Rezept: Sirtfood Super Salat – Grundrezept mit vier Variationen

Grundrezept Sirt Super Salat nach Goggins und Matten

Für eine Portion:

  • 50g Rucola
  • 50g Chicorée
  • 80g Avocado, in kleine Würfel geschnitten
  • 40g grüne Selleriestange, in dünne Scheiben geschnitten
  • 20g rote Zwiebeln, in dünne Scheiben geschnitten
  • 15g Walnüsse, gehackt
  • 1 Esslöffel Kapern
  • 1 Medjool Dattel, entsteint und gehackt
  • 1 Esslöffel kaltgepresstes Olivenöl
  • Saft einer viertel Zitrone
  • 10g Petersilie, gehackt
  • 10g Liebstöckel oder Sellerieblätter, gehackt

Chicorée und Rucola als Grundlage in eine Salatschüssel geben. Alle anderen Zutaten zugeben und gut vermischen.

Tipp: Nach Geschmack auch Chicorée und Rucola nicht zu grob hacken.

Variationen des Sirt Super Salats

Goggins und Matten verwenden in ihrem Diätkonzept vier erweiterte Versionen dieses Salats.

Lachs

Standardmäßig kommen 100g in Streifen geschnittener Räucherlachs dazu. Diese Variante ist auch für Vegetarier geeignet, die auch Fisch essen.

Linsen

Für Veganer kann der Lachs durch 100g gekochte Linsen ersetzt werden.

Hähnchen

Wer lieber Fleisch mag, verwendet 100g klein geschnittenes Hähnchenbrustfilet.

Tunfisch

Wer nicht so gerne Lachs mag, kann stattdessen auch 100g Tunfisch (aus der Dose, im eigenen Saft) verwenden.

Rezept: Soba Nudeln in Miso-Brühe mit Tofu, Sellerie und Grünkohl

Dieses Rezept ist für die Sirtfood Diät nach Goggins und Matten geeignet:

  • 75g Soba Nudeln
  • 1 Esslöffel Olivenöl extra vergine
  • 20g rote Zwiebel, in feine Scheiben geschnitten
  • 1 Knoblauchzehe fein gehackt
  • 1 Teelöffel fein gehackter frischer Ingwer
  • 300ml Gemüsebrühe
  • 30g Misopaste
  • 50g Grünkohl, grob gehackt
  • 50g Selleriestange, grob gehackt
  • 1 Teelöffel Sesamsamen
  • 100g Tofu natur, in Würfel geschnitten
  • 1 Esslöffel Tamari oder Sojasauce

Nudeln nach Packungsanleitung kochen.

Öl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel, Knoblauch und Ingwer darin anschwitzen. Brühe und Misopaste zugeben und zum köcheln bringen. Kohl und Sellerie zugeben und bei geringer Hitze für ca. 5 Minuten erwärmen.

Nudeln, Sesam, Tofu zur Brühe geben, kurz erwärmen. Mit Sojasauce abschmecken.

Sonntagsfrühstücksvariationen: Skandinavisch

skandinavisches-fruehstueck

Am Sonntag ist eine gute Gelegenheit, ausgiebig zu frühstücken und auch mal internationale Frühstücksvariationen auszuprobieren. So kann man das Frühstück auch mal ein bißchen skandinavisch angehaucht gestalten.

Hier im Bild:

  • Finncrisp mit Lachs, Meerrettich und Dill
  • Hartgekochte Eier – einmal mit Senf und Dill und einmal mit Meerrettich und Kresse
  • selbstgemachte Pop-Overs (Rezept z.B. hier) mit Ziegenfrischkäse und Preiselbeeren.

Außerdem passen z.B.:

  • Knäckebrot
  • verschiedene Frischkäse (natur, mit Kräutern – am besten selbst gemacht)
  • nordische Käse
  • Fischcremé
  • Joghurt mit Früchten (Cranberries, Heidelbeeren)
  • Fischsalate, eingelegte Fischspezialitäten
  • Cornichons

 

Teil 2 des Ernährungsplans für die erste Phase der Sirtuin Diät (Tag vier bis sieben)

Angriff zum Start

Die Sirtfood Diät der beiden britischen Ernährungsexperten Goggins und Matten ist die weltweit erfolgreichste Sirtuin Diät. Einen gesamten Überblick finden Sie hier.

An dieser Stelle erhalten Sie den Ernährungsplan für Tag vier bis sieben der ersten Phase, die auch „7 Pfund in 7 Tagen“ heißt. Für die Tage eins bis drei finden Sie den Ablauf des Ernährungsprogramms hier.

Tag vier bis sieben im Überblick

Auch hier ist wichtig, dass Sie ausreichend trinken. Als Getränke bieten sich in erster Linie Wasser, grüner Tee und schwarzer Kaffee an. Aber auch weißer und schwarzer Tee sind in Ordnung.

Der wichtigste Unterschied zum ersten Teil der ersten Phase ist, dass Sie jetzt einen der grünen Säfte durch eine weitere Mahlzeit ersetzen. Es gibt also zwei Sirtfood Green Juice und zwei Sirtfood Mahlzeiten.

Tag 4

An diesem Tag nehmen Sie zwei Portionen des Sirt Food Green Juice zu sich, Sie können den Saft z.B. zum Frühstück und dann als Nachmittags-Snack zu sich nehmen.

Dazu gibt es zwei Mahlzeiten:

Als zweites Frühstück oder frühes Mittagessen gibt es Sirtfood Müsli, zum Abendessen haben Sie die Wahl:

In beiden Fällen dürfen Sie zum Nachtisch noch 15-20g dunkle Schokolade essen (mindestens 85% Kakao Anteil).

Tag 5

Auch an diesem Tag essen Sie wie am vorhergehenden – also zwei mal den Saft. Und natürlich gibt es auch wieder zwei Hauptmahlzeiten.

Zunächst Erdbeer-Buchweizen-Taboule und als zweites entweder

Und natürlich müssen Sie auch an diesem Tag nicht auf Ihre Schokolade verzichten.

Tag 6

Es gibt wieder zwei Portionen Saft.

Heute haben Sie auch bei der ersten Mahlzeit die Wahl:

und als zweite Mahlzeit:

  • gegrilltes Rindfleisch mit Zwiebelringen, Rotwein Jus, Knoblauch-Grünkohl und gerösteten Kartoffeln oder
  • Kidney-Bohnen Mole mit gebackenen Kartoffeln

Auch die Schokolade bleibt erlaubt!

Tag 7

Am letzten Tag der ersten Phase gibt es wie immer die beiden Säfte.

Die erste Hauptmahlzeit ist entweder:

  • Sirtfood Omelette oder
  • veganer Sirtfood Waldorf Salat

Die zweite:

  • Hähnchenbrust mit Walnuss-Petersilienpesto und Salat von roten Zwiebeln oder
  • Auberginen mit Walnuss-Petersilienpesto und Tomatensalat

Danach beginnt die zweite Phase der Sirtfood Diät.

Buchtipp:

Rezept: ganz einfacher Rinderbraten für Winterabende

rinderbraten-ist-einfach

Gerade an kalten Tagen gibt es nichts schöneres als einen schönen lange geschmorten Rinderbraten. So kriegt ihn jeder hin, für ca. 4 Personen (oder etwas mehr):

  • 1,5kg Rinderschmorbraten
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Möhren
  • 1/4 Sellerie
  • etwas Petersilie
  • 200ml Rinderfond
  • etwas Rotwein
  • etwas Rapsöl
  • 200ml Sahne
  • Pfeffer, Salz

Das Gemüse klein schneiden (siehe Bild).

Den Backofen auf 150° vorheizen, in einem Bräter etwas Rapsöl erhitzen und das Fleisch rundherum anbraten. Gemüse zugeben, etwas anschwitzen lassen und dann Rinderfond und Wein zugeben, aufkochen und zugedeckt in den Backofen geben.

Für die Sauce nach ca. 2 1/2 Stunden etwas Gemüse und Bratenflüssigkeit herausnehmen, pürieren (Mixstab) und in einem Topf etwas einköcheln lassen, Sahne dazu geben und mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Braten aufschneiden, Sauce in eine Sauciere geben. Dazu schmeckt Süßkartoffelselleriekartoffelpüree.

Rezept: Süßkartoffelselleriekartoffelpüree

kartoffelstampfer-kartoffelpueree

Super als Beilage zu einem Rinderbraten. Für vier Personen:

  • 500g Süßkartoffel
  • 150g Kartoffeln
  • ein Selleriekopf
  • 200ml Sahne
  • Butter (mindestens ein Esslöffel, gerne auch mehr)
  • Salz

Süßkartoffel, Sellerie und Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden.

Einen großen Topf mit Salzwasser aufsetzen und die Selleriewürfel dazu geben. Wenn das Wasser kocht, Süßkartoffeln dazu. Aufpassen, dass nichts überkocht und dann nach weiteren fünf Minuten die Kartoffeln zugeben und alles gute 20 Minuten gar ist (Gabelprobe).

Wenn alles schön weich ist, das Wasser abgießen, Butter und Sahne zugeben und mit einem Kartoffelstampfer (hier bei Amazon) zur gewünschten Konsistenz stampfen. Mit Butter und Salz abschmecken.

Guten Appetit!

10 Bahnhaltestellen, an denen man in und um Bonn ausgestiegen sein sollte – Vorschläge von Severin

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Mit Straßenbahn, U-Bahn und Stadtbahn ist man in Bonn und um Bonn herum besonders schnell unterwegs. Hier sind 10 Haltestellen, an denen man ausgestiegen sein sollte.

  1. Heussallee/Museumsmeile (16, 63, 66, 67, 68)
    Der Haltestellenname sagt schon viel, aber nicht alles. Klar, zunächst sind Sie direkt an der Bundeskunsthalle, Haus der Geschichte, beim Kunstmuseum der Stadt Bonn und auch zum Museum König ist es nicht weit. Es lohnt aber auch, durch das alte Regierungsviertel zum Rhein zu spazieren. Danach belohnen Sie sich mit einem Getränk auf dem Dach des neuen Marriot Hotels mit einem der schönsten Ausblicke über die Stadt und den Rhein (siehe Bild). Diese Haltestelle ist ein absolutes Muss in Bonn!
  2. Hochkreuz/Deutsches Museum Bonn (16, 63, 67)
    Von hier aus spazieren Sie gemütlich zum Deutschen Museum Bonn, das nicht nur mit Kindern sehenswert ist. Danach dann gehen Sie weiter und können entweder den Charme der alten amerikanischen Siedlung auf sich wirken lassen oder halten sich links, bewundern das Caesar Gebäude und genießen dann die Rheinaue.
  3. Weberstraße (61, 62)
    Erkunden Sie die Bonner Südstadt von der Haltestelle Weberstraße aus. Wunderschöne Jugendstilhäuser, Einkaufsmöglichkeiten entlang des Bonner Talwegs und viele Cafés und Restaurants.
  4. Ramersdorf (65, 68)
    Von dieser Haltestelle aus ist man schnell im nicht ganz so bekannten rechtsrheinischen Teil der ehemaligen Bundesgartenschau. Einen Besuch wert ist der Bonner Bogen, an dem das Kameha Hotel gelegen ist. Viele Möglichkeiten zum Spazieren und Joggen sowie einkehren.
  5. Bad Godesberg Bahnhof (16, 63, 67)
    Auch wenn es manchmal negative Kommentare gibt: Bad Godesberg ist immer noch schön! Zeigen Sie Flagge und spazieren von dieser Haltestelle aus hoch zur Godesburg. Auch einen Besuch wert ist das Kinopolis und auf der anderen Seite der Bahn das Godesberger Villenviertel.
  6. Bornheim Merten (18)
    Nein, die 18 fährt nicht bis Istanbul, aber nach Bornheim Merten. Hier kann man schön durch die Felder des Vorgebirges spazieren und sehen, wo unser Obst und Gemüse herkommt. Stilecht einkehren bei der Hofanlage Vorgebirbsblick, wo es auch Spielgeräte für Kinder und echte Hoftiere gibt.
  7. Oberdollendorf (66)
    Hier hat man die Qual der Wahl – Runter zum Rhein und dann mit der Fähre übersetzen und dort spazieren oder lieber in Richtung der Weinberge und dann z.B. dem Gut Sülz einen Besuch abstatten? Hier sitzt man schön auf einer großen Wiese und kann ausgesuchte Weine genießen – Urlaubsfeeling pur!
  8. Bad Honnef (66)
    Die Endhaltestelle der Linie 66 liegt direkt bei Grafenwerth am Rhein. Spazierwege, Spielplätze und ein Freibad machen diese Haltestelle zum perfekten Ausflugsziel bei schönem Wetter. Außerdem gibt es hier einen der schönsten Biergärten der Region, sowie Café und Restaurant.
  9. Siegburg Bahnhof (66, 67)
    Die Siegburger Innenstadt ist einen Besuch wert – hier gibt es nicht nur den ICE Bahnhof Siegburg/Bonn sondern auch viele schöne Geschäfte, Straßencafés und Sehenswürdigkeiten. Die alte Stadtmauer sorgt für besonderen Flair.
  10. Thielenbruch – Köln (18)
    Sie interessieren sich sowie für Straßenbahnen? Dann fahren Sie mit der 18 von Bonn aus nach Köln Thielenbruch, wo das Straßenbahnmuseum ist. Die Fahrt führt Sie durchs Vorgebirge und durch Köln, es gibt also einiges zu sehen. Auf der Rückfahrt können Sie dann einen Zwischenstopp bei der Haltestelle Dom/Hbf einlegen, den Dom besichtigen und in einem der Kölner Brauhäuser einkehren.

Mehr Tipps in und rund um Bonn

Warum jeder Bonner twitter nutzen sollte: @SWBBusundBahn

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Irgendwie konnte sich twitter in Deutschland auf breiter Front nie so durchsetzen. Über die Gründe möchte ich an dieser Stelle jetzt nicht spekulieren, es ist halt so. Dabei ist twitter eines der besten Netzwerke, wenn man schnell und kompakt informiert werden möchte.

Für alle Bonner, die zumindest gelegentlich mit Bus und Bahn unterwegs sind, gibt es einen Grund, sich bei twitter anzumelden: @SWBBusundBahn.

Hier informiert das Team der Stadtwerke Bonn über alles, was gerade rund um den ÖPNV in und um Bonn wichtig ist. Störungen bei der Linie 18? Die 603 von Röttgen aus fährt nicht? Der Hauptbahnhof ist gerade gesperrt. Hier erfährt man alles aus erster Hand.

Klar, viele der Infos gibt es auch in der VRS App oder auf der VRS Website. Aber die sind eben nicht immer zuverlässig. Ist die dringend benötigte 602 gerade in der App Ansicht verschwunden? Einfach das Social Media Team der Stadtwerke Bonn antweeten und es wird geholfen.

Und auch für Beschwerden und Lob hat man dort immer ein offenes Ohr. Busse immer überfüllt? Die 603 ist mal wieder zu früh von der Merler Allee aus abgefahren? Der Fahrer der 600 hat besonders nett beim Kinderwagen geholfen? Hier kann man es loswerden.

Das ganze ist dann nicht einfach trocken sachlich, sondern mit viel Liebe und offensichtlich Freude an der Sache. Da kann allenfalls noch die BVG toppen…

Daher ein dickes Dankeschön an Eddy, Micha, Marcel, Muna, Uwe und Evi – der einzige Wermutstropfen ist, dass Ihr nicht 24/7 erreichbar seid… ;)

So – jetzt bei twitter anmelden und @SWBBusundBahn folgen.

Hinweis: Mich gibt es übrigens auch bei twitter – und ich freue mich über Follower nicht nur aus Bonn.

Das überraschende, möglicherweise richtige und letztlich doch falsche Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Sachen NPD Verbotsverfahren

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Voranmerkung: Das Urteil des BVerfG zum NPD Verbot lässt mich in dieser Form recht ratlos zurück. In diesem Beitrag will ich darlegen, warum

  1. das Urteil für mich zunächst überraschend war.
  2. es juristisch nachvollziehbar sein kann.
  3. das gesetzte Signal dennoch problematisch ist.

und zuletzt, wie man das Dilemma anders hätte lösen können. Dazu ganz am Ende, wozu mich Meinungen von echten Juristen interessieren würden.

Ein überraschendes Urteil

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 17. Januar 2017 zum NPD Verbot hat mich zunächst sehr überrascht, stellt doch das Gericht in seinen Leitsätzen zum zweiten NPD Urteil klar fest:

Die Antragsgegnerin strebt nach ihren Zielen und dem Verhalten ihrer Anhänger die Beseitigung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung an. Sie zielt auf eine Ersetzung der bestehenden Verfassungsordnung durch einen an der ethnischen „Volksgemeinschaft“ ausgerichteten autoritären „Nationalstaat“. Dieses politische Konzept missachtet die Menschenwürde aller, die der ethnischen Volksgemeinschaft nicht angehören, und ist mit dem grundgesetzlichen Demokratieprinzip unvereinbar.

Die Antragsgegnerin arbeitet planvoll und qualifiziert auf die Erreichung ihrer gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gerichteten Ziele hin.

Und in Art. 21 Absatz 2 des Grundgesetzes steht:

Parteien, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, sind verfassungswidrig.

Soweit eigentlich alles klar, oder? Also: NPD verbieten.

Aber nein, denn auf einmal folgt ein weiterer Leitsatz:

Es fehlt jedoch an konkreten Anhaltspunkten von Gewicht, die es zumindest möglich erscheinen lassen, dass dieses Handeln zum Erfolg führt.

Letztlich hängt das ganze Urteil an der Auslegung von zwei kleinen Worten in Art. 21 GG:

darauf ausgehen

In meinen Sprachverständnis war dies im weitesten Sinn ein Synonym für „planen“ oder „vorhaben“. Zur Sicherheit fragte ich noch bei Anatol Stefanowitsch nach, der es mit „darauf anlegen“ definierte. Das ist vielleicht noch etwas konkreter als „planen“ – aber ein Zweifel daran, dass es die NPD es auf die Beseitigung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung anlegt, besteht nicht.

Die Verfassungsrichter laden das „darauf ausgehen“ mit etwas auf, das gar nicht darin enthalten ist – der Potentialität:

…kann ein „Darauf Ausgehen“ allerdings nur angenommen werden, wenn konkrete Anhaltspunkte von Gewicht vorliegen, die es zumindest möglich erscheinen lassen, dass das gegen die Schutzgüter des Art. 21 Abs. 2 GG gerichtete Handeln einer Partei erfolgreich sein kann (Potentialität).

Ist dies nicht der Fall, fehlt es an einem „Darauf Ausgehen“ im Sinne von Art. 21 Abs. 2 GG. An der hiervon abweichenden Definition im KPD-Urteil, nach der es einem Parteiverbot nicht entgegenstehe, wenn für die Partei nach menschlichem Ermessen keine Aussicht darauf besteht, dass sie ihre verfassungswidrige Absicht in absehbarer Zukunft werde verwirklichen können (vgl. BVerfGE 5, 85 ), hält der Senat nicht fest.

Dies ist nicht nur ein klarer Bruch mit der älteren Rechtsprechung des Senats, sondern erweitert Art. 21 Abs. 2 GG auch gleich um ein ungeschriebenes Tatbestandsmerkmal der Potentialität – was vom Gericht freilich gleich in weiser Voraussicht im Urteil selbst bestritten wird.

Der Wortlaut des Artikel 21 deckt das Urteil daher auf den ersten Blick nicht.

…das auf den zweiten Blick richtig sein kann…

Vom Grundsatz her kann man das Urteil dennoch mit guten Gründen juristisch für richtig halten.

Muss es eine Demokratie nicht aushalten, dass es auch extreme Meinungen und Parteien gibt? Ist unsere Demokratie nicht so gefestigt, dass sie vor einer Splitterpartei NPD keine Angst haben muss?

Ja, wahrscheinlich schon.

Vielleicht ist es sogar verfassungsrechtlich geboten, solche Parteien als Bestandteil des demokratischen Spektrums zu dulden? Nicht völlig abwegig. Konsequent wäre dann aber gewesen, Art. 21 Abs. 2 in dieser Form für verfassungswidrig zu erklären und dem Gesetzgeber aufzugeben, eine entsprechende Änderung herbeizuführen.

Und was in der gesamten Diskussion weitgehend untergeht – das Bundesverfassungsgericht erteilt der NPD ja gerade keine Absolution und keinen Freifahrschein:

Der Senat verkennt nicht, dass die von einem einschüchternden, gezielt provokativen oder die Grenzen der Strafbarkeit überschreitenden Verhalten der Mitglieder oder Anhänger der Antragsgegnerin Betroffenen sich in ihrer verfassungsrechtlich gewährleisteten Meinungsäußerungs- und Handlungsfreiheit schwer und nachhaltig beeinträchtigt sehen können.

Auf Einschüchterung und Bedrohung sowie den Aufbau von Gewaltpotentialen muss mit den Mitteln des präventiven Polizeirechts und des repressiven Strafrechts rechtzeitig und umfassend reagiert werden, um die Freiheit des politischen Prozesses ebenso wie einzelne vom Verhalten der Antragsgegnerin Betroffene wirkungsvoll zu schützen.

Insoweit kann man vom juristischen Standpunkt aus mit diesem Urteil leben: Ja, unsere Demokratie kann und muss eine radikale Splitterpartei aushalten. Ein Parteiverbot ist ultima ratio, gegen Auswüchse im Parteispektrum ist mit dem bestehenden Strafrecht vorzugehen.

…von der Konsequenz her aber falsch

Allerdings: solche Zwischentöne werden in der öffentlichen Diskussion inzwischen kaum mehr wahrgenommen. Was bleibt ist die Feststellung, dass die NPD keine verfassungswidrige Partei ist.

Die Folgen können gravierend sein: Die NPD wird versuchen, ihre Grenzen weiter auszuloten und auch Pegida, Legida und besonders der radikale Flügel der AfD werden ihr Koordinatensystem weiter nach rechts verschieben. Höcke lässt grüßen.

Es ist ein bedenkliches Signal, dass die NPD nicht für verfassungswidrig erklärt wurde.

Eine persönliche Anmerkung

Bei dem obigen Text wollte ich nur aufzeigen, warum das Urteil zwar juristisch vertretbar sein kann, es aber gesellschaftlich problematisch ist. Es ist da und wir müssen damit leben – die normative Kraft des Faktischen eben.

Persönlich und nach einigem Nachdenken sowie der Lektüre des Urteils halte ich es nicht nur gesellschaftlich sondern auch juristisch für falsch:

  • Der Wortlaut des Art. 21 Abs. 2 gibt die Voraussetzung der Potentialität für ein Parteiverbot nicht her.
  • Das Grundgesetz verlangt im Umkehrschluss auch nicht, dass demokratiefeindliche Parteien toleriert werden müssen.
  • Art. 21 Abs. 2 ist kein Meinungs- oder Gesinnungsverbot. Es bleibt jedem im Rahmen des StGB frei, auch eine demokratiefeindliche Meinung zu vertreten. Es gibt aber gerade keinen Anspruch darauf, diese Meinung durch eine Partei zu vertreten und die Abschaffung der Grundordnung durch eine Partei zu betreiben.
  • Das Urteil ist ein Bruch mit der bestehenden Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zu Art. 21 Abs. 2 GG.

Das Gericht hat in der Begründung teilweise ziemliche Verrenkungen angestellt, die NPD nicht verbieten zu müssen. Die Argumentation hinsichtlich der Potentialität in Art. 21 Abs. 2 GG halte ich zudem für schwach und vom Wortlaut des Gesetzes her nicht gedeckt – das hat das Gericht wohl auch erkannt, in dem es vorgreifend in den Leitsätzen schreibt

Für die Annahme ungeschriebener Tatbestandsmerkmale ist im Rahmen des Art. 21 Abs. 2 GG kein Raum.

Mich persönlich wundert, dass das Gericht so geurteilt hat. Noch mehr wundert mich, dass es zumindest kein Minderheitsvotum gegeben hat.

Bevor ich öffentlich über mögliche Gründe schreibe, lasse ich einige Tage ins Land gehen. Dass man nicht vorschnell spekulieren sollte, haben ja einige Eilmeldungen nach der Urteilsverkündung gezeigt…

Nachtrag zur persönlichen Anmerkung

Das Bundesverfassungsgericht hätte es sich mE viel leichter machen können:

Aus Art. 21 Abs 2 GG folgt zwar, dass es über die Verfassungswidrigkeit einer Partei entscheidet, aber strenggenommen nicht, was mit einer verfassungswidrigen Partei geschieht. Von einem Verbot ist dort nicht die Rede.

Auch aus § 32 ParteienG folgt mE nicht zwingend, dass eine verfassungswidrige Partei zwingend verboten werden muss. Aus § 33 Parteiengesetz lässt sich zwar schließen, dass eine verfassungswidrige Partei verboten werden kann, zwingend ist dies aber nach dem Wortlaut der Norm nicht.

Vielmehr lässt § 32 Parteiengesetz so interpretieren, dass das Bundesverfassungsgericht auch anders entscheiden könnte:

(1) Wird eine Partei oder eine Teilorganisation einer Partei nach Artikel 21 Abs. 2 des Grundgesetzes für verfassungswidrig erklärt, so treffen die von den Landesregierungen bestimmten Behörden im Rahmen der Gesetze alle Maßnahmen, die zur Vollstreckung des Urteils und etwaiger zusätzlicher Vollstreckungsregelungen des Bundesverfassungsgerichts erforderlich sind. Die obersten Landesbehörden haben zu diesem Zweck unbeschränktes Weisungsrecht gegenüber den Behörden und Dienststellen des Landes, die für die Wahrung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung zuständig sind.
(2) Erstreckt sich die Organisation oder die Tätigkeit der Partei oder des für verfassungswidrig erklärten Teils der Partei über das Gebiet eines Landes hinaus, so trifft der Bundesminister des Innern die für eine einheitliche Vollstreckung erforderlichen Anordnungen.
(3) Das Bundesverfassungsgericht kann die Vollstreckung nach § 35 des Gesetzes über das Bundesverfassungsgericht abweichend von den Vorschriften der Absätze 1 und 2 regeln.

Zwar fordert § 46 Bundesverfassungsgerichtsgesetz:

Mit der Feststellung ist die Auflösung der Partei oder des selbständigen Teiles der Partei und das Verbot, eine Ersatzorganisation zu schaffen, zu verbinden. 

Das ist aber nur einfaches Recht. Das Gericht hätte also ohne die angesprochenen Verrenkungen argumentieren können:

  • die NPD ist verfassungswidrig
  • bei Parteien, bei denen nicht absehbar ist, dass sie die verfassungsgemäße Ordnung wirklich beseitigen können (mangelnde Potentialität), ist ein Parteiverbot aber unverhältnismäßig und ergibt sich auch nicht als zwingende Folge aus Art. 21 Abs. 2 des Grundgesetzes.
  • § 46 des Bundesverfassungsgerichtsgesetzes ist mit dem Grundgesetz nicht vereinbar.
  • der Staat muss jedoch verfassungswidrige Parteien nicht finanzieren, daher wird angeordnet, die NPD von der Parteienfinanzierung auszuschließen.

Was meinen Staatsrechtler, andere Juristen oder interessierte Laien zu diesem Ansatz?

Einfach mal die Klappe halten