Rittmayer Bitter 58

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Die kleine Brauerei Rittmayer aus Hallerndorf (Franken) macht sich in jüngerer Zeit um individuelle Biere verdient. Und hier sticht das Bitter 58 heraus, das – wie der Name schon andeutet – 58 Bittereinheiten hat und sich somit positiv von den Fernsehbieren abhebt. Es ist ein Pils, das an englische ESB (Extra Strong Bitter) angelehnt ist.

Es riecht angenehm intensiv nach Hopfen mit einer ausgeprägten Zitronen/Fruchtnote. Voller Geschmack mit einer schönen ausgeprägten Bitternote. Ein Bier, das man nicht einfach so trinkt, sondern bewusst genießt.

  • Bittereinheiten: 58
  • Alkoholgehalt: 5,8%
  • Bezugsquellen: sehr gut sortierter Getränkefachhandel; in Bonn z.B. bei Edeka Markt Mohr (Bornheimer Straße)

10 Fakten zu Christi Himmelfahrt

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  1. An Christi Himmelfahrt feiert die Kirche, dass Jesus Christus in den Himmel aufgefahren ist und den Platz zur Rechten seines Vaters eingenommen hat. Das Verhältnis von Auferstehung und Himmelfahrt wird theologisch intensiv diskutiert.
  2. Der Feiertag wird von der katholischen und den orthodoxen und evangelischen Kirchen als Hochfest begangen.
  3. In der Schweiz und Liechtenstein wird das Fest Christi Auffahrt genannt, die lateinische Bezeichnung ist “Ascensio Domini” (Aufstieg des Herrn).
  4. Begangen wird Christi Himmelfahrt am 40. Tag des Osterfestkreises und fällt damit immer auf einen Donnerstag. Der frühestmögliche Termin ist der 30. April, der späteste der 3. Juni.
  5. In einigen Regionen finden zu Christi Himmelfahrt Prozessionen statt. Besonders bekannt ist der Gymnicher Ritt, eine Reiterprozession in Erftstadt-Gymnnich. Früher hatten diese Prozessionen, die auch vorher und nachher stattfinden konnten, auch große agrarische Bedeutung – so stand die Bitte um gutes Wetter und Wachstum auf den Feldern im Vordergrund.
  6. In einigen Kirchen in Bayern, Österreich und Südtirol wird zu Christi Himmelfahrt  die Jesus-Statue durch das sog. Heiliggeistloch nach oben gezogen, um so die Auffahrt in den Himmel zu veranschaulichen.
  7. In der Himmelfahrtskapelle in Jerusalem ist angeblich der letzte Fußabdruck Jesu auf Erden zu sehen.
  8. Christi Himmelfahrt ist ein bundesdeutscher Feiertag. Auch in der Schweiz, in Österreich, in Liechtenstein, in Luxemburg, sowie in Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Grönland, Haiti, Indonesien, Island, Kolumbien, Madagaskar, Namibia, Niederlande, Norwegen und Schweden ist heute frei.
  9. In Italien und in Ungarn wurde der Feiertag abgeschafft und das Fest wird am Sonntag danach begangen. Insbesondere in Italien gibt es Bestrebungen, den Donnerstag wieder zum Feiertag zu machen.
  10. In Deutschland wird dieser Tag auch als Vatertag oder Herrentag begangen. Regional unterschiedlich werden entweder Ausflüge mit der Familie gemacht oder die Väter (und andere Männer) veranstalten Herrentouren mit dem Bollerwagen, bei denen meist viel Alkohol fließt. Regional wird der Tag auch Schinkentag genannt. Übrigens ist schon aus dem Mittelalter überliefert, dass an diesem Tag besonders viel Alkohol getrunken wurde.

Bild: Der Himmel über Bonn Röttgen, aufgenommen am 5. Mai 2016 (Christi Himmelfahrt).

10 Fakten zu Fronleichnam

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  1. An Fronleichnam feiert die Kirche die leibliche Anwesenheit Jesu Christi bei der Eucharistie.
  2. Der Name leitet sich vom mittelhochdeutschen “vrône lîcham” ab, was “des Herren Leib” bedeutet.
  3. Der Feiertag wird am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest begangen, welches immer am Sonntag nach Pfingsten stattfindet.
  4. Die liturgische Bezeichnung ist “Hochfest des Leibes und Blutes Christi”, im Volksmund wird das Fest auch “Prangertag” oder “Bluttag” genannt.
  5. Anlässlich des Feiertages finden in vielen Gemeinden oft prunkvolle Prozessionen statt, bei denen die Monstranz mit dem Allerheiligsten durch die Gemeinde geführt wird.
  6. In einigen Orten ist es Tradition, Fronleichnamsspiele aufzuführen, an denen fiktive Bibelszenen dargestellt werden.
  7. Martin Luther war ein Gegner des Festes, er bezeichnete es als schädlich. Die evangelischen Christen feiern Fronleichnam daher nicht. Allerdings hat es für die Church of England große Bedeutung.
  8. In der Schweiz haben früher evangelische Bauern an Fronleichnam den Mist auf die Felder gebracht, um die Prozessionen zu stören.
  9. In Deutschland ist es in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland sowie in einigen Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung in den Ländern Sachsen und Thüringen (Landkreis Eichsfeld, den Eichsfelder Ortschaften des Unstrut-Hainich-Kreises und Teilen des Wartburgkreises) gesetzlicher Feiertag. In der Schweiz in den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Jura, Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Tessin, Uri, Wallis und Zug sowie in einigen Gemeinden der Kantone Aargau, Freiburg, Graubünden, Neuenburg und Solothurn. In Österreich, Liechtenstein und Luxemburg ist es generell Feiertag.
  10. Ebenso ist heute gesetzlicher Feiertag in San Marino,Polen, Kroatien, Portugal, Bolivien, Brasilien, der Dominikanischen Republik, Kolumbien, Osttimor, Saint Lucia und Trinidad und Tobago und Teilen Spaniens. In Italien und Ungarn wird es am darauffolgenden Sonntag begangen.

indieserminute.de ist Linktipp in der ct’

Über mein Projekt indieserminute.de hatte ich ja hier schon berichtet. Sie wissen schon: für jede Minute des Tages ein kleiner Infoschnipsel, der einen Bezug zu dieser Minute hat.

Zum Start gab es einige Neugierige, danach pendelte sich der tägliche Traffic bei 0-30 Seitenaufrufen ein – kein Wunder, wer sucht auch nach so etwas… Bis zum Freitag, als es scheinbar Traffic aus dem Nichts gab. Den Grund habe ich gefunden, als dann auch Besucher von der heise Seite kamen – und tatsächlich: das kleine Projek ist Linktipp in der ct’ geworden:

indieserminute-ct-linktipp

Und dabei sollte es nicht bleiben, es folgte eine Erwähnung auf reddit und im Kraftfuttermischwerk. Und daher kann ich mich heute über einige Tausend Seitenabrufe freuen.

Vielen Dank für das Interesse!

Die 10 ältesten deutschen Städte

  1. Worms, durchgehende Besiedlung im Gebiet wahrscheinlich seit 5.000v.Chr.
  2. Manching, keltische Siedlung seit dem 3. Jahrhundert vor Christus.
  3. Trier, 30v.Chr. als römisches Militärlager gegründet.
  4. Köln, gegründet 19v.Chr. von den Römern.
  5. Neuss, von Drusus 16v.Chr. gegründet.
  6. Kempten (Allgäu), keltische Stadt, die 15.v.Chr. von den Römern erobert wurde.
  7. Augsburg, gegründet 15v.Chr. als römisches Legionslager.
  8. Mainz, 13v.Chr. als festes Heerlager von den Römern gegründet.
    Xanten, 13v.Chr. als römisches Legionslager gegründet.
  9. Andernach, gegründet 12v.Chr. von den Römern.
    Bonn, gegründet 12v.Chr. als römisches Erkundungslager.
  10. Speyer, 10v.Chr. als römisches Heerlager gegründet.

1.000 unabhängige Direktkandidaten bei der Bundestagswahl 2017

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Das Ziel

Ich habe ein Ziel: Bei der Bundestagswahl 2017 sollen mindestens 1.000 unabhängige Direktkandidaten antreten. Mindestens. Bei den 299 Wahlkreisen in Deutschland müssten sich also durchschnittlich je rund 3,4 Kandidaten finden.

Was sind Einzelbewerber?

Die unabhängigen Einzelbewerber treten nicht für eine Partei an, sie sind eben unabhängig, teilweise werden sie aber von Wählervereinigungen unterstützt. Gewählt werden können Sie mit der Erststimme. Schafft ein Einzelbewerber in seinem Wahlkreis die relative Mehrheit der Erststimmen, zieht er als Wahlkreisabgeordneter in den Bundestag ein. Erreicht er in seinem Wahlkreis 10% der Stimmen, erhält er immerhin Wahlkampfkostenerstattung. Die wichtigsten Details habe ich hier zusammengefasst.

Was bringt das aber?

Zugegeben – seit 1953 hat es kein Einzelbewerber mehr in den Bundestag geschafft. Nur wenige haben die 10% gerissen. Die meisten kriegen nur 0,x% der Stimmen.

Was soll das also bringen? Und was ist meine Motivation?

Ich habe das Gefühl, dass sich Politik und Wähler immer mehr entfremden. Viele unabhängige Direktkandidaten wären diesbezüglich ein starkes Symbol für mehr direkte Demokratie.

Viele Direktkandidaten können aber in der Tat auch etwas bewirken.

Zunächst: Je mehr Direktkandidaten in einem Wahlkreis antreten, desto mehr können Sie dort die Erststimmenergebnisse durcheinanderrütteln und so für einen bunteren Bundestag sorgen.

Denkt man das ganze weiter, könnte man auch erreichen, dass einzelne Direktkandidaten es auch in der Tat in den Bundestag schaffen!

Wenn man den potentiellen Direktkandidaten eines Kreises eine Plattform bietet, sich im Vorfeld abzustimmen und es zeichnet sich ab, dass einer besonders erfolgreich sein könnte, könnten einige (oder auch alle) der potentiellen Bewerber diesen einen Direktkandidaten unterstützen. Wenn dieser dann die relative Mehrheit der Stimmen holt, ist er im Bundestag.

Wer könnten solche Kandidaten sein, die das schaffen?

Zum Beispiel parteilose Bürgermeister, die es ja in einigen Städten gibt. Politisch engagierte Künstler, Unternehmer, Universitätsprofessoren, Lokalgrößen, Wirte oder andere Lokalprominenz, Parteirebellen…. Stellen Sie sich vor, Boris Palmer (der grüne OB von Tübingen) würde als unabhängiger für den Bundestag kandidieren…

Viele unabhängige Einzelbewerber würden auf jeden Fall für eine buntere Politik in Deutschland sorgen.

Wie will ich das Ziel erreichen?

Zugegeben, außer ein paar hundert Lesern hier im Blog kann ich mit nicht viel dienen. Aber je mehr Leser diese Idee teilen, um so weiter kann sie sich verbreiten.

Allerdings starte ich eine neue Seite, einzelbewerber2017.de. Auf dieser werde ich weitere Anleitungen geben, wie man als unabhängiger Kandidat antreten kann, werde Direktkandidaten vorstellen, die Möglichkeit zum Austausch mit potentiellen Unterstützern bringen und Tipps geben, wie man seine Kandidatur einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen kann.

Möglicherweise werde ich auch selbst als Direktkandidat in Bonn antreten.

Ok, ich will helfen! Was kann ich tun?

Es gibt viele Möglichkeiten, die Aktion zu unterstützen!

  • Treten Sie selbst als Einzelbewerber in Ihrem Wahlkreis an.
  • Unterstützen Sie einen unabhängigen Direktkandidaten – finanziell, mit Sachleistungen, durch Liken seiner Seite, Mundpropaganda
  • Unterschreiben Sie die Unterstützerlisten der Direktkandidaten in Ihrem Wahlkreis
  • Motivieren Sie potentiell erfolgreiche Einzelbewerber, bei der Bundestagswahl 2017 anzutreten
  • Wählen Sie einen unabhängigen Kandidaten
  • Teilen Sie diese Artikel auf Facebook, twitter, Google Plus und wo sonst auch immer

Wie geht es weiter?

Ich werde hier und auf der Einzelbewerber 2017 Seite informieren, wenn es etwas neues gibt!

Schönen 1. Mai 2016

Rezension: Traumschrott

Was der Autor nicht wusste: Die, von der er dachte, sie wäre ich und würde brav am Gremientisch sitzen, das war gar nicht ich.

Ich hatte Sie 10 Minuten zuvor draußen vor dem Gebäude kennengelernt. Sie wollte ein Neurologie-Kolloquium in einem der Nebengebäude besuchen und während Sie sich ein paar Notizen in Ihrem Smartphone machte, sprach ich Sie einfach an. Wir kamen ins Plaudern, und Sie war offen von Ihrem Fachgebiet zu berichten. Neben der Neuroanatomie schwärmte Sie von der Neuropathologie, die die strukturellen Veränderungen des Nervensystems bei krankhaften Prozessen untersucht. Sie erzählte mir, dass Neuropathologie ein sehr spezielles, klinisch-theoretisches Fachgebiet sei und Verbindungen zu allen Bereichen die im wissenschaftlichen Diskurs der Neurologie auftauchen, besitzt. Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie könnten nicht ohne die Neuropathologie existieren. Sie lächelte, während Sie mir dies erzählte.

Ich spürte, dass Sie viel geheimes und wertvolles Wissen in sich verborgen hatte und es erschien mir, als würde Sie es nur allzu gern mit mir teilen wollen.

Bei Fortdauer unseres Gespräches fiel mir auf, dass Sie mir rein äußerlich sehr ähnlich sah. Sie hatte weiche Gesichtszüge, und ihre Haarfarbe und die Art, wie Sie die Haare trug, entsprachen nahezu völlig meinem persönlichen Stil. Sie machte mich neugierig, und ich lag auf der Lauer nach weiteren Gemeinsamkeiten.

Ich erfuhr von Ihr, dass es in Deutschland nur 98 zugelassene und praktizierende Neuropathologen gab und dass der Anteil der Frauen verschwindend gering sei.
“In letzter Zeit habe ich sehr oft darüber nachgedacht, wie groß der Einfluss von Emotionen und Motivation auf die Handlungen und die Kontrolle der Handlungen ist”, versuchte ich einen Anknüpfungspunkt an Ihre Erzählungen zu finden, um so auch etwas beitragen zu können. Sie lächelte geheimnisvoll. “Wollen wir von dir sprechen?”
“Nein, bloß nicht.” Ich konnte ein Lachen nicht unterdrücken. “Ich bin ein völlig langweiliges Forschungsobjekt.”

Sie nickte wissend, und ich wusste nicht, ob Ihre Reaktion mir schmeicheln sollte oder kritisch gemeint war.

“Du machst dir also Gedanken darüber, warum Menschen handeln, wie Sie handeln?”, führte Sie die einen Moment zum Stillstand gekommene, Plauderei weiter.

Nun nickte ich zustimmend und ergriff wiederum das Wort. “Und ich frage mich, warum du dieses spezielle Forschungsgebiet für dich gewählt hast. Was gibt es dir?”

Ihre folgenden Ausführungen waren für mich im Nachhinein schwierig zu erinnern, und ich habe lediglich die wichtigsten Äußerungen in Gedanken für mich zusammengefasst.
Im Anschluss an Ihren kleinen Vortrag entstand wiederum ein lebendiges Gespräch zwischen uns. Dies kreiste um die Themen Idealismus, Manipulation des Gehirns, Persönlichkeit und äußerer Einfluss, Kunst und Talent, das Leben und der Wunsch nach dem Tod, Sucht und Paranoia sowie die Vorstellungskraft des Menschen. Und natürlich die Liebe. In jedem einzelnen Satz war Ihre Leidenschaft für jedes einzelne Thema zu spüren. Niemals würde ich dieses Gespräch mit solcher Anmut wiedergeben können, wie Sie diese in jenen Momenten ausstrahlte.

Ich spürte, dass meine Gedanken, die mich nun zu einem Bündnis mit ihr drängten, einfach zunehmend mehr Sinn machten. Ich musste Sie einfach fragen.

In einer Pause zwischen Ihren Ausführungen über die Gefahr seinen Träumen zu schnell nachzugeben, bat ich sie um den Gefallen. Ich beugte mich zu ihr herunter – sie war ein wenig kleiner als ich – und flüsterte ihr ins Ohr, was mir keine Ruhe mehr ließ. Wie ein Pakt, ein Geheimnis, was niemand je lüften würde, so erschienen mir Ihre Nähe und meine Worte in diesem Moment.

Der Autor würde natürlich diese, unsere kleine Abmachung, nicht durchschauen, denn er hatte uns nicht beobachtet und würde nicht im Geringsten Verdacht schöpfen. Ich schaute mich zur Sicherheit nochmal mal um, während ich wieder ein Stück Abstand von ihr nahm und gebannt auf ihre Antwort wartete.

Ein Nicken.

Ich drückte Ihr meinen Schreibblock und meinen Kugelschreiber in die Hand. Auf einen kleinen separaten Zettel schrieb ich ihr meine Adresse. Diesen verstaute sie in ihrer Manteltasche und versprach mir ihre Aufzeichnungen heute Abend noch vorbeizubringen, da meine Wohnung auf ihrem Nachhauseweg liegen würde. Noch bevor ich nach Ihrer Handynummer fragen konnte, nahm Sie meine rechte Hand und schrieb auf die Innenfläche “NA 300-1”.

Das NA-Gebäude lag wirklich nicht weit entfernt. Auf dem Weg dorthin kamen mir mehrere junge Männer in weißen Kitteln entgegen, die mich alle sehr freundlich grüßten. Ein wenig irritiert erwiderte ich ihren Gruß.

Ich fühlte mich akzeptiert und hatte somit auch kein Problem im Raum 300-1 (die 1 stand für das erste Obergeschoss) zwischen all den Neurologen Platz zu nehmen.

Die folgenden vier Stunden waren in Bezug auf Spannung, kuriosem Wissen, ganz neuen Weltauffassungen und enorm lebendigen Vorträgen kaum zu überbieten.
Angefüllt mit den faszinierendsten Bildern und Erkenntnissen über die menschliche Psyche ging ich nach Hause. Ich schloss die Haustür auf, und mein erster Weg führte mich zum Briefkasten. Hastig öffnete ich diesen, griff aber ins Leere.

Kein Schreibblock, keine Aufzeichnungen.

In der folgenden Nacht hatte ich die kuriosesten Träume. Ein paar Mal wachte ich schweißgebadet auf und versuchte einen klaren Gedanken zu fassen und die Bilder in eine Struktur zu bringen und mit Sinn zu versehen – doch es gelang mir nicht.
Meine Träume drehten sich um böswillige Firmenchefs und raffgierige Arbeiter. Väter, ihre Schwiegersöhne und deren Frauen. Idealismus und das wahre Leben. Dann wiederum um die vermeintliche Liebe, die ein Mann zu seiner Hure entwickeln kann. Und die Hure, die in ihrer Rolle gefangen ist. Menschen, die in ihrer Sucht eine Chance sehen vor der Paranoia zu flüchten. Künstler die Ihr Selbst nicht ertragen können.

Eremiten und Sandbänke, Gleichnisse voller Schönheit und Wahrheit.

Als ich nach dem Klingeln meines Weckers auf dem Weg ins Bad war, ging ich durch die Küche und sah auf dem Küchentisch meinen Schreibblock und daneben meinen Kugelschreiber liegen. Der Block war aufgeklappt und auf der Mitte der Seite war in geschwungenen Majuskeln ein Teil eines französischen Gedichts notiert. Fasziniert las ich die Worte, die Sie für mich niedergeschrieben hatte:

“Traumschrott”

Nous userons notre âme en de subtils complots,
Et nous démolirons mainte lourde armature,
Avant de contempler la grande Créature
Dont l’infernal désir nous remplit de sanglots.

Rezension zu
Traumschrott: Kurzgeschichten von Christian Krumm.

Der Weg in den Bundestag als unabhängiger Kandidat

einzelkandidaten-bundestagDie Einzelbewerber

Immer wieder treten in einzelnen Wahlkreisen bei Bundestagswahlen von den Parteien unabhängige Kandidaten an, die auch Einzelbewerber, Parteilose oder einfach Unabhängige genannt werden.

Dies sind Direktkandidaten im jeweiligen Wahlkreis und können mit der Erststimme gewählt werde. Erreicht ein Direktkandidat in seinem Wahlkreis die relative Mehrheit der Stimmen ist er als Abgeordneter in den Bundestag gewählt.

Bei der Bundestagswahl 2013 gab es immerhin 81 solche Einzelbewerber – von denen es aber keiner ins Parlament schaffte.

Voraussetzungen

Doch was muss man tun, um selber als unabhängiger Kandidat anzutreten? Zunächst gelten folgende Voraussetzungen:

  • Passiv wahlberechtigt – also als Kandidat wählbar – ist grundsätzlich jeder deutsche Staatsbürger, der volljährig ist. Es ist nicht erforderlich, dass man seinen Wohnsitz in dem Wahlkreis hat, in dem man antreten will.
  • Spätestens am 66. Tag vor dem vorgesehenen Wahltermin muss man bis 18h beim zuständigen Kreiswahlleiter seine Anmeldung abgegeben haben. Hierfür gibt es ein Formblatt (Formblatt Anlage 13 zu § 34 Abs. 1 BWO), das die notwendigen Angaben aufführt. Angeben muss man insbesondere den Familiennamen, die Vornamen, den ausgeübten Beruf oder anderen Stand (z.B. Student, Rentner…), das Geburtsdatum, den Geburtsort und die Anschrift der Hauptwohnung. Daneben kann man statt des Parteinamens ein “Kennwort” angeben, das dann auf dem Wahlzettel erscheint; z.B. “Ihr unabhängiger Kandidat für Bonn” oder “Für Volksentscheide”.
  • Weiter braucht man 200 Unterschriften von Unterstützern, die in dem Wahlkreis, in dem man antritt, wahlberechtigt sind. Diese müssen die Erklärung auf einem Formblatt (Anlage 14 zu § 34 BWO) persönlich und handschriftlich unterzeichnen. Neben der Unterschrift sind dabei der Familienname, die Vornamen, Geburtsdatum und die Anschrift der Hauptwohnung sowie der Tag der Unterzeichnung anzugeben. Da die Wahlberechtigung der Unterstützerstimmen überprüft wird, empfiehlt es sich, aus Sicherheitsgründen mehr als 200 Unterschriften zu sammeln. Die Unterschriften müssen ebenfalls innerhalb der genannten Frist beigebracht werden.
  • Wenn alle Voraussetzungen passen, steht man als Direktkandidat auf dem Wahlschein.

Welches der zuständige Kreiswahlleiter ist, findet man auf den Internetseiten des Bundeswahlleiters. Der Kreiswahlleiter kann einem auch die entsprechenden Formulare zur Verfügung stellen.

Hilfen für Einzelbewerber

Als unabhängiger Kandidat kann man nicht auf die Unterstützung der Parteien zurückgreifen. Dennoch gibt es bestimmte Formen und Möglichkeiten der Unterstützung.

  • Zunächst hat jeder, der “sich um einen Sitz im Bundestage bewirbt, … Anspruch auf den zur Vorbereitung seiner Wahl erforderlichen Urlaub”, was sich aus dem Grundgesetz ergibt (Art. 48 GG). Dies sollte man mit seinem Arbeitgeber abstimmen.
  • Wahlkampfkosten sind möglicherweise steuerlich absetzbar; hier sollte man im Vorfeld mit seinem zuständigen Finanzamt Kontakt aufnehmen.
  • Spenden an Einzelbewerber sind anders als Parteispenden steuerlich nicht absetzbar. Möglich wäre es ggf. einen gemeinnützigen Verein zu gründen, der dann den Direktkandidaten unterstützt. Spenden an diesen Verein könnten dann von der Steuer abgesetzt werden. Auch dieses Konstrukt sollte man vorher mit seinem Steuerberater, ggf. Rechtsanwalt und zuständigem Finanzamt absprechen, damit es nachträglich keine bösen Überraschungen gibt.
  • Unterstützung durch bestehende Vereine und Zusammenschlüsse ist ebenfalls möglich; so traten 1987 245 unabhängige Kandidaten der Friedensliste an; 2009 hatten 62 Kandidaten das Kennwort “Willi Weise Projekt” angegeben, das für ein bedingungsloses Grundeinkommen eintritt. 22 Kandidaten wurden in diesem Wahljahr von der Wählervereinigung “Für Volksentscheide” unterstützt.
  • Nach der Wahl ist eine staatliche Zuwendung in Höhe von 2,80 Euro je gültige Stimme für den Einzelbewerber möglich. Diese wird aber nur gezahlt, wenn im Wahlkreis mindestens 10% der im Wahlkreis abgegebenen gültigen Erststimmen erreicht wurden. Diese Hürde ist vergleichsweise hoch und wurde bisher nur von wenigen Kandidaten erreicht. Nähers regelt § 49b BWG.

Ein Fazit

Bisher haben es erst drei Einzelbewerber in den Deutschen Bundestag geschafft, was 1949 der Fall war. Möglich war dies an sich nur durch das damals noch andere Wahlrecht sowie den Umstand, dass diese nur formell unabhängig waren, de facto aber von Parteien unterstützt wurden. Seit der Bundestagswahl 1953 erreichte kein Einzelbewerber mehr die relative Mehrheit der Stimmen in seinem Wahlkreis und nur neun mal wurden die für die Wahlkampfkostenerstattung notwendigen 10% erreicht.

Man möchte also meinen, dass es von vornherein aussichtslos ist, als Einzelbewerber anzutreten – dennoch kann dies lohnend sein, was ich in einem späteren Artikel hier betrachten werden.

Die Henkersmahlzeit

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Hintergrund und Geschichte

In den meisten Kulturen war es Brauch, den zu Tode verurteilten einen letzten Wunsch in Form einer letzten Mahlzeit zu erfüllen. Und auch in den meisten Staaten der Welt, die noch die Todesstrafe vollstrecken, hat sich dieser Brauch gehalten.

Es gibt viele Versuche, diesen Brauch zu erklären und zu begründen. Meist wird angeführt, dass diese letzte Mahlzeit eine Form der Annahme des Urteils durch den Verurteilten sei und somit eine Versöhnung zwischen Gesellschaft und Täter erfolge. In ähnlichem Zusammenhang ist es zu sehen, dass in vielen Staaten der USA der Gefängnisdirektor die letzte Mahlzeit gemeinsam mit dem Todeskandidaten einnimmt.

Zurückverfolgen lässt sich das Ritual der Henkersmahlzeit bis mindestens ins 14. Jahrhundert. Aber auch schon im alten Ägypten oder Persien wurde den Todgeweihten jeder kulinarische Wunsch erfüllt.

Inzwischen ist die Tendenz in Teilen der USA eine andere. Texas hat ihn ganz abgeschafft, in den gesamten USA sind seit 1976 Alkohol und Zigaretten verboten, in Florida darf die letzte Mahlzeit nicht mehr als 40 US$ kosten, in Oklahoma gar nur 15 US$.

Die meisten Todeskandidaten in den USA wünschen sich Burger, Steaks, Pizza und frittierte Speisen. Aber es gibt auch Ausnahmen… einige Klassiker und Ausnahmen – nicht nur aus den USA – habe ich im nächsten Abschnitt zusammengefasst. Die Fälle sind chronologisch sortiert.

Einige ausgesuchte Henkersmahlzeiten

Susanna Margaretha Brandt, hingerichtet am 14. Januar 1772 in Frankfurt am Main; die Kindsmörderin diente Goethe als Vorlage für die Gretchentragödie: ein Glas Wasser. Das angebotene Essen – Gerstensuppe, Blaukraut, Bratwurst, Rindfleisch, Karpfen, Kalbsbraten, Konfekt, Brot, Wein – lehnte sie ab. Dies galt als schlechtes Zeichen, da sie ja so die Versöhnung ablehnte (s.o.).

Karl Ludwig Sand, Mörder von August von Kotzebue, hingerichtet mit dem Schwert am 20. Mai 1820 in Mannheim: Mehlsuppe

Charles Peace, Serienmörder, hingerichtet durch den Strang am 25. Februar 1879: Eier mit Speck (Frühstück).

Peter Kürten, Serienmörder und Vergewaltiger (Der Vampir von Düsseldorf), hingerichtet mit dem Fallbeil am 2. Juli 1931 in Köln: Wiener Schnitzel, frittierte Kartoffeln, eine Flasche Weißwein. Er bat um einen Nachschlag, der ihm gewährt wurde.

Hans Frank, Wilhelm Frick, Alfred Jodl, Ernst Kaltenbrunner, Wilhelm Keitel, Joachim von Ribbentrop, Alfred Rosenberg, Julius Streicher, Fritz Sauckel, Arthur Seyß-Inquart, allesamt verurteilt bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen und am 16. Oktober 1946 durch den Strang hingerichtet: Würstchen mit Kartoffelsalat. Der verurteilte Herman Göring hat sich der Hinrichtung nach der Mahlzeit durch Selbstmord mittels einer Zyankali-Kapsel entzogen.

Raymond Fernandez, Serienmörder, hingerichtet auf dem elektrischen Stuhl in New York am 15. März 1951: Zwiebel-Omelette, Pommes Frites, Schokolade und eine kubanische Zigarre.

Joseph “Mad Dog” Taborsky, Mörder, hingerichtet auf dem elektrischen Stuhl am 17. Mai 1960 in Connecticut: Banen Split, Kirschlimo, Kaffee mit Sahne und Zucker und eine Packung Zigaretten.

Adolf Eichman Organisator des Holocaust, gehängt am 1. Juni 1962 in Israel: er wählte die normale Kost im Gefängnis (Brot, Oliven, Käse). Er wünschte sich aber eine Flasche trockenen israelischen Rotwein (Carmel) dazu, die er zur Hälfte austrank.

Arthur Lucas, Mörder, gehängt am 11. Dezember 1962 in Toronto und einer der beiden letzten Hingerichteten in Kanada. Er wählte Steak, Kartoffeln, Gemüse und Kuchen. Der mit ihm gleichzeitig gehängte Ronald Turpin (Polizistenmord) entschied sich für das gleiche Gericht.

Victor Feguer, Mörder, gehängt am 15. März 1963 in Iowa: eine einzelne Olive mit Stein.

Thomas J. Grasso, Mörder, hingerichtet mit einer Giftspritze am 20. März 1995 in Oklahoma: zwei dutzend Muscheln, zwei dutzend Krabben, ein doppelter Cheeseburger von Burger King, ein halbes Dutzend Barbecued Spare Ribs, zwei Erdbeer-Milkshakes, ein halber Kürbiskuchen mit Schlagsahne und Erdbeeren sowie eine große Dose Spaghetti mit Fleischbällchen (bei Raumtemperatur serviert).

Leo Echegaray, Vergewaltigung seiner 10 Jahre alten Stieftochter, 5. Februar 1999 durch eine Giftspritze in den Philippinen hingerichtet: Sardinen und Trockenfisch, die er sich mit seinen Verwandten teilte.

Joseph Mitchell Parsons, hingerichtet in Utah mit einer Spritze am 15. Oktober 1999 wegen Mordes: drei Burger King Whopper, zwei große Fritten, Schoko-Shake, Schoko Eis und eine Packung Hubba Bubba, die er sich mit seinem Bruder und Cousin teilte.

Timothy McVeigh, Terrorist (Bombenanschlag mit 168 Toten), mit einer Injektion am 11. Juni 2001 in Indiana hingerichtet: 2 Pint (ca. 1,1l) Minzeis mit Schokostückchen (siehe Bild).

Ma Qingxiu, Drogendelikte, getötet bei einer Massenhinrichtung in China am 25. Juni 2003: Reisnudeln in Schweinefleischbrühe, Obsttasche.

Lawrence Russell Brewer, Mörder, hingerichtet am 21. September 2011 in Texas: zwei frittierte Hähnchenteile in Zwiebelsauce, einen dreifachen Bacon Cheeseburger, eine große Schüssel frittierte Okra Schoten mit Ketchup, ein Käse Omelette mit Hackfleisch, Tomaten, Zwiebeln, Paprika und Jalapeños, ein Pfund Barbecue Fleisch, drei Fajitas, eine Meat Lover’s Pizza, ein Pint Eis (ca 600ml) und Erdnussbutter-Fudge mit Erdnussstückchen. Da er davon dann nichts anrührte, schaffte der Gouverneur von Texas die besondere Henkersmahlzeit ab.

Gary Carl Simmons Jr., Mord, hingerichtet am 20. Juni 2012 in Mississippi durch eine Giftspritze: Eine Pizza Hut medium “Super Supreme Deep Dish” Pizza mit doppelt Pilzen, Zwiebeln, Jalapeño, Pepperoni. Eine weitere Pizza mit drei Käsesorten, Oliven, Paprika, Tomate, Knoblauch und italienischer Wurst. Zudem 10 Beutel Parmesan, 10 Portionen Ranch Dressing, eine Familienpackung Doritos Nachos mit Käse Geschmack, 224g Jalapeño Nacho Cheese, 122g Jalapeños, 2 große Erdbeershakes, zwei 0,6l Cherry Coke, eine Super-Size Portion McDonald’s Fritten mit extra Ketchup and Mayonnaise und zum Nachtisch knapp 1l Erdbeereis. Er hat angeblich die Hälfte seiner Henkersmahlzeit gegessen.

Andrew Chan, Drogenschmuggel, durch ein Erschießungskommando am 29. April 2015 in Indonesien erschossen: verschiedene Gerichte von Kentucky Fried Chicken. Myuran Sukumaran wurde gleichzeitig hingerichtet und wählte auch die gleiche Mahlzeit.

Im Film “The Green Mile” wünscht sich der unschuldig zum Tode verurteilte John Coffey Hackbraten, Maisbrot, Stampfkartoffeln mit Sauce, Okra and Pfirsich Cobbler (mit Teig überbackener Pfirsich).

Weitere Links zum Thema

Übrigens, die Liste mit den Henkersmahlzeiten werde ich fortlaufend ergänzen.