ist es bei vergleichbaren Fällen üblich, den Namen des Täters zu nennen. Eine andere Frage ist freilich, was einige Medien aus der Berichterstattung über Lubitz machen, aber das ist ein anderes Thema und durchaus kritisch zu hinterfragen.

Es ist wirklich nicht die Zeit, sich künstlich zu empören oder wild zu spekulieren.

Fragen – und ganz einfache Antworten

Der Luftfahrtexperte Tim van Bevere meint aber, der Copilot könnte auch ohnmächtig gewesen sein!

Sehr unwahrscheinlich. Wie hätte er dann den Autopiloten ausschalten und die Türöffnung manuell blockieren können? Außerdem hat er laut Darstellung der Staatsanwaltschaft gleichmäßig normal weitergeatmet.

Es gab einen Druckabfall im Cockpit!

Auch dann hätte sich die Atmung verändert.

Könnte es nicht sein, dass der Copilot wegen toxischer Dämpfe/Herzinfarkt/Schlaganfall etc. nicht mehr richtig reagieren konnte und gar nicht abstürzen wollte?

Auch dann hätte es wohl Auffälligkeiten bei der Atmung gegeben. Und wie hätte er dann die Türblockierung auslösen können – und warum?

Dass als Zielhöhe 96 Fuß (entsprechend 29m) eingestellt wurde, ist reine Spekulation. Der Datenrecorder wurde ja noch nicht gefunden.

Diese Einstellung wird per Funk an Eurocontrol übertragen.

Warum hat niemand mit dem Handy angerufen?

Fraglich, ob es im Absturzgebiet überhaupt Netzabdeckung gibt. Und selbst wenn: bei Geschwindigkeiten ab 250km/h funktioniert GSM nicht mehr zuverlässig, erst recht nicht bei den 800km/h in einem Flugzeug.

Der Copilot war in Wirklichkeit Abbas Gürbüz und war Islamist.

Dies ist eine haltlose Vermutung. Warum sollten Ermittler und Fluggesellschaft einen falschen Namen nennen? Aus Protokollen, Aufzeichnungen und Zeugenaussagen lässt sich nachvollziehen, wer an Bord war.

Der französische Präsident Hollande hat direkt nach dem Absturz gesagt, dass es keine Überlebenden gab. Er muss also in die Sache involviert sein.

Bereits um 11:10h waren Hubschrauber der französischen Luftwaffe vor Ort. Für diese war der Zerstörungsgrads des A 320 erkennbar – und damit auch, dass es keine Überlebenden geben konnte.

Warum gibt es keine richtig großen Wrackteile?

Der Airbus A320 ist mit fast 800km/h in eine Felswand geflogen. Dabei wirken so große Kräfte ein, die zu so einer massiven Zerstörung führen.

Die Maschine ist komplett pulverisiert. Sie muss mit einer Waffe zerstört worden sein.

Es sind durchaus auch einige größere Wrackteile vorhanden – die Zerstörungen sind typisch für einen Sturz in einen Berg.

Sie ist aufgrund des Abschusses durch französische Mirage Kampfjets in den Berg geflogen sein.

Für einen Abschuss finden sich keine Hinweise auf den Aufzeichnungen des Voice-Recorders. Zudem hätte es dann in diesem Moment eine plötzliche Veränderung der Flugroute gegeben, z.B. ein ruckartiges Absteigen. Das konnte aber nicht beobachtet werden.

Wrackteile sind schon vor der Absturzstelle zu finden. Das deutet doch darauf hin, dass das Flugzeug abgeschossen wurde.

Wie schon gesagt – für einen Abschuss gibt es keine Hinweise. Auch ist nicht bestätigt, dass es schon vor der eigentlichen Absturzstelle Wrackteile gibt. Aber selbst wenn dies zutrifft, gibt es dafür eine Erklärung: Die Ermittler nehmen an, dass es vor dem “Hautpaufprall” möglicherweise schon eine Bodenberührung gab. Dabei können Teile abgefallen sein – und in diesem Moment setzen anscheinend auch die Schreie ein.

Der Sprachrekorder war geöffnet, als er gefunden wurde. Er wurde also sicher manipuliert.

Richtig ist, dass die Box des Voice Recorders beschädigt war. Angesichts des heftigen Aufpralls ist das aber auch nicht verwunderlich. Hätte man die Aufzeichnung auf dem Flash Speicher manipulieren wollen, hätte man die Box nicht vorher aufbrechen müssen.

Es waren Aliens oder Putin. Oder vielleicht ist der CoPilot durch Chemtrails verändert worden. Es könnte auch sein, dass die US-Luftwaffe das Flugzeug versehentlich mit einem Flüssiglaser abgeschossen hat.

Bitches, please.

Über den Umgang mit dem Namen des Copiloten von Germanwings 4U9525

Auf twitter empören sich einige darüber, dass der volle Name des Co-Piloten von Germanwings Flug 4U9525 nun bekannt ist.

An sich ist die Diskussion darüber eh müßig, da der Name des Copiloten vorher schon bekannt war. Aus Todeslisten, Traueranzeigen, Interviews und normaler Presseberichterstattung.

Festzustellen ist weiter, dass es eine bewusste Entscheidung der französischen Staatsanwaltschaft war, den Namen von Andreas Günter L. nochmals ausdrücklich öffentlich zu machen. Ich glaube auch, jede andere Entscheidung wäre angesichts der Dimension des mutmaßlichen Mordes und der Umstände des Falls nicht nachvollziehen und würde nur zur Spekulationen führen. Bei anderen spektakulären Morden und Verbrechen wird auch nicht anders entschieden.

Eine ganz andere Frage ist aber, wie die Medien nun mit dem Namen umgehen.

Das Abfilmen des Elternhauses, Veröffentlichen von privaten Fotos und reißerische Überschriften mit seinem Namen – wie man es nun bei den üblichen Verdächtigen sieht - sind für mich absolute NoGos.

Und auch wenn sich die französische Staatsanwaltschaft seiner Schuld sehr sicher zu sein scheint: bis dies endgültig geklärt ist, würde ich nur von Andreas L. sprechen. Und daher mache ich das hier auch so.

Nachtrag 27.03.2015: Inzwischen halte ich die Abläufe für so gesichert, dass praktisch kein Zweifel mehr an der Darstellung der Staatsanwaltschaft besteht. Daher halte ich nunmehr die Nennung des vollen Namens auch für legitim.