Bergfest bei wetterregeln.net

Die Hälfte ist geschafft: bei meinem Nischenprojekt über Wetterregeln, Lostage, Bauernregeln und Wettersprüche gibt es jetzt auch für jeden Tag im Mai passende Inhalte. Es fehlen jetzt noch die Monate Juni bis November.

Später ist es dann geplant, einzelne Regeln unter die Lupe zu nehmen und generell mehr Content zum Thema Wetter vorzustellen. Auch hier gilt: Gastautoren sind immer willkommen!

Das 2.000 Visits Experiment im April: knapp daneben

Auch im April bin ich an meinem Ziel "2.000 Besucher täglich bei umstellung.info" knapp vorbeigeschrammt. Mit 1.967 waren es immerhin wieder etwas mehr als im März.

Hier die bisherigen Zahlen des Jahres im Überblick:

Monat Visits/Tag PI/Tag Seiten pro Besucher
Januar 2012 2.659 21.543 8,1
Februar 2012 2.424 17.652 7,3
März 2012 1.922 12.335 6,4
April 2012 1.967 11.627 5,9

Da ich mich Anfang des Jahres weniger um "umstellung" als um die 10 Fakten gekümmert habe, ist dort auch nicht so viel neues passiert – was sich aber schon in den letzten Tagen geändert hat. Und damit wird es zumindest hoffentlich gelingen, den drohenden saisonalen Besuchereinbruch abzuschwächen.

Die Parteien ohne Meinung beim NRW-Wahlomat

Seit dem heutigen 26. April ist auch der NRW Wahl-O-Mat für die Landtagswahl am 13. Mai 2012 online – und auch hier habe ich ausgewertet, welche Parteien am meisten “neutrale” Positionen haben:

SPD: 0
Mensch/Umwelt/Naturschutz: 0
NPD: 0
Grüne: 1
Die Linke: 1
Partei der Vernunft: 1
Pro NRW: 1
BIG: 1
FDP: 2
FBI: 3
AUF: 3
ÖDP: 4
CDU: 5
Piraten: 6
Familie: 7
Freie Wähler: 7
Die Partei: 8

Spitzenreiter ist “Die Partei” mit 8 neutralen Antworten, gefolgt von den freien Wählern und “Familie” mit je 7. Es folgen “Die Piraten” mit 6 und die CDU mit 5 Fragen, zu denen sie keine Meinung haben.

Das Bild ist hier also längst nicht so drastisch wie beim Schleswig-Holsteinischen Wahl-O-Mat, bei dem die Piraten mit 16 neutralen Angaben wirklich wie eine “Partei ohne Meinung” dastehen.

Ein Plädoyer für ein Urheberrecht

Es ist den “Piraten” anzurechnen, dass sie eine Diskussion über das Urheberrecht in den Zeiten des Internet angestoßen haben. Und wenn ich deren Positionspapier zum Urheberrecht richtig verstehe, lautet ihre Kernposition vereinfacht: “Wir achten die Rechte des Urhebers, aber sobald er sein Werk ins Internet stellt, muss er damit akzeptieren, dass es für nichtkommerzielle Zwecke kopiert werden darf.”

Das ist an sich ein ehrenwerter Ansatz, der aber viele neue Fragen aufwirft: Sonst nicht online verfügbare Filme, die von Blu-Ray oder DVD kopiert und auf Filesharing-Plattformen angeboten werden, wären dann wohl auch nach einem Piraten-Urheberrecht illegal. Und ab wann ist die Vervielfältigung kommerziell? Schon beim Upload auf einer werbefinanzierten Download-Plattform? Fragen über Fragen.

Und inzwischen rufen die ersten tatsächlich laut “SCHAFFT DAS URHEBERRECHT AB!“.

Ich selbst gehe in dieser Diskussion von zwei Dingen aus:

  1. Wir brauchen ein Urheberrecht.
  2. Das derzeitige Urheberrecht wird den Anforderungen, die sich durch digitale Medien ergeben, nicht gerecht.

Warum ich zunächst für ein Urheberrecht bin? Weil ich finde, dass derjenige, der ein Werk erschafft, darüber bestimmen soll, wie dieses verwertet wird. Ganz gleich ob dies der Autor mit seiner Reiseschreibmaschine, ein Blogger oder ein Filmkonzern ist. Sie investieren Zeit, Wissen, Mühe und oft auch Geld in die Erstellung von Inhalten – bei Blockbuster-Filmen inzwischen oft Summen, die 100 Millionen US$ übersteigen. Ohne ein Urheber- und Verwertungsrecht würde in vielen Fällen die Motivation wegfallen, kreativ tätig zu sein und unsere Welt wäre eine ärmere.

Was nun das Urheberrecht an sich angeht, will ich einige Aspekte kurz anreißen:

  1. Das Urheberrecht braucht einen klareren Werkbegriff, der höhere Ansprüche an ein schützenswertes Werk stellt.
  2. Die Rechte der Urheber gegenüber den kommerziellen Verwertern müssen gestärkt werden.
  3. Der Urheber muss das Recht haben, zu bestimmen, wie und in welcher Form sein Werk veröffentlicht und vervielfältigt werden darf. Das umfasst natürlich auch das Recht, dies kostenlos zu tun.
  4. Es muss ein klar formuliertes Recht für eine Privatkopie geben, das aber gerade keine Bereitstellung von fremden Inhalten auf Filesharingplattformen umfassen kann – denn das ist keine private Vervielfältigung sondern eine öffentliche.
  5. Sofort kostenpflichtige Abmahnungen und eine vorschnelle Kriminalisierung bei Verstößen gegen das Urheberrecht sind nicht sachgerecht, müssen aber als ultima ratio bestehen bleiben.
  6. Durchaus diskutieren sollte man über den Vorschlag der Piraten, dass Werke, deren Erstellung staatlich finanziert wurde (wie z.B. in Universitäten), frei verfügbar sein sollten.
  7. Es muss sichergestellt werden, dass auch Personen, die nur über begrenzte finanzielle Mittel verfügen, Zugriff auf Informationen, Wissen und Unterhaltung haben.
  8. Eine zeitliche Begrenzung der Verwertungsrechte könnte sinnvoll sein. So könnten die ersten 12 Jahre frei sein, danach müssen Urheber oder Verwerter für bestimmte Verlängerungen Abgaben zahlen, ähnlich wie dies im Patentrecht der Fall ist. Zeitliche Obergrenzen, insbesondere nach dem Tode des Urhebers, sind ebenfalls sinnvoll.
  9. Das gesamte System von Urheberrechtsabgaben, TV-Gebühren und Kultursubventionen sollte einheitlich reformiert werden.
  10. Letztlich kommt es auf einen fairen Interessenausgleich zwischen Urhebern, deren Helfern bei der Verwertung und den Nutzern an.

Heute zum letzten mal: die 10 Fakten zum Tage

Irgendwann am 27. April 2011 schrieb ich recht spontan 10 Fakten zum Tage auf und fasste den Entschluss, dies fortan ein Jahr lang jeden Morgen zu tun. Und so sollte es dann auch geschehen.

Das Jahr ist jetzt um und heute sind die 10 Fakten zum Tage zum 366. und damit letzten mal erschienen.

Anfangs meist recht kurz gehalten, entwickelten sie schnell ihre heutige Form: zuerst immer staatliche Feiertage, dann die Namenstage, historische Ereignisse und zwei Geburtstage lebender Personen sowie ggf. noch ein Hinweis auf herausragende aktuelle Geschehnisse. Die so entstandenen Inhalte werden jetzt sukzessive in mein Projekt tagesfakten.de überführt und die im vergangenen Jahr entstandenen Artikel werden dementsprechend langsam aber sicher in ihrer jetzigen Form aus dem Netz verschwinden.

Geschrieben habe ich die 10 Fakten meist irgendwann zwischen 4h und 6:30h am Morgen – und bin dank ihrer zum Frühaufsteher geworden. Nur an einigen Sonntagen kamen sie etwas später. Auf jeden Fall waren sie im letzten Jahr ein fester Bestandteil meines Morgens. Ganz selten gingen sie schon mal kurz nach 0h in der Nacht online – mehr als 10 mal dürfte das aber nicht der Fall gewesen sein.

So blicke ich jetzt wehmütig zurück auf 366 mal “10 Fakten zum Tage”, rund 260 Stunden Recherche- und Schreibzeit, viel eigenen Wissens- und Erkenntnisgewinn sowie Ideen für Projekte, die wohl für mehrere Leben reichen würden.

Ich schaue aber genau so freudig in die Zukunft: Auf viele neue Projekte, für die jetzt morgens die Zeit ist und zu denen mich die 10 Fakten inspiriert haben.

Schuld zu verschenken

Am 23. April ist nicht nur Tag des Deutschen Bieres sondern auch der Welttag des Buches. Und aus diesem Anlass werden im Rahmen der Aktion Lesefreunde 1.000.000 Bücher verschenkt, von denen wiederum 30 Exemplare von Ferdinand von Schirachs “Schuld” bei mir gelandet sind.

Und anstatt jetzt nur Vetternwirtschaft zu betreiben und diese nach Gutdünken zu verteilen, gebe ich hier jedem die Gelegenheit einmal Verbrechen pur völlig kostenlos nach Hause geliefert zu bekommen. Einzige Voraussetzung ist, hier einen Kommentar zu hinterlassen, der im weitesten Sinne mit Büchern und Lesen zu tun hat und der aus mehr als einem floskelhaften Satz besteht.

Am 26. April werde ich dann beginnen, die Bücher zu verteilen oder zu versenden. Auf Wunsch sogar mit persönlicher Widmung. Sollten sich mehr Interessenten melden, als ich Bücher auf Lager habe, entscheide ich nach Sympathie für den Kommentar.

Viel Spaß beim Mitmachen.

Kurze Gedanken zum Israel-Gedicht von Grass

Außer mit einigen provokativen Plattitüden habe ich mich bisher noch nicht zu Günter Grass’ “Gedicht” “Was gesagt werden muss” geäußert. Und wer einen langen zusammenhängenden Text dazu erwartet, wird enttäuscht, denn dazu sind intelligentere Menschen berufen, die das auch schon getan haben (wie z.B. Frank Schirrmacher). Stattdessen hier meine Gedanken dazu in kurzen Sätzen:

  1. Wer sagt, dass “etwas gesagt werden muss”, leitet damit provozierende populistische Aussagen ein. Das ist bei Grass nicht anders.
  2. Israel-Kritik von einem ehemaligen SS-Mann ausgerechnet am Gründungstag der SS ist verstörend.
  3. Die israelische Atombombe ist keine Gefahr für den Weltfrieden, sondern hat in den letzten Jahrzenten durch ihre Existenz noch größere Konflikte in der Region erfolgreich verhindert.
  4. Die Behauptung, Israel plane einen atomaren Erstschlag gegen den Iran, ist absurd.
  5. Ein Vergleich Israels mit dem Iran hinsichtlich der Politik und des politischen Systems ist so dumm, dass ich darauf inhaltlich erst gar nicht eingehe.
  6. Die Bezeichnung Ahmadinedschads als “Maulheld” ist eine gefährliche Vereinfachung. Einer der Schlüssel zum Verständnis der derzeitigen Situation im Iran ist eine Auseinandersetzung mit dessen religiösen Positionen und Ansichten, insbesondere seiner mystisch-apokalyptischen Erwartung der bevorstehenden Erscheinung des 12. Imam.
  7. Teile der Linken sind latent antisemitisch.
  8. Grass macht mit seinem Gedicht Antisemitismus wieder etwas salonfähiger und spült einen braunen Bodensatz in die Mitte der politischen Diskussion.
  9. Die Politik Israels ist in einigen Bereichen – Stichwort Siedlungen – durchaus sehr kritisch zu sehen. Aber genau das spricht Grass nicht an.
  10. Soviel Aufmerksamkeit hat Grass eigentlich gar nicht verdient.